Buchkunst aus der Büchergilde/Edition Büchergilde Teil 1 / 2001-2006

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Beim Durchstöbern meines Buchregals war ich erstaunt, welch schöne Ausgaben der Büchergilde ich besitze. Es sind die wundervoll gestalteten, illustrierten Bände, die mich nicht nur inhaltlich, sondern eben auch künstlerisch ansprechen, ja manchmal auch für meine eigene Arbeit inspirieren. Ich kann die Bände jedem Bibliophilen nur empfehlen. 5 Bände, fast alles Klassiker, stelle ich hier chronologisch nach dem Erscheinungsdatum kurz vor, 4 weitere folgen in Kürze.

 

„Stille Tage von Clichy“ von Henry Miller ist sehr bekannt. Die drei Erzählungen in diesem Band entstanden Ende der dreißiger Jahre in Paris, wurden aber später stark überarbeitet. Erstmals erschienen sie in Frankreich, durften aber in den USA aufgrund der freizügigen Sexszenen nicht veröffentlicht werden. Es sind raue Geschichten, in denen sexuelle Ausschweifungen im Vordergrund stehen. Der Künstler Helge Leiberg hat die Illustrationen dazu gemacht. Es herrschen kräftige Farben vor und Bilder, die in ihrer reduzierten Art hervorragend zum Buch passen.
Das Buch wurde 2001 in der Büchergilde veröffentlicht ist aber leider nur noch antiquarisch zu erhalten.

 

 

„Babettes Fest“ von Tania Blixen ist eine faszinierende Geschichte um eine als Köchin bei einem ältlichen, strengen, karg lebenden Geschwisterpaar angestellte Frau. Keiner im Dorf kennt ihre Vergangenheit. Erst als Babette eines Tages bei einer Lotterie gewinnt und aus Paris auserlesene Zutaten für ein großes Festessen kommen lässt, stellt sich heraus, was wirklich hinter Babettes Kochkünsten steckt, ja, wer sie wirklich ist. Der Band erschien 2003 und wurde von der Illustratorin Nanna Max Vonessamieh mit feinen schwarz/weiß-Zeichnungen ausgestattet. Er ist nur noch antiquarisch erhältlich.

 

 

„Bartleby, der Schreiber“ von Herman Melville ist ein herrliches Buch um einen widerständigen Menschen, der irgendwann nach ewigen Routinetätigkeiten nicht mehr arbeiten will und stattdessen nur ganz schlicht zu seinen Vorgesetzten im Büro sagt: „I would prefer not to“  also „Ich möchte lieber nicht“. Ich liebe diese Geschichte, auch wenn sie nicht besonders gut für den Schreiber endet. Sie ist sehr kurz, auch düster, für mich jedoch sehr ausdrucksstark. Der Band erschien 2004 und ist nur noch antiquarisch
erhältlich.

 

 

„Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun ist ein so wunderbares Buch, dass es überrascht, dass es sogar noch schöner illustriert werden kann. Die Ausgabe ist mit überwiegend schwarz/weiß bzw. sepiafarbenen leicht verschwommenen Bildern versehen. Wenige Farbpunkte setzt die Illustratorin Gerda Raidt zwischen die digital bearbeiteten Bleistiftzeichnungen. Keun erzählt von einer jungen Frau, die in die Glamourwelt Berlins in den 30er Jahren eintaucht, die nicht mehr nur „Tippse“ sein will, sonder ein „Glanz“. Das das nicht so einfach ist schildert Keun in ihrem unverwechselbaren Ton. Große Empfehlung! Die Ausgabe erschien 2006 und ist leider nur noch antiquarisch erhältlich.

 

 

Mit „Augen in der Großstadt“ von Kurt Tucholsky bleiben wir in Berlin, sogar in etwa zur gleichen Zeit. Dieser Band versammelt Gedichte und Prosa und schafft einen schönen Überblick über Tucholskys umfangreiches Werk. Herausgeber ist Ingmar Weber. Die farbigen ausdrucksstarken Illustrationen von Hans Ticha passen stimmig zum Inhalt und verstärken diesen. Das Buch erschien 2006 und ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Teil 2 folgt in Kürze.

Hier gehts zur Büchergilde: http://edition-buechergilde.de/programm/

 

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8 Gedanken zu “Buchkunst aus der Büchergilde/Edition Büchergilde Teil 1 / 2001-2006

    • Ich mag sowas. In Teil 2 kommen dann auch noch lieferbare Titel dazu. Klassiker neu illustriert oder künstlerisch arrangiert. Begeistert mich und inspiriert mich auch für meine kleinen Künstlereien. Gerade sind ja auch wieder „Die schönsten deutschen Bücher“ von der Stiftung Buchkunst gekürt worden.
      Viele Grüße!

      Gefällt 1 Person

  1. Hallo Marina,
    die Büchergilde muss ich irgendwann einmal auch in den Blickpunkt rücken. Obwohl mancherorts die Gestaltung kontrovers diskutiert wird, bin ich der Meinung, dass die sich wenigstens seit Jahren was trauen und aus dem Einheitsbrei der Buchgestaltung ausbrechen. Habe auch schon ein paar Schätze zu Hause (ich sag nur Tschick 😉) und auch das Neue, welches ein Werk von Fontane ziemlich gut in Szene setzt, spricht wieder an. Bin schon auf Teil 2 von deiner Vorstellung gespannt.

    Gefällt 1 Person

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