Dirk Brauns: Die Unscheinbaren Galiani Verlag

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Allein dass dieser Beitrag kein einziges Zitat enthält, weißt schon darauf hin, dass das Buch mich überwiegend enttäuscht hat. Mich wundert auch, dass die Rezensionen, aufgrund derer ich mich für diesen Roman interessierte, alle so durchweg positiv sind. Was man dem Roman zugute halten kann, ist, dass die Thematik nicht allzu oft in der zeitgenössischen Literatur vertreten ist. Dennoch hatte ich mehr erwartet. Der Roman ist leicht zu lesen, hat aber sprachlich absolut keine Highlights und selbst die Geschichte, die so spannend hätte werden können, plätschert eher so dahin …

Es ist eine Spionagegeschichte in Deutschland, die teils biografisch aus der Sicht des Vaters von Dirk Brauns erzählt wird. Dessen Eltern, also die Großeltern des Autors wurden 1965 in ihrem Haus in Blankenburg, Ostberlin wegen Spionage für den Bundesnachrichtendienst, also für den Westen, verhaftet. Der in Westberlin lebende Schwager hatte die beiden angeworben, für den BND zu arbeiten und war Verbindungsmann. Lange Zeit wusste der Hauptprotagonist, der zur Zeit der Verhaftung 18 Jahre alt war, nichts von den Umtrieben seiner Eltern, er wunderte sich nur manchmal über den materiellen Überfluß, wie Haus, Auto, Fernseher und Westpakete. Letztlich haben sie ihm jedoch das Leben zur Hölle gemacht. Als Spitzelkind wurde er beinahe überall gemieden. Wie die Eltern, die lange in Haft waren, durfte er später in den Westen ausreisen. Zurück blieb die geliebte Freundin Angelika und das Haus, welches, wie sich später herausstellt, ausgerechnet an einen Stasispitzel verkauft wurde.

Erzählt wird die Geschichte 50 Jahre später in Rückblenden. Der Protagonist arbeitete im Westen neben seiner offiziellen Tätigkeit als Tierarzt, schließlich selbst für den BND, was verwundert. Als Chemiker wird er angeworben, um Terroranschläge mit Nervengasen zu verhindern. Als der 68-jährige überlegt, die Tierarztpraxis aufzugeben, wirft ihn eine Interview-Anfrage aus dem Berliner Spionagemuseum, in dem er über seine Sicht auf die Eltern berichten soll, weit zurück in die Vergangenheit. Bei seinen Recherchen findet er neue Erkenntnisse, auch seiner Jugendliebe Angelika begegnet er wieder und selbst seine betagte forsche Mutter erzählt ihm vor ihrem Tod lang gehütete Geheimnisse. Leider wird die Geschichte, die so viel Potenzial hat, wenig spannend auserzählt, eher sehr vorhersehbar.

Mehr gibt es zum Buch leider nicht zu sagen. Empfehlen kann ich es nur denjenigen, die sich für Spionage im Kalten Krieg interessieren, dabei eher plotorientiert lesen und eher keinen hohen Anspruch an die Sprache haben.

Der Roman erschien im Galiani Verlag. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

 

 

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