Clarice Lispector: Ich und Jimmy Manesse Verlag

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Clarice Lispectors Erzählungen mit dem Titel Ich und Jimmy“, nach der ersten Geschichte im Buch benannt, ist als Manesse-Ausgabe eine besondere Augenweide. Lispector wurde 1920 in der Ukraine geboren und kam auf der Flucht vor Progromen mit den Eltern nach Brasilien. Sie studierte Jura und arbeitete als Journalistin. Mit nur 23 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Nahe dem wilden Herzen“, der aufgrund seiner Erzählart ein Sensationserfolg wurde. Sie heiratete einen Diplomaten mit dem sie auch nach Europa und in die USA ging. Später lebte sie in Rio de Janeiro von ihren Büchern und Übersetzungen.

Lispector hat eine besondere Art das Wesentliche zunächst vollkommen verschleiert auf den Punkt zu bringen. In ihren Geschichten geht es hauptsächlich um die Rolle der Frau. Fast immer sind Frauen die Heldinnen, nicht immer wirken sie auf die Leserin sympathisch, oft skurril und sogar kauzig, zumindest aber eigensinnig. Doch immer werden die dieser Zeit zugrunde liegenden Themen, lange bevor Emanzipation ein Thema war, hervorragend beleuchtet. Bezeichnend ist der dauernde Einblick in die Innenwelten, der einem die Figuren dann doch sehr nahe bringt.

Gleich in der ersten Geschichte „Ich und Jimmy“ zeigt sie den Weg vieler folgender vor. Es geht um Mann und Frau und das Ungleichgewicht, dass zwischen beiden herrscht, wenn es um Rechte und eigene Vorstellungen geht. Die Protagonistin, sie mag um die 16 sein, schlägt den gleichaltrigen Jimmy, mit dem sie zusammen ist, obwohl sie ihn gar nicht leiden kann, mit seinen eigenen Waffen, was das Thema Treue angeht, wobei sie im Denken und mit Worten sehr viel schneller und weiter ist als er. Ein ausgezeichneter Einstieg.
Auch in der nächsten Geschichte „Flucht“ geht es um eine Frau, die eines Morgens beschließt, ihren Mann zu verlassen. Allerdings schafft die Heldin ihre Flucht nur in der Fantasie. Obwohl sie aus ihrem 12 Jahre dauernden Ehealltag ausbricht, kehrt sie doch am selben Abend zurück. Es liegt weniger am Mut, als am mangelnden Budget, dass sie sich wieder „nach Hause“ begibt. Ihr Mann hat letztlich von all dem gar nichts mitbekommen …

Meine liebste Geschichte, obwohl sie sehr kurz ist, heißt „Eine Hoffnung“. Und wer hätte gedacht, dass manche Hoffnungen grün sind und hinter deinem Stuhl an der Wand entlang gehen; ich muss in Zukunft achtsamer sein:

„Hoffnungen sind sehr diskret, normalerweise lassen sie sich direkt auf mir nieder, ohne dass es jemand merkt, und nicht erst an der Wand über meinem Kopf. Ein kleines Gewirr: Aber kein Zweifel, da war sie und hätte dünner und grüner nicht sein können.“

Schön auch die Geschichte vom Seidenäffchen, dass einen sonst langweiligen Tag verschönt:

„Und sie beklagte mit einem unbeholfenen Lächeln, dass sich – wo doch die Tage dahineilten, lauter Neuigkeiten in den Zeitungen und so wenig Neues bei ihr –, dass die Ereignisse so ungünstig zusammengefallen waren: ein Seidenäffchen und ein Beinaheunfall zur selben Stunde.
„Ich wette“, dachte sie, „jetzt passiert ganz lange nichts mehr, ich wette, jetzt kommt die Zeit der mageren Kühe.“ Die ganz allgemein die Ihre war.“

Ob eine Frau ganz still am Fenster dem Regen zusieht oder ein Rosendiebstahl in fremden Gärten zum Genuss wird, Lispectors Geschichten sind sinnlich und ja, auch elegant.

Die letzte und auch eine der längeren Geschichten mit dem Titel „Einen Tag weniger“ bildet einen krönenden Abschluss. Hier lebt eine Frau seit Geburt an im Elternhaus, seit die Eltern gestorben sind mit der ehemaligen Kinderfrau als Gesellschafterin. Als diese 4 Wochen verreist, merkt sie, wie einsam sie eigentlich ist und wie lang sich ihr Tag hinzieht, den sie mit allerlei Ablenkungen zu füllen versucht. Schließlich klingelt sogar das Telefon. Mit großer Hoffnung nimmt sie ab, nur um festzustellen, dass die Anruferin sich verwählt hat und gar nicht sie erreichen wollte. Als sie, recht früh, zu Bett geht, erinnert sie sich an die Schlaftabletten ihrer Mutter. Eigentlich will sich nicht mehr als zwei einnehmen …

Lispectors Erzählungen haben eine ungemeine Tiefe, oft mit doppelten Böden. Sie wagt den Blick ins menschliche Innere und erzählt unverstellt aus dem darin befindlichen Dunklen. Ihre Sprache ist dicht und schön, mitunter schillernd, vielfach überraschend direkt, oft arbeitet sie mit Wortwiederholungen zur Verstärkung, teils mit Metaebenen und surrealistischen Anteilen. Manch banal erscheinende Geschehnisse werden durch besondere Worte oder Wortkombinationen vergoldet. Clarice Lispector ist unbedingt eine Autorin, die es zu entdecken gilt. Dieser wunderschön ausgestattete Erzählband bietet dabei einen guten Einstieg. Ein Leuchten!

Mich haben manche Geschichten in ihrer Seltsamkeit auch an die wunderbaren Erzählungen der Schweizer Schriftstellerin Adelheid Duvanel erinnert. Ihr Buch „Fern von hier“ habe ich bereits auf dem Blog besprochen.

Die Erzählungen wurden aus dem Portugiesischen übersetzt von Luis Ruby. Ein Nachwort von Teresa Präauer ergänzt und informiert. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

#weiterschreiben Das Herz verlässt keinen Ort, an dem es hängt Ullstein Verlag

Inzwischen hat sich dieses bereits am 16.1.19 hier auf dem Blog vorgestellte Projekt ein großes Stück erweitert und feiert gerade 5-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass gibt es noch einmal den Beitrag zum Buch und den Hinweis auf das Hörbuch, welches gerade erschienen ist: Dabei sind Autoren, die von Anfang an dabei waren, wie auch ganz viele neue. Siehe unten.

Hörbuch: Weiter Schreiben – (W)Ortwechseln

Ein wirklich tolles Projekt haben sich die Autorinnen Annika Reich und Lina Muzur ausgedacht und in die Tat umgesetzt. Es begann mit der Idee eine Möglichkeit zu finden für Autorinnen und Autoren aus Krisengebieten und/oder im Exil weiter zu schreiben und auch weiter gelesen zu werden. Daraus entstand im Netz eine Website und nun die gedruckte Anthologie.

Das Buch ist innen viel schöner geworden als das Cover verspricht. Ich bin ziemlich begeistert, dass im Buch nicht nur Texte, sondern auch Kunst, bunt sich ausbreitend, enthalten ist. Es ist auch das, was ich zuerst ansehe. Ich bin mit Bildern vertraut, ich nehme vieles wahr, was dahinter steht. Es sind Fotos, Mixed Media-Arbeiten, Malerei und Tusche, die ich selbst als Material so liebe. Ich gehe mit diesem Buch anders um, lese nicht von vorne nach hinten durch, sondern blättere, lese, blättere, schaue.

Deutschsprachige Autorinnen und Autoren trafen sich, real oder über den Bildschirm, um über ihr Schreiben zu sprechen, zu übersetzen oder einfach der Welt des/der anderen zu begegnen. Ob Annett Gröschner mit Lyrikerin Widad Nabi in die Geschichte ihrer Heimathäuser eintaucht, ob Saša Stanišić über ein Lachen von Salma Salem erleichtert ist oder ob der Journalist und Dichter Ramy Al-Asheq überrascht ist, als die Lyrikerin Monika Rinck, bei ihrem Treffen sofort beginnt sein Gedicht zu übersetzen, alle haben einen stimmigen Umgang miteinander gefunden, alle haben sie mich getroffen, nah am Herzen.

Ich werde nicht viel mehr über das Buch schreiben. Das entscheide ich gerade beim Blättern. Ich werde kurz aufzeigen, was es für mich so wertvoll macht, stärker, als ich vorher dachte. Es erzählt von Menschen, die das tun, was ich auch tue, Schreiben, trotz aller Widrigkeiten, innerer und äußerer. Ob im Innen Krieg herrscht oder im Außen – Schreiben bleibt.

Auszug aus dem Gedicht „Briefe an 14 Gazellen“ von Widad Nabi

„Nachts werde ich alt
heimlich vor der Zeit,
ohne dass mich jemand sieht.
Ich werde hundert Jahre alt.
Die Traurigkeit, die unter meiner Haut wächst,
wird zum Gedicht,
und ich bleibe, wie ich bin,
eine kleine Gazelle im Spiegel der Quelle.

Auszug aus „Das Herz eines Wolfes kochen“ von Rabab Haidar

„Wölfe werden immer nur mit Männern in Verbindung gebracht: Männer essen ihre Herzen und die Wölfe essen ihre. Wölfe werden Männer und verwandeln Männer in Wölfe.
Frauen hingegen werden mit Schlangen, Skorpionen, Eulen, Mäusen, Katzen oder Kaninchen assoziert. Mit Wölfen nicht.
Wie soll ich nur von mir erzählen?“

Auszug aus dem Gedicht „Den Dichtern folgt die Traurigkeit“ von Ramy Al-Asheq 

„Den Dichtern
folgt nur die Traurigkeit

Sie erwacht wie ein Funke an Fingerspitzen
und schläft ein
wischt man eine Träne
fort
mit den Fingerspitzen

Geboren wird sie
unbefleckt
bevor die Sprache sie überfällt
und benennt

Sie tritt ein mit dem Wind
und fährt aus mit der Seele“

Ich lege dieses Buch allen sehr ans Herz. Es ist eine Schatztruhe, eine Wunderlampe, ein Leuchten!

Das Buch erschien im Ullstein Verlag. Alle Beteiligten hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen, sie sind aber im Buch und auf der Verlagsseite zu finden, wo es auch eine Leseprobe gibt. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Der Beitrag erschien zum ersten Mal am 16.1.19.

Meine Liebsten im Jahr 2021 – Teil 1: Roman, Debüt, Erzählung, Buchkunst, Hörbuch

Mein literarischer Jahresrückblick: Es war ein gutes Lesejahr, immerhin …
Mit Überraschungen, wie beispielsweise gleich drei starken Debüts aus dem hohen Norden. Mit wunderbaren Hörbuchstimmen. Und zauberhafter Lyrik. Mit faszinierenden Romanen aus aller Welt und einer deutschen Buchpreisträgerin. Aus unabhängigen und Publikumsverlagen. Von Autoren und Autorinnen, wobei in diesem Jahr die weiblichen Stimmen stark überwiegen, ohne dass ich es bewusst so gewählt hätte.
Ein Überblick über meine diesjährigen Highlights in der Literatur: Mit Klick auf das Bild kommt man zum Blogbeitrag. Teil 2 mit liebsten Lyrikbänden folgt. Viel Freude beim Entdecken!

Romane:

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Romandebüts:

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Erzählungen & Buchkunst:

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Adelheid Duvanel: Fern von hier Limmat Verlag

Adelheid Duvanels „Fern von hier“ kann man eigentlich nur auf dem Silbertablett servieren. Die gesammelten Erzählungen der Schweizerin sind Literatur vom Feinsten. Dieses Buch begleitet mich seit Sommertagen und wird jedenfalls in die Sammlung meiner besten 10 in diesem Jahr aufgenommen. Aufmerksam geworden durch die tolle Besprechung von Michael Krüger in der ZEIT, las ich die Leseprobe und wusste sofort: Das passt zu mir. Das trifft mich. Das trägt mich. Das ist wie für mich geschrieben. Ein Leuchten!

Duvanel stellt die Verlorenen, die Verlierer, die Verschrobenen, die Schrulligen, die Skurrilen, die Verwahrlosten, die Verdrehten und Verlassenen in den Mittelpunkt ihrer Erzählungen. Ich weiß, Erzählungen sind bei vielen Lesern ja nicht so beliebt, aber hier ist es exakt DIE Form, die zum Inhalt passt. Ich konnte das Buch nicht auf einmal durchlesen, das lag zum einen daran, das die Protagonisten in den Geschichten mir so viel zu denken (und zu fühlen) gegeben haben, zum anderen mag man das Buch einfach nicht so schnell beenden, denn man weiß, das ist alles was Duvanel je geschrieben hat.

Gleich in der ersten Geschichte, die „Der Dichter“ heißt, bin ich für diese Schriftstellerin eingenommen:

„Ich versuchte als Kind, mit Hilfe von kleinen Gesten, von andeutenden Worten mit Menschen in Kontakt zu treten, doch sie liebten das Laute, das Deutliche, das ich verabscheute. Sie konnten mich nicht verstehen.“ […] Seit jenem Augenblick frage ich mich, ob nicht Worte über der großen Leere, über den Abgrund, in den mein Leben gefallen ist, eine neue Welt schaffen können.“

Die Helden, ja, es sind alles Helden des (Über-)Lebens, in den Erzählungen fallen aus dem Rahmen. Sie sind ja so unspektakulär, aber faszinierend, sie sind so alltäglich und glitzern schillernd. Adelheid Duvanel muss mit wachem Blick und steter Aufmerksamkeit durch die Welt gegangen sein, dass ihr diese Menschen auffielen. Eigentlich sind sie überall, doch gesehen werden sie kaum. Es sind nicht die Macher, die Lauten, die überall vorne dabei sind. Es sind die Stillen, nach innen Gekehrten. Oft sind es Kinder, die sich ihre eigene Welt erschaffen, weil die reale so unerträglich ist. Es sind Menschen, die nicht immer sympathisch oder schön sind und doch kann man sich mit ihnen identifizieren, denn sie tragen etwas in sich, was manch einer auch kennt: Traurigkeit, Melancholie, Unzufriedenheit, Dunkelheit und das Festhalten am Leben, sei es auch noch so schwer oder prekär.

Es sind oft einzelne Sätze in den nur 1-2, höchstens 3 Seiten langen Geschichten, die so stark sind, dass man sie notieren möchte. Diese einzelnen Sätze tragen oft die Essenz der ganzen Erzählung in sich:

„Hinter der baufälligen Kirche, in der Annas matte Kindersonntage gefangen gehalten wurden, …“

Es ist, als gingen wir durch die Straßen und schauten in die Fenster und sähen eine Momentaufnahme fremden Lebens. Mir kommen sehr viele Bilder daraus entgegen, meist sind es schwarz/weiß-Bilder. Bunt ist es meistens nicht in der Handlung, aber die Erzählerin versteckt einen schönen feinen Humor zwischen den Dunkelheiten.

„Er springt aus dem Bett, wo er ein Nachmittagsschläfchen gehalten hat, und bemüht sich, in Gedanken seine Füße zu begleiten, die auf eine ungewöhnliche Weise vielleicht schwebend in den Korridor gelangen.“

Aus unerfindlichen Gründen erinnert mich der Schreibstil an Texte von Christine Lavant. Vielleicht weil sie manchmal an Gebete erinnern, an Übersinnliches, an Naturereignisse. Teilweise klingen sie wie Märchen, im Stil mitunter altmodisch, immer geheimnisvoll. Jede Geschichte könnte mit „Es war einmal … “ beginnen. Auch Träume spielen häufig eine Rolle und der Versuch sie zu deuten.

Duvanel gelingt jede Erzählperspektive. Sie schafft es sich in jede ihrer Figuren sensibel und feinfühlig hineinzuversetzen. Kinder als Protagonisten wirken aufgrund ihrer Erlebnisse oft schon wie Erwachsene. Ihre skurrilen Held*innen durchwandern eine oft surreale Szenerie. Menschen haben „haferfarbene Augen“, Häuser haben Gesichter, ein Mann hat „ein Faultiergesicht“, eine Frau hat „gasflammenblaue Augen“:

„Er wartet im Schneidersitz auf dem Boden und lässt den Blick seiner schönen, sozusagen in Leid eingelegten Augen über die farbigen Zeichnungen an den Wänden schweifen.“

Nach jeder Geschichte denke ich, viel schräger kann es gar nicht kommen; kommt es aber doch. Noch über Wochen hinweg tauchen Bilder oder Gestalten aus den Geschichten auf. Kaum eine, die mir nicht gefallen oder mich getroffen hat.

„Ein heftiger Wind stieß Sabel vorwärts; anscheinend lag ihm daran, sie zur Schule zu führen, doch plötzlich erlahmte er und fuhr wie ein alter Herr leise und vornehm im Rollstuhl davon.“

Das Buch ist in acht Kapitel mit Erzählungen eingeteilt, die chronologisch angeordnet sind. Der Bogen spannt sich über den Zeitraum von 1980 bis 1997. Dabei sind auch Erzählungen, die bisher nur in Zeitungen veröffentlicht wurden in der Zeit von 1960 bis 1979. Adelheid Duvanel wurde 1936 in der Schweiz geboren. Bereits als Kind schrieb und malte sie. Nach einem Umzug der Familie musste sie 1953 eine zeit lang in einer psychiatrischen Klinik verbringen. Gleichzeitig beginnt aber auch ihre künstlerischen Tätigkeit. Sie veröffentlichte regelmäßig in Zeitungen. In der Ehe mit einem Maler gab sie das eigene Malen auf. Eine Tochter kommt zur Welt. 1980 erscheint ihr erster Erzählband im Luchterhand Verlag. 1981 liest sie in Klagenfurt beim Bachmann-Preis und es folgt die Scheidung. Sie erlangt einige Preise. Es gibt wiederholte Aufenthalte in der Psychiatrie. 1996 stirbt sie in Bern.

„Fern von hier“ ist der treffliche Titel dieses faszinierenden, über 700 Seiten zählenden Buchs, das außerdem auch noch schön gestaltet ist, leinengebunden, gedruckt auf feinem Papier mit Lesebändchen. Es errang den 2. Platz auf der diesjährigen Hotlist der unabhängigen Verlage. Erschienen ist es im Schweizer Limmat Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Emily Carr: Klee Wyck – Die, die lacht Verlag Das kulturelle Gedächtnis

Nochmal mein Beitrag zu Gastland Kanada, da die Buchmesse ja diesmal stattfindet:
Gastland der letzt- und diesjährigen Buchmesse ist Kanada. Ich habe es nicht geschafft einen kompletten Beitrag als Übersicht über die ins Deutsche übersetzte kanadische Literatur vorzubereiten. Ein Buch hatte ich aber schon im letzten Frühjahr im Auge, schon wegen seiner schönen gestalterischen Aufmachung und es ist auch das einzige geblieben, das ich gelesen habe. Es ist ein Buch, das in Kanada in vielen Auflagen bis heute gut verkauft wird, ja, das sogar Schullektüre geworden ist. Emily Carr (1871-1945), eigentlich Malerin, hat das Buch erst spät in ihren 70ern geschrieben, als sie aus gesundheitlichen Gründen mit dem Malen aufhören musste. Sie nahm dazu ihre Notizbücher, die sie seit jeher führte und formte daraus und aus ihren Erinnerungen autobiografische Erzählungen, so wie wir sie nun im Band Klee Wyck lesen können. Die erste Ausgabe erschien 1940.

In der ersten Geschichte erfahren wir, dass die 15jährige Emily zeitweise bei christlichen Missionarinnen in einem Indianerdorf lebt, um sich mit der Lebensart der Indigenen, der First Nations auseinanderzusetzen. Bereits hier hat sie den Zeichenblock dabei und einen genauen Blick. Ihren indianischen Namen Klee Wyk erhält sie gleich eingangs vom Stammeshäuptling. Sie ist Die, die lacht.

In den drei folgenden Geschichten erfahren wir von Emilys Vorhaben, die Totempfähle der Grabstätten verschiedener indianischer Dörfer zu zeichnen. Mit einem befreundeten Paar reist sie mit dem Boot von Insel zu Insel. Haiida Gwaii heißen die vor der Westküste British Kolumbiens gelegenen Inseln. Hier erzählt Emily von der einfachen naturzugewandten im Jetzt verankerten Lebensweise der Bevölkerung. Spannend zu erfahren, dass es in deren Sprache keine Schimpfwörter gibt.

„Ich setzte mich neben den sägenden Indianer und wir unterhielten uns ohne  Worte, zeigten auf die Sonne und aufs Meer, die Adler in der Luft und die Krähen am Strand. Wir nickten und lachten zusammen, ich saß da und er sägte. Der alte Mann sägte als lägen Äonen von Zeit vor ihm, und als wären all die Jahre, die bereits hinter ihm lagen, geruhsam gewesen, und alle kommenden Jahre wären es ebenso.“

Wir hören von Sophie, die Körbe flechtet und in Vancouver verkauft und die Emilys Freundin wird. Sophie, die einundzwanzig Babys bekommt, von denen nur wenige überleben. Sophie lebt im Reservat. Viele der Kinder werden in Internate gebracht, die von christlichen Institutionen geleitet werden. Dort versucht man sie zu „kultivieren“, doch werden sie ihrer Herkunft und ihrer Tradition komplett beraubt. Wir lesen von Louisa und deren Mutter, der Louisa unbedingt das traditionelle „indianische“ Pfeiferauchen abgewöhnen möchte, weil die Missionare das für Frauen unschicklich finden.

Emily lässt sich immer wieder in teils nicht mehr bewohnte Indianerdörfer bringen, auf der Suche nach Motiven für ihre Bilder. Dort findet sie auch immer wieder die D`Sonoqua, eine heilige Frau, die sie auf imposant geschnitzten Totems findet und von der sie wie magisch berührt wird. Vorrangige Motive werden für sie immer die Totems bleiben, die in den alten Dörfern zurückbleiben, wenn die Familien durch Missionare gedrängt, in modernere Ortschaften mit Läden und Häusern statt Hütten ziehen.

„Selbst diese wenigen Worte waren eine Neuerung – nach dem Vorbild der Weißen. In früheren Zeiten hätten Totemzeichen erklärt, wer dort lag. Die indianische Sprache kannte keine Schriftform. Anstelle der Kreuze wären hier die Habseligkeiten des Verstorbenen aufgetürmt worden: all seine geliebten Schätze, Kleidung, Pfannen, Armbänder – damit jeder sehen konnte, was das Leben ihm an eigenen Dingen geschenkt hatte.“

Dabei gerät sie mitunter in Seenot, auf unheimliche Inseln mit wilden Hunden und in heftigste Moskitostürme. Sie und damit auch die Leser erfahren, dass das Zeitgefühl der indigenen Völker ein ganz anderes ist. In der letzten Geschichte „Kanu“ etwa, fragt sie am Strand eine indianische Familie, ob sie sie im Kanu mit zurück zur Küste nehmen könnten. Sie sagen zu, sie müsse sich aber beeilen, da sie in Kürze ablegen wollen. Tatsächlich aber wird erst noch gekocht, Beeren und Strandgut gesammelt, die Abfahrt erfolgt viele Stunden später …

Emily Carr erzählt ihre Geschichten teils sehr poetisch und bildhaft, aber auch sehr direkt. Sie scheut sich nicht, die Methoden der Missionare in Frage zu stellen. Was dazu führte, dass man ihr Buch zwar zur Schullektüre machte, dabei aber den kritischen Blick auf die christliche Mission heraus kürzte. Die vorliegende vollständige Ausgabe erschien 2003 erst in Kanada. Im Vorwort von Kathryn Bridge erfahren wir mehr dazu. In jeglicher Hinsicht war Emily Carr für ihre Zeit eine bemerkenswert emanzipierte Frau, war sie doch immer sehr selbstbewusst alleine unterwegs, oft nur in Begleitung ihrer Hunde. So trifft sie aber oft auch, wie etwa im Ort Kitwancool, auf ebenso starke weibliche Präsenz bei den Frauen der First Nations.

„Klee Wyck“ erschien im „Verlag Das kulturelle Gedächtnis“. Es ist besonders schön gestaltet, wie alle Bücher aus diesem besonderen Verlag. Übersetzt aus dem kanadischen Englisch hat es Marion Hertle. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Helga Schubert: Vom Aufstehen Deutscher Taschenbuch Verlag

Letztes Jahr im Sommer erhielt die 81jährige Autorin Helga Schubert beim (diesmal virtuellen) Wettlesen in Klagenfurt den Bachmannpreis 2020. Bereits im Jahr 1980 war sie eingeladen, durfte aber nicht aus der DDR ausreisen. Später war sie dann sogar einige Jahre in der Jury mit dabei. Von Insa Wilke eingeladen las sie vor der Jury den Text „Vom Aufstehen“, der als Abschlusstext in ihrem Buch enthalten ist. Der Untertitel des Buches „Ein Leben in Geschichten“ weist auch auf die Form dieser Texte hin, denn es sind Geschichten einer Lebensgeschichte. Schubert gelingt es mit großer Kraft, aus Autobiographischem exzellente Literatur zu machen. Die Autorin, die in der DDR lange als Psychologin arbeitete begann 1960 zu schreiben, durfte aber nicht alles in ihrem Land veröffentlichen. Bei dtv fand sie im Westen einen Verlag für ihre Literatur.

„Etwas erzählen, was nur ich weiß. Und wenn es jemand liest, weiß es noch jemand. Für die wenigen Minuten, in denen er die Geschichte liest, in der unendlichen, eisigen Welt.“

Obwohl scheinbar leicht zu lesen, besitzen Schuberts Texte eine Tiefe, die man in der aktuellen Literatur selten findet. Für mich tragen sie ein Geheimnis, denn ich kann nicht benennen, weshalb sie so berühren. Vielleicht hat es etwas mit einer bestimmten Verbundenheit mit dem Göttlichen/etwas Höherem zu tun. In einem Interview sprach sie auch davon, dass sie alles direkt aufschreibt, als würde es ihr diktiert. Womöglich hat es außerdem etwas mit Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Intention zu tun, mit den Leerstellen, die ich als Leserin mit Eigenem füllen kann.

Helga Schubert, 1940 in Berlin geboren und dort aufgewachsen, verfasste unter anderem auch geschichtliche und politische Sachtexte und zeigte den Alltag von Frauen in der DDR auf. Im neuen Buch geht es um ihre aktuelle Lebenssituation in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie um eine Aufarbeitung ihrer schwierigen Beziehung zur Mutter, die 101 Jahre alt wurde. Wie Schubert selbst sagt, ist es ihr wichtig Geschichten so zu erzählen, dass das Autobiographische literarisch verändert wird und dennoch die Essenz durchscheint.

„Manchmal, wenn ich ratlos war oder auch traurig, in mich gekehrt oder mutlos, las oder hörte ich plötzlich einen Satz, eine Gedichtzeile, einen Liedanfang, und ich spürte: Hier ist er ja wieder, der Strom von Einverstandensein, der doch immer da war und immer da ist und immer da sein wird, der mich mit Menschen verbindet, die schon seit Tausenden Jahren tot sind oder weit weg wohnen und andere Sprachen sprechen. Vielleicht hatte ich gerade auf einen solchen Satz gewartet. Dann schrieb ich in auf, als Beweis, als Unterstützung, als Hoffnung“

Im Grunde geht es um Begegnungen und die Art sie besonders zu be-schreiben. Gleich eingangs erleben wir die Erinnerung an ein Kindheitsritual, der Besuch bei der Großmutter zu Beginn der langen Sommerferien. Das Liegen in der Hängematte im Garten, der frisch gebackene Streuselkuchen unter Obstbäumen, das Glück einen Sehnsuchtsort zu haben. Zuverlässig und beständig jeden Sommer. Geborgenheit und Trost, die es bei der Mutter nicht zu finden gab. Der Vater im zweiten Weltkrieg gestorben, als die Autorin ein Jahr alt war. Das Aufwachsen in der DDR. Später der Sohn, der für eine Lehrstelle als Förster nur infrage kommt, wenn er keine Verwandten in der BRD hat.

Im Kapitel „Keine Angst“ erzählt Schubert über die Vorwende- und Wendezeit. Ich erfahre von den Repressionen wenn es um literarische Veröffentlichungen im Westen ging, gar um Ausreiseanträge wegen Einladungen zu Lesungen. Ich erfahre, dass in den späten 80ern das Bespitzeln von Menschen aus dem Kreis der Kirchen beliebter war, weil es Leute waren, die später nie zurückschlagen würden, weil sie gewaltfrei lebten. In vielen Kapiteln dieses Buches, erfahre ich mehr, als in manchem Sachbuch zum Thema.

„Demonstrationsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit.
Nun waren wir, ohne umzuziehen, in eine Welt fremder Regeln gekommen.“

Helga Schubert erzählt vom Besuch ihres Lektors, von der seltsamen Summierung der Selbstmorde in ihrem winzigen Dorf, von der erstmals erlaubten beruflichen Reise in die USA im Alter von 47, von der Reisesehnsucht im Allgemeinen, vom Altweibersommer und von der großen Liebe zum Schreiben. Immer gibt es Menschen, immer eine respektvolle, differenzierte Art über diese zu schreiben. Es gibt die eigene Geschichte und die der Familie. Und die Mutter, bei der die Schreibende schließlich feststellt, wie fremd sie ihr ist und umgekehrt und wie wenig sie beide trotz der engsten Verwandtschaft, die es gibt, verbindet.

Woher kommt der Mut, diese schmale, wankende Brücke zu den Menschen, die am anderen Ufer lärmen, zu bauen, diese Brücke ohne Geländer zu betreten und hoch über dem Abgrund zu balancieren, ganz allein?“

Ich wünsche dieses Buch jedem Leser. Ich vertraue darauf, dass es jede Leserin erreichen wird. Es ist ein Buch voller schöner Überraschungen und warmer Herzlichkeit. Und es zeigt, was Geschichtenerzählen vermag. Funkelndes Leuchten!

„Vom Aufstehen“ erschien im dtv Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Auch die älteren sehr empfehlenswerten Erzählbände sind überwiegend bei dtv erschienen, teilweise inzwischen als Neuauflagen erhältlich. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Clairice Lispector: Die Flucht und andere Erzählungen Random House Audio

Schon lange schleiche ich um die brasilianische Autorin Clarice Lispector herum. Immer wieder taucht sie auf, doch scheint sie immer noch ein Geheimtipp zu sein. Zuletzt hat nun der Penguin Verlag ihre Erzählungen neu herausgegeben. Ich höre ab und zu gerne Hörbücher, eher Lesungen als Hörspiele und habe mir deshalb die Lesung von Erzählungen Lispectors von Hannelore Hoger interpretiert, vorgenommen. Hoger ist eine Kennerin und Verehrerin Lispectors. Es sind zwei Cd`s mit kürzeren und längeren Stories, die sie selbst ausgewählt hat. Hannelore Hogers Altersstimme schien mir mitunter etwas zu betulich für die Wucht der Kurzgeschichten Lispectors. Dennoch haben die Geschichten mich in ihren Bann gezogen.

Lispector wurde 1920 in der Ukraine geboren und kam auf der Flucht vor Progromen mit den Eltern nach Brasilien. Sie studierte Jura und arbeitete als Journalistin. Mit nur 23 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Nahe dem wilden Herzen“, der aufgrund seiner Erzählart ein Sensationserfolg wurde. Sie heiratete einen Diplomaten mit dem sie auch nach Europa und in die USA ging. Später lebte sie in Rio de Janeiro von ihren Büchern und Übersetzungen. 

Die Autorin hat eine besondere Art das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. In ihren Geschichten geht es hauptsächlich um die Rolle der Frau. Frauen sind die Heldinnen, nicht immer wirken sie auf die Leserin sympathisch. Bezeichnend ist der dauernde Einblick in die Innenwelten, der einem die Figuren dann doch sehr nahe bringt. Gleich in der ersten Geschichte „Ich und Jimmy“ zeigt sie den Weg vieler folgender vor. Es geht um Mann und Frau und das Ungleichgewicht, dass zwischen beiden herrscht, wenn es um Rechte und eigene Vorstellungen geht. Die Protagonistin, sie mag um die 16 sein, schlägt den gleichaltrigen Freund Jimmy, mit dem sie zusammen ist, obwohl sie ihn gar nicht leiden kann, mit seinen eigenen Waffen, wobei sie im Denken und mit Worten sehr viel schneller und weiter ist als er. Ein ausgezeichneter Einstieg.
Auch in der nächsten Geschichte „Flucht“ geht es um eine Beziehung. Allerdings schafft die Heldin ihre Flucht nur in der Fantasie. Obwohl sie eines Morgens aus ihrem 12 Jahre dauernden Ehealltag ausbricht, kehrt sie doch am Abend zurück. Es liegt weniger am Mut, als am mangelnden Budget, dass sie sich wieder „nach Hause“ begibt.
Die Geschichte „Die kleinste Frau der Welt“ führt uns nach Zentralafrika zu den Pygmäen. Ein Forscher entdeckt den Stamm der kleinsten Pygmäen. Verständigen kann er sich kaum, doch die Leserin merkt schnell, dass die kleine schwangere Pygmäenfrau ganz andere Vorstellungen von Sprache und Ausdruck hat. Später wird in einer bekannten Zeitung das Foto dieser nur 45 cm großen Frau erscheinen und Lispector zeigt uns, wie die Menschen, die das Foto sehen darauf reagieren. Überwiegend wenig schmeichelhaftes tritt da zutage: von Ekel bis Befremdlichkeit, von Bedauern bis Gerührtheit. Aber auch ein „Gott weiß was er tut„. Man muss die Geschichte selbst lesen oder hören, um das ganze Ausmaß zu erkennen und man muss sie natürlich vor dem Hintergrund der Zeit des Entstehens sehen.

Generell erscheinen mir die Stories auf CD 1 stärker als die folgenden. Wobei, die letzte und auch eine der längeren Geschichten mit dem Titel „Einen Tag weniger“ einen krönenden Abschluss bildet. Hier lebt eine Frau seit Geburt an im Elternhaus, seit die Eltern gestorben sind mit der ehemaligen Kinderfrau als Gesellschafterin. Als diese 4 Wochen verreist, merkt sie, wie einsam sie eigentlich ist und wie lang sich ihr Tag hinzieht, den sie mit allerlei Ablenkungen zu füllen versucht. Schließlich klingelt sogar das Telefon. Mit großer Hoffnung nimmt sie ab, nur um festzustellen, dass die Anruferin sich verwählt hat und gar nicht sie erreichen wollte. Als sie, recht früh, zu Bett geht, erinnert sie sich an die Schlaftabletten ihrer Mutter. Eigentlich will sich nicht mehr als zwei einnehmen …

Lispectors Erzählungen haben eine ungemeine Tiefe, oft mit doppelten Böden. Sie wagt den Blick ins menschliche Innere und erzählt unverstellt aus dem darin befindlichen Dunklen. Ihre Sprache ist dicht und schön, oft arbeitet sie mit Wortwiederholungen zur Verstärkung, teils mit Metaebenen und surrealistischen Anteilen. Clarice Lispector ist unbedingt eine Autorin, die es zu entdecken gilt. Das Hörbuch bietet dabei einen guten Einstieg. 

Die Erzählungen sind den beiden Bänden Gesammelte Erzählungen entnommen, die neu übersetzt wurden von Luis Ruby. Die CD erschien bei Random House Audio. Eine Hörprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.