Bücher aus unabhängigen Verlagen: Indie-Books als Alternative – Teil 1 Prosa

Gerade aktuell scheint sich durch eine Gesetzesänderung die finanzielle Lage vieler kleinerer Verlage zu verschlechtern: Die VG Wort darf Einnahmen aus Urheberrechten nicht mehr auch an Verlage auszahlen, sondern nur noch an Autoren – ein zweischneidiges Schwert.

Die Bloggerinitiative „we read indie“ und die Kurt-Wolff-Stiftung machten aufmerksam, wie schwierig es nun für manche unabhängige Verlage werden könnte und riefen zur Unterstützung auf.

Die unabhängigen Verlage, sprich Indie-Verlage, bieten eine bunte Buchvielfalt: Es lohnt sich sie zu entdecken. Man erkennt sie meist schon an der außergewöhnlichen Aufmachung und an der liebevollen Gestaltung. Sie überraschen mit noch unbekannten neuen Autoren oder haben sich den Wiederentdeckungen verschrieben oder füllen bestimmte Nischen.

Meine Empfehlungen seht ihr hier, der Link führt jeweils zur Besprechung:

J. J. Voskuils „Büro“ ist mein aktuelles Leseprojekt. Der Holländer hat einen Zyklus von vielen 1000 Seiten über sein Arbeitsleben im Büro eines wissenschaftlichen Instituts geschrieben. Eine Besprechung folgt nach Lektüre. Alle Bände erscheinen im Verbrecher Verlag,  Berlin.

Julia Decks „Winterdreieck“ erschien im Wagenbach Verlag, Berlin. Es ist eine hinreißende Geschichte, so verrückt wie manch französischer Film.

Shumona Sinha hat sich in ihrem Roman „Erschlagt die Armen“ ein brisantes Thema vorgenommen. Erschienen ist das Buch in der Edition Nautilus, Hamburg.

Im Weidle Verlag, Bonn erschien kürzlich eine wunderbare Novelle, in der sich alles um Kunst dreht: Joost Zwagermans „Duell“.

Der Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main bringt das Gesamtwerk des großen Erzählers Peter Kurzeck heraus. „Bis er kommt“ ist ein Band aus dem Nachlaß.

In Amalie Skrams Roman „Professor Hieronimus“ erlebt der Leser, wie eine Künstlerin in der Psychiatrie fast wirklich verrückt wird. Eine Entdeckung des kleinen Guggolz Verlags, Berlin, der sich fast vergessenen Autoren widmet.

Der Steidl Verlag, Göttingen bringt nicht nur qualitativ hochwertige Bildbände und Kunstbücher heraus, sondern auch eine kleine feine Auswahl an Romanen. Véronique Bizots Buch „Menschenseele“ ist eine schöne Entdeckung.

Im Wallstein Verlag, Göttingen erscheinen die Werke von Christine Lavant, sowohl die Gesammelten Gedichte, als auch ihre Prosa, als letztes der autobiografische Band „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus„.

Eines meiner Herzensbücher ist „Gehen oder die Kunst ein wildes poetisches Leben zu führen“ des Norwegers Tomas Espedal. Seine Bücher in der deutschen Übersetzung erscheinen im Verlag Matthes & Seitz, Berlin.

Der Berenberg Verlag mit Sitz in Berlin bringt ungewöhnliche Sachbücher und Romane heraus. Besonders gefiel mir „Lasst mich da raus“ von Maria Sonia Christoff.

In Kürze folgt Teil 2 des Beitrags über Bücher aus unabhängigen Verlagen. Dieser ist der Lyrik gewidmet, die es ohnehin ein wenig schwerer hat …

Weitere Empfehlungen auf den Blogs von Literaturen, lustauflesen, Sätze & Schätze und Schöne Seiten .

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6 Gedanken zu “Bücher aus unabhängigen Verlagen: Indie-Books als Alternative – Teil 1 Prosa

  1. Ich wollt auch noch meine Indie Books Tipps geben, aber ich kann mich so schwer entscheiden, es gibt so viele tolle Bücher. Ich mag sogar die kleinen Verlage viel lieber, als die Großen, weil es hier meist viel interessantere Bücher gibt. Auf deinen Lyrik Beitrag bin ich besonders gespannt, denn in das Thema Lyrik taste ich mich gerade hinein, aber bisher habe ich keinen Überblick. Außerdem finde ich die deutsche Lyrik meist etwas seltsam, weshalb ich jetzt erstmal auf Englisch angefangen habe und mich auf Deutsch erstmal dem Vertrauen und Bekannten wie Rilke, Bachmann etc. widme. Außerdem wollt ich mir noch eine Gedichtsammlung vom Expressionismus bestellen, da dies derzeit meine Lieblings-Epoche ist.

    Liebe Grüße, Anja

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Anja,

      Ich kann die Sammlung „Menschheitsdämmerung“ empfehlen und natürlich Gottfried Benn, aber das sind auch alles eher düstere Sachen.
      Auf meinem Blog wirst du meist eher „schwere“ Bücher finden, ich mag keine „Heile-Welt“-Bücher. Das Leben ist so nicht. Aber es gibt schon Autoren, die auch dem dunklen eine andere Seite geben können, dass ist eine große Kunst, finde ich.
      Mein Lyrik-Beitrag kommt vermutlich Anfang nächster Woche. Für Lyrik braucht es in jedem Fall Zeit ,,,
      Viele Grüße

      Gefällt 1 Person

      • Ohja, die schönen Seiten kommen in der Dunkelheit natürlich erst richtig zum Leuchten. Ich liebe deinen Blogtitel. Er ist meinem ja eigentlich ganz Ähnlich. Ich denke schon, wir verfolgen ungefähr eine ähnliche Richtung und Leidenschaft. Ich mag das auch. Ich lese auch gerne „schwere“ Sachen. Allerdings mag ich es nicht, wenn es dann nur schwer ist, es sollte schon auch diese Schönheit dabei sein. Und es sollte nicht abdriften in den Hass oder in Vorurteile. Und das ist derzeit leider sehr populär.
        Darum mag ich den Expressionismus, die Sprache, die Kritik, das Düstere, aber auch dieses wahnsinnige Gefühl und die Kraft die da drinnen steckt. Die Themen sind vielleicht nicht „schön“, aber es hat etwas ganz Besonderes an sich. Aber dann auch zur Abwechslung Bücher, die von Liebe und Licht handeln und weniger von Dunkelheit. Ich mag diese Richtung, wo Menschen ihre eigene Kraft und Leidenschaft entdecken, denn ich denke dass so viel mehr in uns allen steckt.

        Liebe Grüße, Anja

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