Leipziger Buchmesse 2019: Gastland Tschechien

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Die Leipziger Buchmesse wendet sich bei der Suche nach einem Gastland häufig nach Osteuropa, was mir sehr gefällt. Ich finde es ganz wunderbar als Anregung ein Land literarisch zu bereisen. Nach Rumänien ist es nun Tschechien, das mit überraschenden Autor/innen und deren Übersetzungen aufwartet. Es gibt einiges zu entdecken.

Recht bekannt ist der Autor Jaroslav Rudiš, der in diesem Frühjahr seinen neuen Roman „Winterbergs letzte Reise“ veröffentlicht hat. Es ist das erste Buch, dass der 1972 in Turnov geborene Autor in Deutsch verfasst hat und ist der letzten „Überfahrt“ gewidmet, ist eine besondere Art Roadmovie. Er ist damit nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse. Eine ausführliche Besprechung dazu folgt.


Große Entdeckungen sind für mich die beiden Autorinnen Radka Denemarková, die in ihrem neuen Roman das Thema Vergewaltigung in intensiver, ungewöhnlicher Weise beleuchtet, und Tereza Semotamová, deren Roman im Schrank spielt, den die Hauptfigur sich als neuen Wohnsitz auserkoren hat. In Bälde werde ich die beiden neuen Romane „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ aus dem Hoffmann & Campe Verlag und „Im Schrank“, erschienen bei Voland & Quist, noch ausführlich auf dem Blog vorstellen.
Ebenfalls beachtenswert ist die Literatur von Kateřina Tučková, deren neuer Roman „Gerta. Das deutsche Mädchen“  (Klak Verlag) in die deutsch-tschechische Geschichte eintaucht (weitere Titel siehe Foto unten) und Marek Šindelkas psychedelisch-experimenteller Roman „Der Fehler“, erschienen im Residenz Verlag.


In der Lyrik fiel mir vor allem Jan Skácel mit seinem im Wallstein Verlag erschienenen Sammelband „Für alle die im Herzen barfuß sind“ auf und im kleinen Verlag Edition Korrespondenzen Ivan Blatnys starke Gedichte, die meist in einer psychiatrischen Klinik  in England geschrieben wurden und die es zu entdecken gilt. „Alte Wohnsitze“ und „Hilfsschule Bixley“ heißen die beiden lieferbaren Bände.


Die in Prag geborene, in Aachen lebende Lyrikerin Klara Hurkova schreibt und malt. Ihre Gedichte weiß ich zu schätzen. Eines davon, „Atlantis heute“, durfte ich für fixpoetry  für den poetryletter illustrieren. Klara schreibt auf Tschechisch und Deutsch, übersetzt, und ist Herausgeberin zweier tschechisch/deutscher Lyrikanthologien.

In der Edition Azur erscheint der Gedichtband „Irgendwohin nach Haus“ von Petr Hruška. Und im Klak-Verlag erscheint mit „Die Weltuhr“  Lyrik von Sylva Fischerová. Und auch im Wunderhorn Verlag gibt es wieder aus der Reihe VERSschmuggel eine Anthologie in lyrischer deutsch/tschechischer Zusammenarbeit.           

Weiterhin hat der kleine Lyrikverlag hochroth neue Bändchen von jungen tschechischen Lyriker/innen herausgegeben: „Geheimes Leben“ von Milan Děžinský, „Astronauten“ von Jan Těsnohlídek, „Porträts“ von Olga Stehlíková und „Ohne Option“ von Natálie Paterová. (siehe auch hochroth Verlag edition OstroVers).

Einen sehr umfassenden Überblick über die Neuerscheinungen bietet die offizielle Seite Leipzig 2019 Tschechien Ahoj: http://ahojleipzig2019.de/de

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8 Gedanken zu “Leipziger Buchmesse 2019: Gastland Tschechien

  1. Danke für diese sehr schöne Zusammenstellung. Im Lesekreis werden wir „Gerta“ lesen und besprechen. Ich bin sehr gespannt Auf meinem Stapel liegt Topols neuer Roman bereit. „Ein herrlicher Flecken Erde“ steht schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste. Viele Grüße

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  2. Ich habe deinen Literaturblog erst kürzlich entdeckt und freue mich über so viele interessante Buchtipps… Aus dieser Liste ist mir bisher nur Jan Skácel bekannt – durch Reiner Kunzes Essays über ihn und seine Übersetzungen bzw. Nachdichtungen ins Deutsche. Den Sammelband merke ich mir jedenfalls vor…

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    • Liebe Friederike,
      das freut mich, dass mein Blog immer wieder neue Leser findet. Ich bespreche auch immer mal wieder Lyrikbände. Habe gesehen, du schreibst auch an einem eigenen Band. Da ist Lyrik lesen große Inspiration …
      Viele Grüße!

      Liken

      • Liebe Marina, absolut, ohne das Lesen von Lyrik würde bei mir auch kaum ein Vers fließen. So gehen bei mir intensive Lesephasen fast immer einher mit höherer Produktivität im Schreiben… freue mich also auf weitere Besprechungen von dir und werde auch die zurückliegenden Rezensionen durchforsten. Viele Grüße aus Paris
        Friederike

        Gefällt 1 Person

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