Peter Handke: Wunschloses Unglück

2015-06-15 09.38.55 (300x207)

Zugegeben, das Buch ist nicht neu. Aber trotzdem aktuell. Ich möchte behaupten, dass manches Frauenleben auch heute noch von ähnlichen Strukturen geprägt ist… Vielleicht nicht in einer deutschen Großstadt, aber anderswo.

Handke beschliesst auf der Beerdigung seiner Mutter, über deren Freitod zu schreiben. Und so dröselt er das Leben seiner Mutter nach und nach auf, bis es aufgefächert vor ihm, aber auch vor uns, dem Leser liegt. Keineswegs voyeuristisch, er blickt hinein, aber hält Abstand, beschreibt, taucht zeitweise tief, lässt uns als Leser aber immer eigenen Gedankenspielraum. Wie war das mit meinen Eltern? Wie fühlte sich eigentlich meine Mutter? Fragen, die sich mir immer wieder stellten während der Lektüre. Also ein Mitschwingen der eigenen Biografie, des eigenen Erlebens.

Dass er gegen Ende seines Berichts schreibt, er sei stolz auf die Entscheidung seiner Mutter, mag erschreckend klingen, ist für mich aber entschieden nachvollziehbar.

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