Longlist Deutscher Buchpreis 2020: Was ich bereits gelesen habe und noch lesen werde

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Immer wieder eine Überraschung: die Nominierungen der Longlist

Fünf Bücher der Longlist habe ich bereits gelesen, drei davon bereits besprochen. Vier weitere liegen bereits hier und warten aufs Gelesenwerden.

Das sieht so aus:

Valerie Fritsch hat mich mit „Herzklappen von Johnson & Johnson“ wieder über die Maßen begeistert. Lange hat es gedauert bis der Nachfolger von „Winters Garten“ erschien, aber das Warten hat sich gelohnt: ihre Sprache kann zaubern und ruft unglaublich starke Bilder hervor. Eine Geschichte, wie aus einer anderen Zeit. Meine Favoritin bisher!

Birgit Birnbachers Lesung beim Bachmannpreis 2019 hat mir sehr gefallen. Der Roman „Ich an meiner Seite“, in der es um einen jungen Mann geht, der es schwer hat nach einer Haftstrafe wieder ins „echte“ Leben zu finden, gefiel mir gut, aber nicht so gut wie der Preistext und so finde ich es durchaus bemerkenswert, dass sie es auf die Longlist geschafft hat.

In Bov Bjergs Roman „Serpentinen“ taucht man tief in eine Vater-Sohn-Geschichte ein, die durchaus traurig ist, vor allem weil sie sich scheinbar aus der Familiengeschichte her ableitet und doch irgendwie voller Hoffnung. Sehr ausdruckstark!

Außenseiter – Spitzenreiter:

Goldene Jahre

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Gelesen, aber noch nicht besprochen habe ich Arno Camenischs Roman „Goldene Jahre“ aus dem Schweizer Urs Engeler Verlag und Jens Wonnebergers „Mission Pflaumenbaum“ aus dem österreichischen Müry Salzmann Verlag. Nie hätte ich geglaubt, dass diese beiden auf der Longlist landen. Von beiden Autoren kenne ich Vorgängerromane, deren Besprechungen ich hier und hier verlinkt habe.
Arno Camenisch ist als Autor eines kleinen Schweizer Verlags ein echter Außenseiter auf der Liste. Mich freut es ungemein, denn ich mag seine Bücher sehr. Sein humorvoller Blick auf alte gewachsene Traditionen und die teils für Großstädter wie mich exotischen Schweizer Begriffe, aber auch die Tiefe, die hinter jeder seiner Geschichten steckt, machen seine schmalen Bände lesenswert. In „Goldene Jahre“ geht es um die zwei urigen Besitzerinnen eines Kiosk mit Tankzapfsäule in einem Schweizer Bergdorf, die sich an früher erinnern. Unbedingte Empfehlung!
Jens Wonneberger ist als Dresdner Autor in einem österreichischen Verlag leider auch eher unbekannt, was bedauerlich ist. Denn ich kann ihn mit seinen ebenfalls schmalen Romanen, die immer eine bestimmte Melancholie ausstrahlen, aber dennoch mit Humor und Tiefe ausgestattet sind, sehr empfehlen. In „Mission Pflaumenbaum“ geht es um eine Vater-Tochter-Geschichte, die allerdings auch aktuelle Akzente setzt, denn sie spielt in einem Dorf in der sächsischen Provinz, wo sich mitunter Anwohner durch Zuzügler gestört fühlen.

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Die vier noch zu lesenden, die ich schon länger im Auge habe, sind:

Robert Seethalers kurzer Roman „Der letzte Satz“ über Gustav Mahler, zu dem ich mittlerweile schon die unterschiedlichsten Meinungen gehört habe und bei dem es mich in der Tat auch ein wenig wundert, dass er auf der Longlist gelandet ist.
Thomas Hettches Roman „Herzfaden“ über die Familie Oehmichen und die Entstehung der Augsburger Puppenkiste ist als Fan der Puppenkiste natürlich ein Muss.
Deniz Ohdes Debütroman „Streulicht“ interessiert mich aufgrund der Thematik: es geht um eine junge Frau, die sich aus der Arbeiterklasse, aus eher unterer Gesellschaftsschicht nach oben „arbeitet“ und mit welchen Vorurteilen sie leben muss.
Ebenfalls ein Debüt ist Stephan Roiss Roman mit dem komplizierten Titel „Triceratops“. Hier geht es um eine düstere melancholische Familiengeschichte, die sprachlich sehr beeindruckend sein soll.
Von diesen Titeln erscheinen nach Lektüre noch ausführliche Besprechungen.

Ob ich sonst noch etwas von der Liste lese, entscheide ich nach Laune und nach Lektüre der Leseproben. Habt ihr Empfehlungen?

9 Gedanken zu “Longlist Deutscher Buchpreis 2020: Was ich bereits gelesen habe und noch lesen werde

  1. Ist eine schöne Liste, hat mich gewundert, daß ich drei der Bücher schon gelesen habe und einge auch von den O-Tönen kannte, denn wegen Corona hinkt man ja ein wenig nach, ein paar unbekannte Bücher, auf die ich jetzt sehr neugierig bin, waren auch dabei.
    Und „Triceratops“ x https://literaturgefluester.wordpress.com/2020/08/17/triceratops/,kann ich sehr empfehlen, das ist meiner Meinung nach ein wirklich gutes Buch, das mich mehr als „Monster wie wir“ beeindruckt hat.
    Ich mache mich jetzt wieder an das Bucpreislesen, der österr. Buchpreis kommt ja auch bald dazu, freue mich auf das Lesen, vielleicht hören wir etwas voneinander oder über unsere Eindrücke!
    https://literaturgefluester.wordpress.com/2020/08/18/die-neue-deutsche-buchpreisliste-2/

    Gefällt 1 Person

  2. Ich möchte noch gern „Herzfaden“ lesen und besprechen, weil ich als Kind ein Fan der Augsburger Puppenkiste war. „Der letzte Satz“ von Robert Seethaler fand ich nicht wirklich überzeugend (siehe die Besprechung auf meinem Blog). Vielleicht lese ich auch noch „Triceratops“ oder „Bis wieder einer weint“ – beide Bücher fand ich thematisch ansprechend.

    Gefällt 1 Person

    • Triceratops fand ich absolut gelungen. Besprechung kommt bald. Und Hettche steht auch bei mir noch an. Bei Seethaler habe ich mich entschieden, keine Besprechung zu schreiben, weil er mir wirklich zu nichtssagend und gefällig war.
      Viele Grüße!

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