Jahrbuch der Lyrik 2015

Jahrbuch Cover 003

Ganz schön viel Wind, der da gerade ums Jahrbuch der Lyrik wirbelt!
Ich hoffe, dass dies auch bei potentiellen Lesern und nicht nur bei Lyrikern selbst Beachtung findet. Ich kann mich nicht erinnern, dass in den Jahren zuvor, soviel diskutiert wurde. Mag es daran liegen, dass derzeit Lyrik ohnehin mehr im Focus steht, seit Jan Wagner als erster Lyriker überhaupt den Buchpreis erhalten hat? Seit sich die „Lyrikszene“ in verschiedene Lager aufzuspalten scheint?

Ich bin selbst recht im Zwiespalt, was den Inhalt des neuen Jahrbuchs angeht. Es gibt nur wenige Gedichte, die mich ansprechen. Gleichzeitig finde ich viele Lyriker/innen, die ich sehr schätze. Ich glaube aber, dass manche/r Lyriker/in, nicht mit den besten Gedichten vertreten ist. Und es fehlen viele Dichter, die ich mir gewünscht hätte…

Die Auswahl für 2015 traf diesmal Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer, zusammen mit (wie immer) Christoph Buchwald. Aus Tausenden von Einsendungen wählten sie ihre Favoriten, die im Buch dann auf verschiedene Kapitel aufgeteilt wurden. Viel Ausschuß sei dabei gewesen, so Nora Gomringer, aber manches fehle auch.

Was ich mag … ganz subjektiv:
Ulf Stolterfoth, S. 163
Stefanie Kemper, S.146
Richard Pietraß, S.43

Kerstin Becker, S. 145,  Anblick:

“ die Leute munkeln die Mutter
 hätts nicht gewollt doch es kam
 im Kopf ganz normal nur die Arme
 runde Stümpfe sonst fehlt nichts es steht
 manchmal im Hausflur stumm in der Ecke
 und durch seine nackte Erscheinung
 zucken die Leute wie Strom“

Und natürlich Herta Müller (obwohl ihre Texte als Wortcollagen noch schöner sind)

Alles in allem lohnt es sich, einen Blick hinein zu werfen ins Jahrbuch der Lyrik und selbst zu erkunden, ob und was gefällt. Das Spektrum ist dafür breit genug …

http://www.randomhouse.de/Paperback/Jahrbuch-der-Lyrik-2015/Christoph-Buchwald/e438508.rhd?mid=8&serviceAvailable=true#tabbox

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2 Gedanken zu “Jahrbuch der Lyrik 2015

    • Ja. Ich weiß gar nicht, ob diese Debatte über Lyrikerkreise hinausging. Da jedenfalls hieß es, es gäbe zu wenig politische oder gesellschaftskritische Gedichte in der Ausgabe. Daraufhin wurde sogar ein Schwarzbuch der Lyrik als Gegenentwurf herausgebracht.

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