Lyrik von JETZT 3 Babelsprech Wallstein Verlag

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Lyrik lebt!
Gerade ist der Band Lyrik von Jetzt 3 erschienen. Die ersten beiden Bände wurden 2003 und 2006 von Björn Kuhligk und Jan Wagner herausgegeben. Nun gibt es ein neues Konzept, nun sind es drei Herausgeber, Max Czollek aus Deutschland, Robert Prosser aus Österreich und Michael Fehr aus der Schweiz, die hier junge deutschprachige Lyrikstimmen  unter dem Namen Babelsprech versammeln. Babelsprech.org gibt es schon seit 2013, es wurde als Projekt zur Vernetzung junger Lyriker gegründet. Die Anthologie in Buchform ist im Wallstein Verlag erschienen.

Wieder hat eine ähnliche Debatte unter Lyrikern im Netz begonnen, wie es beim „Jahrbuch der Lyrik“ der Fall war. Kanon hin oder her, Altersbegrenzung ja oder nein, politisches oder Naturgedicht… In einer Anthologie werden immer Namen fehlen, die dafür vielleicht in einer anderen vorhanden sind. Ob es nun die „wichtigsten“ oder wichtige Stimmen der jungen deutschsprachigen Lyrik sind, ich freue mich über jede Anthologie, die versucht, gute Lyrik zum Leser zu bringen. Der darf dann selbst entscheiden, was er wichtig findet.

Wie hat sich Lyrik in den letzten Jahren verändert, in welche Richtung entwickelt?
Es ist eine für mein Empfinden gelungene Auswahl, die einen spannenden Einblick in die Vielfalt der lyrischen Möglichkeiten bietet. Es lohnt sich in diesen Band einzutauchen,
Ich bin leidenschaftliche Lyrikleserin, bin allerdings wenig geneigt, allzu viel poetologisch zu hinterfragen, zu interpretieren.
Lyrik braucht Zeit beim Lesen. Gedichte muss jeder für sich selbst (er)finden. Meine Auswahl (siehe unten) ist  also eine rein subjektive. Ich empfehle jedem Leser sich auf das Abenteuer Lyrik einzulassen! „Lyrik von Jetzt“ bietet dafür eine wunderbare Gelegenheit!

Von Jedem/r sind mehrere Gedichte abgedruckt, so dass sich ein guter Einblick in die Ausdrucksart und -form jedes/r Einzelnen bietet. Überrascht hat mich, wie viele blockartige Texte es gibt, die eher an Kurzprosa als an Lyrik denken lassen (Ist das der neue Trend?). Jedoch gibt es auch Gedichte, die sich aus der Form lösen – fliegende Verse und auch Wortcollagen.
Ich bin schon auf den ersten Seiten fündig geworden. Für mich sind die Gedichte von Anja Kampmann ein großer Einstieg gewesen (und bleiben wohl auch meine Favoriten).
Ebenso wie Marina Skalovas kurze sehr ausdrucksstarke Texte, z.B.:

„was bleibt

der bach, die erde
die hölzernen wände

das weiß, zwischen den worten“

Da ich ein Faible für Collagen habe mag ich auch die Arbeiten von Mónika Koncz. Schöne Entdeckungen waren die Gedichte von Iris Blauensteiner, Elisabeth Steinlechner, Rike Scheffler, Sascha Garzetti, Moritz Gause und Alexander Makowka.

Das Buch wurde kürzlich in der Literaturwerkstatt Berlin vorgestellt und reist mit weiteren Lesungen durch die Lande:
http://www.wallstein-verlag.de/9783835317390-lyrik-von-jetzt-3.html

Alle Autoren sind übrigens unter 35 Jahren.
Hier sind alle 84 namentlich genannt:

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