Ambra Durante: Black Box Blues Wallstein Verlag

„Black Box Blues“ von Ambra Durante ist eine Art Graphic Novel. Schon aus dem Titel heraus kann man ahnen, dass es hier um Depressionen geht. Doch nicht nur das. Der 19-jährigen jungen Frau, die ihre jugendliche Heldin sich selbst und ihr Leben zeichnen lässt, die diversen Abstürze und Dunkelheiten, aber auch das Licht zeigt, das ab und an durchscheint, geht es auch darum, wie schwierig es heute ist erwachsen zu werden. Der, durch die bunte social media Welt vorgegebenen tollen Dauerstimmung kann jemand, der unter Depressionen leidet nicht standhalten. Das drohende Scheitern schwebt immer darüber, das Gefühl, es nicht so gut zu können, wie die anderen. Tröstlich für die Heldin ist der „Klub 27“: diverse Musiker*innen (wie Amy Winehouse, Curt Cobain), die bereits mit 27 den Tod fanden und womöglich mit ähnlichen Dunkelheiten zu kämpfen hatten. Musik machen ist somit auch eine Option, mit der Verlorenheit umzugehen. Mit den diversen Therapeuten ist es schwieriger. Mehr Licht bringt da das Zeichnen. So kann der schwarze Block, der scheinbar immer da ist, zumindest ab und an verkleinert werden. Familie und Freunde sind auch in den dunkeln Phasen von unschätzbarem Wert.

Die Zeichnungen sind comicartig, durchgehend in schwarz/weiß gehalten und oft sehr ausdrucksstark. Mir scheint das Buch allerdings eher für Jugendliche und junge Erwachsene geeignet und vielleicht auch eher für Außenstehende, die gerne einen Einblick in die Krankheit, die das Leben wirklich arg verändert, bekommen möchten. Betroffene werden sich sicher auch wiederfinden und vielleicht wird irgendwo ein kreativer Raum eröffnet. Dann wäre schon viel gewonnen. Mehr Worte möchte ich über das Buch nicht verlieren, denn es wirkt allein durch seine Bilder.

Ergänzend gibt hier es ein aufschlussreiches Interview mit der 19-jährigen Autorin, die in Berlin und Mecklenburg Vorpommern lebt: https://www.ndr.de/…/Black-Box-Blues-Graphic-Novel-ueber-De…

Das Buch erschien im Wallstein Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

 

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