Lyrik leuchtet 2016 – meine sieben Liebsten und eine feine Dreingabe

Lyrik lesen lohnt!

Hier sind meine diesjährigen Lyrik-Lieblinge:
Allen voran die Anthologie „Mein durstiges Wort gegen die flüchtige Liebe“ aus dem wunderbaren Elif Verlag von Dinçer Güçyeter, der auch selbst Dichter ist: Ein klein wenig Eigenwerbung, da ich selbst mit drei Gedichten darin vertreten bin.

Granaz Moussavi ist eine Lyrikerin aus dem Iran. sie darf in ihrer Heimat derzeit nicht veröffentlichen, da ihre sprachmächtigen Gedichte überwiegend zeitkritisch und politisch sind. „Gesänge einer verbotenen Frau“ ist meine schönste Lyrikentdeckung in diesem Jahr.

Weiter geht es nach Norden: gleich zwei norwegische Lyrikbände haben es mir sehr angetan: Zum einen „Die Lippen verlangen nach Ocker“ von Kjartan Hatloy (dem Onkel von Karl Ove Knausgard) aus der edition offenes feld und der einzigartig gestaltete zweisprachige Lyrikband „Diese unerklärliche Stille“ vom großen Jon Fosse.

Der Gedichtbände mit den längsten Titeln dieses Jahres kommen von Ulrike Almut Sandig und Carl Christian Elze, wobei Sandig mich in „ich bin ein Feld voller Raps, verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt“ mit ihren „Märchengedichten“ beeindruckte und Elze in „diese kleinen, in der luft hängenden, bergpredigenden gebilde“ für mich das schönste Liebesgedicht der Welt geschrieben hat.

Kerstin Beckers neuer Lyrikband „Biestmilch“ ist geprägt von Kindheitserinnerungen auf dem Land und Hendrik Rost kreiert in seinen Versen aus Alltäglichem ein „Liebesleben der Stimmen“.

Mir fällt auf, dass die meisten Gedichtbände inzwischen aus kleinen unabhängigen Verlagen kommen. Das zeigt einmal mehr, wie engagiert gerade diese Verleger sind. Denn die meisten großen Publikumsverlage haben ihr Lyrikprogramm stark reduziert, wenn nicht gar abgeschafft. Ein Danke an alle Verleger, die sich Lyrik trauen, durch sie bleibt die Vielfalt in der Literatur erhalten.

#Elif Verlag, Leipziger Literaturverlag, edition offenes feld, Kleinheinrich Verlag, Schöffling Verlag, Verlagshaus Berlin, Edition Azur, Wallstein Verlag

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3 Gedanken zu “Lyrik leuchtet 2016 – meine sieben Liebsten und eine feine Dreingabe

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