Ernst Jandl: Eile mit Feile, CD, Der Hörverlag

DSCN0565

Es ist ein Hörbuch! Es leuchtet!

Muss es diesmal auch, denn Ernst Jandls Gedichte zu lesen ist eine Sache, sie im O-Ton zu hören ist noch etwas ganz anderes!
Eile mit Feile wurde kürzlich zum 90. Geburtstag Jandls vom Hörverlag neu herausgegeben. Die Aufnahme stammt von 1995 und wurde vom Luchterhand Verlag produziert, in dem Jandls Bücher verlegt wurden. Im Booklet gibt es kurze biografische Informationen:

„Mach den Mund auf! hieß es von Vater und Mutter, nicht wenn ich essen sollte, sondern um mich das deutliche Sprechen zu lehren, und so bin ich viele Jahre später zu den Sprechgedichten gelangt von denen die Sage geht, keiner außer mir selbst könne sie sprechen…“

Wenn man sich vorstellt, dass Jandls Lyrik anfangs als Provokation, (ausgerechnet von einem Deutschlehrer!) galt  und er als „Verderber der Jugend“  bezeichnet wurde, merkt man wie rasant sich die Welt verändert.
Auf der CD gibt es 78 Gedichte zu hören, darunter natürlich „ottos mops“, wien: heldenplatz“ und „schtzngrmm“.
Viele Gedichte sind ernsthafter, als ich sie in Erinnerung hatte, vielleicht liegt das aber auch daran, dass sie gerade zeitgemäßer sind als jemals zuvor…

demokratie

unsere ansichten
gehen als freunde
auseinander

Eine Hörprobe gibt es hier.

Advertisements

4 Gedanken zu “Ernst Jandl: Eile mit Feile, CD, Der Hörverlag

  1. Dazu passt vielleicht auch, wenns interessiert, der Link zum gestrigen Archivgespräch im neuen Wiener Literaturmuseum. https://literaturgefluester.wordpress.com/2015/10/06/sprachenkuenstler-jandl/
    Da wurde, glaube ich, auch darüber gesprochen, ob man Ernst Jandl im O-Ton hören muß, Michael Lentz hat das, glaube ich, verneint und ich persönlich, ich lebe ja in Wien, interessiere mich seit vierzig Jahren für den Wiener Literaturbetrieb und spaziere dort herum, habe ihn auch ein paar Mal erlebt, wo er mir nicht unbedingt sympathisch war.
    Trotzdem die große Legende, das große Wiener Literaturidol, das Vorbild für ein Heer von experimentellen Autoren und, wie er sich, glaube ich, selber bezeichnete, der Onkel der „Wiener Gruppe.“
    Eine Freunin meines Mannes aus Leipzig hat das Buch, das er ihr als Geschenk mitbrachte, auf dem Flohmarkt verkauft, weil ihr zu stark und ordinär war und sie ihn nicht lesen wollte.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s