Klagenfurter Texte Die Besten 2015 Piper Verlag

 

cover klagenfurter

Jedes Jahr im Herbst erscheint im Piper Verlag ein Rückblick auf den Wettbewerb zum Bachmannpreis in Klagenfurt mit ausgewählten Texten. Dieses Jahr habe ich die meisten Lesungen und Diskussionen dank 3sat live verfolgt und war ziemlich angetan von den vielen hochkarätigen Texten. Allerdings nicht von allen… Tatsächlich gaben die teilnehmenden Männer ein schwaches Bild ab. Die Frauen waren letztendlich dann auch die Gewinnerinnen!

Nora Gomringer, die als Lyrikerin bekannt ist, gewann mit ihrem Text „Recherche“.  Nicht unumstritten, denn es gab auch Einwände, dass ihr Text zu stark auf den Bachmannpreis hingeschrieben wäre und ohne diesen Hintergrund gar nicht funktionieren würde. Ehrlich gesagt stimme ich dem zu und finde durchaus, dass es sprachlich stärkere Texte gab. Dennoch beeindruckte und überzeugte Gomringer die Jury, wohl auch vor allem wegen ihrer perfekt inszenierten Performance.

Dana Grigorcea erhielt den 3sat-Preis für einen Auszug aus ihrem Roman „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“.  Eine Besprechung zum Buch steht hier.
Valerie Fritsch gewann den Kelag-Preis und den Publikumspreis mit ihrer großartigen, sprachlich überzeugenden Geschichte „Das Bein“. Besprochen habe ich hier auf meiner Seite ihren Roman „Winters Garten“.

Ohne Preis aber auch in diesem Buch zu finden sind:
Anna Baar, meine große Favoritin mit einem Auszug aus dem Roman „Die Farbe des Granatapfels“, die auch von der Jury hochgelobt wurde.
Monique Schwitter, ebenfalls mit großer Anerkennung der Jury, mit einem Kapitel ihres Romans „Eins im Andern“.
Beide Romane habe ich hier und hier auf meiner Seite besprochen.

Sehr schade empfinde ich es, dass Teresa Präauers witzig skurrile Geschichte „Oh, Schimmi“, wunderbar vorgetragen, so unglücklich „durchgerutscht“ ist bei den Abstimmungen der Jury.
Jürg Halter (mir auch eher als Lyriker bekannt), der „Quotenmann“ sozusagen, hat bei mir mit seinem Text „Erwachen im 21. Jahrhundert“ keine sonderliche Begeisterung hervorgerufen.
Und Ronja von Rönnes Geschichte ist, wie ich finde kein ausgereifter Text für einen Bachmannwettbewerb.

Mit einem informativen Vorwort von Hubert Winkels, der auch Jury-Vorsitzender war und der Eröffnungsrede von Ehemals-Preisträger Peter Wawerzinek, einigen Presseberichten zur Veranstaltung und Kurzbiografien der Autoren bietet es einen übersichtlichen Rückblick auf das Wettlesen am Wörthersee – „Germanistenporno“ nannte es Nora Gomringer später in einem Interview. Wie auch immer man dazu steht, ich finde jede Veranstaltung, die dazu beiträgt, Literatur und Autoren bekannter zu machen und den Lesern näher zu bringen, wichtig.
Bis zum nächsten Jahr in Klagenfurt… in Erinnerung an Ingeborg Bachmann!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s