Maarja Kangros „Kind aus Glas“

Ich habe auf dem feinen Blog ReadOst einen sehr starken, hoch intelligenten Roman vorgestellt:

von Marina Büttner (literaturleuchtet)

„Die Schmerzhaftigkeit des Lebensbeginns und meistens auch die des Endes zeigt schon an sich, dass die Welt als Ingenieursarbeit misslungen war.“

Maarja Kangros Roman „Kind aus Glas“ (Kommode Verlag) ist ein Roman zu einem höchst sensiblen Thema, das immer wieder von Schriftstellerinnen oder auch Filmemacherinnen bearbeitet wird. Es geht um die Frage, wie entscheide ich mich, wenn meinem ungeborenen Kind etwas fehlt. Wie entscheide ich mich, wenn es ein lange herbeigesehntes Wesen ist, das nur wenige Wochen gesund im eigenen Körper gedeihen durfte und dem dann plötzlich etwas fehlt?

Es ist eine lang schon gewünschte Schwangerschaft, nach unzähligen Versuchen der künstlichen Befruchtung ist es gelungen. Die Frau, 41, die sich unermesslich darauf freut, hört bei einer Ultraschalluntersuchung plötzlich: Etwas stimmt nicht. Der Fötus habe keine Schädeldecke, das bereits angelegte Gehirn wird vom Fruchtwasser weggespült werden: Akranie und Anenzephalie heißt die offizielle Diagnose.

„Pfuscht man respektlos im…

Ursprünglichen Post anzeigen 525 weitere Wörter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s