Hanne Ørstavik: ti amo Karl Rauch Verlag

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Die Norwegerin Hanne Ørstavik hat einen kurzen Roman herausgegeben, der sehr traurig ist. Ich bin großer Fan ihres Schreibens. Es sind immer Themen, die anspruchsvoll und oft melancholisch sind. Tiefe und Sehnsucht strahlen durch ihre Bücher. Doch diesmal ist es noch etwas anders. Das Buch ist autobiographisch und erzählt von der Krebsdiagnose ihres Ehemanns und der letzten schweren Zeit vor dem Tod. Sie zititert anfangs auch immer wieder Birgitta Trotzig, eine schwedische Schriftstellerin, die im Schreiben offenbar auch ihre Möglichkeit der Verarbeitung von schweren (Krankheits?-)Situationen fand. Im Buch schreibt sie selbst, dass sie in der Zeit der Krankheit und der Pflege ihres Mannes nicht in der Lage war einen neuen Roman zu beginnen. Erst sollte dieses Thema seinen Weg finden. Dann könnte womöglich Neues beginnen. Das Buch ist auch ein Blick in das reiche Innenleben dieser wunderbaren Autorin.

„Und ich habe vierzehn Romane geschrieben, und wenn es etwas gibt, worum es mir beim Schreiben gegangen ist, dann darum, dass es wahrhaftig sein soll. Das, was ich schreibe, soll wahr sein. Dasselbe gilt auch für mein Leben, im Verhältnis zu anderen Menschen, im Verhältnis zu mir selbst.“

Die Autorin begegnet ihrem zukünftigen Mann in Italien bei einer Buchmesse. Er ist ihr italienischer Verleger. Die beiden lernen sich kennen und lieben und sie zieht zu ihm nach Mailand. Es ist beider große Liebe. Doch es bleibt eine sehr kurze unbeschwerte Zeit. Bald zeigt sich, dass ihr Mann an Krebs erkrankt ist und auch nach einer Operation und zahlreichen Chemotherapien ist keine Heilung in Sicht. Hanne, die vom Arzt erfährt, dass er höchstens noch ein Jahr zu leben hat, würde gerne mit ihm über den Tod reden, doch ihr Mann lehnt das ab. Er sperrt sich regelrecht dagegen, selbst als es nicht mehr zu verheimlichen ist. Er plant Parties, obwohl ihr gar nicht danach ist und geht immer wieder auch zur Arbeit in den Verlag. Doch es scheint eher ein Aufabstandhalten, ein Nichtwahrhabenwollen, eine Art Flucht  zu sein, was ihn antreibt. Immer wieder kommen dann die großen Schmerzen, die selbst mit großen Mengen an Morphium oft nicht aufzuhalten sind. Ein schonungsloses Bild, dessen, was Krebskrankheit bedeuten kann.

Ørstavik schildert auch ihre eigene Gefühlslage und wie sie auch versucht, sich abzugrenzen, ihre eigenen Kräfte zu bewahren, um nicht selbst, an den Rand der Verzweiflung zu kommen. Es gelingt nicht immer stark zu sein. Viele Erinnerungen tauchen auf, wie sie sich kennenlernten, zusammenfanden, welche Reisen sie gemeinsam machten und noch planten, wie groß diese Liebe war. Immer wieder versichern sie sich dieser und sagen es: „ICH LIEBE DICH. Wir sagen es die ganze Zeit. Wir sagen es, statt etwas anderes zu sagen.“ Und immer wieder spricht sie im Text ihren Mann direkt als ein Du an. Wir Leser*innen nehmen auch dadurch sehr nah am Geschehen teil. Das ist manchmal nicht leicht (besonders wenn sich noch persönliche Verbindungen dazu finden). 

Über den Tod ihres Mannes und die Zeit danach erfahren wir nichts, obwohl ich gerne mehr zu Abschied und Trauer gelesen hätte, aber vielleicht war es Hanne Ørstavik einfach nicht möglich darüber zu schreiben. Es ist ohnehin außergewöhnlich, ein so persönliches, schmerzlich offenes Buch zu schreiben und zu ver-öffentlichen. Danke, Hanne Ørstavik!

Und danke Andreas Donat, für die sensible Übersetzung. Das Buch erschien im Karl Rauch Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Und ein kurzes Video der Autorin zu ihrem Buch hier:

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

Weitere Rezensionen auf meinem Blog, alle Romane der Autorin sehr empfehlenswert:

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Hanne Ørstavik: Die Zeit, die es dauert Karl Rauch Verlag

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Es ist nun das dritte Buch von Hanne Ørstavik nach „Liebe“ und „So wahr, wie ich wirklich bin“, dass ich lese. Jedesmal fängt alles so still und harmlos an und dann fächert die Autorin nach und nach die ganzen dunklen Seiten ihrer Protagonisten und deren Lebenswelt auf. Und aus ist es mit der idyllischen Harmonie. Keiner kann das besser als sie.

Die Norwegerin Hanne Ørstavik, die selbst ganz oben im Norden geboren wurde, in einer Gegend, die nah an Finnland, aber auch an Russland grenzt, in der auch die samische Kultur lebt, weiß, was Dunkelheit ist. In einer Gegend, in der es im Sommer nicht dunkel und im Winter nicht hell wird scheint das Leben generell anders, als wir es hier kennen und bringt womöglich auch diese sehr spezielle Art von Literatur hervor.

Es ist die Vorweihnachtszeit, in der die Geschichte spielt. Die junge Signe ist mit der kleinen Tochter und ihrem Mann aufs Land gezogen. Die Eltern, speziell die Mutter, wünschen sich, dass sie mit der Familie an den Weihnachtstagen zu Besuch kommt, denn Weihnachten ist das extrem aufgeladene Fest der glücklichen Familie. Signe weigert sich. Sie möchte allein mit Mann und Kind sein.

Als mir zum ersten Mal der Gedanke gekommen war, dass es möglich sei, Weihnachten für uns allein zu haben und diese schweren, wunden Tage zu umgehen, Weihnachten auf unsere Weise zu feiern, als mir klar wurde, dass dies tatsächlich möglich war, dass ich eine Wahl hatte, […] dass ich tatsächlich Nein zu etwas sagen konnte, […] hatte ich eine unglaubliche Erleichterung empfunden, ich hatte mich so mächtig gefühlt.“

In vielem fühlt sie sich überfordert in dem alten Haus, in dem noch viel gemacht werden muss. Das liegt jedoch vor allem an ihrem Perfektionismus, an dem „alles muss schön und harmonisch sein“, dass sie von Kindheit an gehört hat. Das jedoch erfahren wir erst im Laufe des Romans und zwar Stück für Stück. Ahnungslos gehen wir in diese Geschichte hinein und werden nach und nach zum Zeugen einer vollkommen zerrütteten Ehe und einer zerrissenen Kindheit.

„Etwas war passiert und sie hatte nicht aufgepasst, sie hatte einfach geschlafen, und da war die Mutter ganz allein gewesen. Signe dachte, dass sie aufmerksamer lauschen musste, um beim nächsten Mal rechtzeitig aufzuwachen.“

In den Rückblenden wird aus der Sicht der 13-jährigen Signe erzählt, der gläubigen, die sich auf Weihnachten freut, gerade erste Liebeserfahrungen macht und die sich nur wünscht, dass die Eltern gut miteinander sind. Doch der gewalttätige Vater, der eine psychiatrische Klinik leitet und die Mutter, eine Sozialarbeiterin, können eigentlich nicht mehr miteinander und schaffen es trotzdem nicht auseinander zugehen. Besonders der Vater hat ein überhöhtes Bild davon, wie eine Familie zu leben hat, wie sie perfekt zu funktionieren hat. Die Mutter wünscht sich weg in den Süden, wo es mehr Licht und mehr Lebendigkeit gibt. Die obligatorischen gemeinsamen Abendessen, die dem Zusammenhalt förderlich sein sollen, werden oft zum Tribunal, der übermächtige Vater als Ankläger der „schuldigen“ Mutter, der seine Frau sogar vor den Kindern schlägt. Signe versucht, immer wieder hoffnungsvoll, zu vermitteln, übernimmt viel zu viel Verantwortung für ihr Alter, sie und der Bruder versuchen auszuhalten, was nicht auszuhalten ist.

„Ihre Stimme war scharf. Signe schüttelte den Kopf. Sie wusste, dass sie nicht darüber reden durfte. Niemand durfte etwas wissen. Dann wäre alles ruiniert, alles würde zerspringen und auseinanderfallen, die ganze Familie, alles.“

Signe verliert sich oft in Erinnerungen von Sommerferien in der eigenen Hütte in den Bergen, in denen vermeintlich noch alles gut war. Doch auch hier zeigten sich schon die Brüche.

Die Kunst der Autorin liegt darin, uns zunächst ganz im Unklaren zu lassen, worum es genau in ihrem Roman geht. Dann ganz still und leise, zunächst nur in Andeutungen, legt sie eine Spur, um dann nach und nach das ganze Ausmaß aufzuzeigen. Bedeutsames liegt oft zwischen den Zeilen, jenseits der Worte. Am Ende des Buchs, vielleicht sogar erst Minuten später kommt die Erschütterung und weicht so schnell nicht wieder. Es ist schwer zu erklären, wie sie das macht, wie sie immer und immer wieder mit ihren tiefen Geschichten und ihrer dichten Sprache überrascht und ja, mitunter auch schockiert. Nordlichtleuchten!

Der Roman erschien, wie alle von Hanne Ørstavik im Karl Rauch Verlag (ja, genau, der mit dem Kleinen Prinz) in wunderschöner Ausstattung: Haptisch, der blaue Einband, feines Papier und farblich passende Fadenheftung. Übersetzt hat es Andreas Donat. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine weitere Besprechung gibt es bei Literaturreich.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Hanne Ørstavik: So wahr wie ich wirklich bin Karl Rauch Verlag

 

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Einen Roman der Norwegerin Hanne Ørstavik habe ich bereits gelesen. Er trägt den schlichten, aber bedeutungsschwangeren Titel „Liebe“. Es ist ein kurzer Roman, aber unglaublich stark im Ausdruck. Genauso kurz ist auch der neu auf Deutsch erschienene Band und ebenso dicht und bemerkenswert. Hanne Ørstavik ist in ihrer Heimat vielgelesen und ich hoffe, dass sie spätestens im Zuge von Norwegen als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2019 auch hierzulande bekannter wird.

Der Roman beginnt mit einer ungewöhnlichen Szene: Eine junge Frau wacht auf, will ihr Zimmer verlassen und merkt, dass sie eingesperrt ist und niemand ihr Rufen hört. Die Mutter, mit der sie noch zusammenwohnt, scheint nicht anwesend zu sein. Es ist ein spürbar unheilverheißendes Szenario, das mich zunächst fern an Kafkas „Die Verwandlung“ erinnerte.

Johanne studiert Psychologie und ist strenggläubige Christin. Als sie sich in Ivar einen unkonventionellen Musiker verliebt, stellt sie ihre strikte, strenge und sparsame  Zukunftsplanung in Frage. Die Mutter erweist sich im Laufe des Romans als besitzergreifende egoistische Frau, die Johanne nicht loslassen kann. Sie beeinflusst deren Leben und Tun so stark, macht ihr jede Männerbekanntschaft madig, so dass diese auch immer wieder an Ivars Zuneigung zweifelt. Sie wiederum ist dermaßen fixiert auf die Mutter („Ich habe keine Ahnung, was ich ohne Mama tun würde.“) und trotz des Psychologiestudiums offenbar nicht imstande sich abzugrenzen und durchzusetzen, geschweige denn ihre Verdrängungsmechanismen zu erkennen. So erfahren Leser_innen von Johannes Phantasien über Sex und Gewalt, die auch in der Erzählung wie unkontrolliert durch die Zeilen brechen. Sogleich lösen sie Schuldgefühle aus. Johanne versucht ihre „Sünden“ dann mit Beten und Kirchgängen wieder gut zu machen.

„Vorhin hat ein Mann angerufen, sagte sie, ist noch nicht lange her. Sie sah mich an, durch die Brillengläser wirkten ihre Augen riesig, besorgt. Er hat gesagt, sein Name sei Ivar. Sie sprach langsam, als würde sie etwas Gefährliches erzählen und als sei es wichtig, dass ich alles richtig verstand. Angst stieg in mir hoch.“

Während ihrer „Gefangenschaft“ im eigenen Zimmer beginnt Johanne nachzudenken. Hier mischen sich Ereignisse aus Gegenwart und Vergangenheit mit Träumereien und Zukunftsplänen. Auch Johannes psychologisches Wissen fließt mit ein, ihre Klugheit in diesem Bereich wird der Weltfremdheit und Naivität in Alltagsdingen und ihren Selbstzweifeln gegenübergestellt.

„Wenn ich mit Ivar zusammen war, schien es, als hätte ich ganz neue Gedanken. Gedanken, von denen ich nicht wusste, dass ich sie hatte. Als würden wir zusammen durch eine bekannte Straße gehen, die sich mit einem Mal öffnete und leuchtete und lockte, und die herrlich war.“

Als Ivar sie einlädt mit ihm in die USA zu reisen und dort einige Wochen zusammenzuleben, ist Johanne zwiegespalten. Einerseits wünscht sie sich nichts sehnlicher, andererseits ist sie ihrer Mutter gegenüber voller Schuldgefühle. Als sie schließlich ihre Entscheidung trifft, wird diese von der Mutter raffiniert ausgehebelt.

Hanne Ørstaviks Romane sind spektakulär in ihrer Tiefe, die sie jedoch allein durch ihre Sprache und Konstruktion erreicht. Jedes Wort zählt, jede Wendung ist wichtig für die Stimmung der Geschichte. Als Leserin spüre ich selbst die Verunsicherungen, die von dieser Geschichte ausgehen, vermutlich auch, weil die Autorin die Ich-Erzählperspektive wählt. Nicht immer ist klar, ob es sich um Phantasie oder Wahrheit handelt. Imgrunde geht es darum, an sich zu glauben, etwas zu wagen. Religion engt ein, aber Psychologie hat auch nicht immer recht …

Der Roman erschien im Karl Rauch Verlag (ja, genau der, der auch „Der kleine Prinz“ verlegt), dessen kleines feines literarisches Programm durchaus mehr Beachtung finden dürfte. Es ist besonders ausgestattet mit haptischem Einband und farbiger Fadenheftung. Übersetzt wurde er von Irina Hron. Eine Leseprobe gibt es hier.

Hanne Ørstavik: Liebe Karl Rauch Verlag

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Das ist eine wirklich schöne Entdeckung! Dank der NZZ, die oft außergewöhnliche Bücher vorstellt, wie eben auch in diesem Fall, ist es mir überhaupt in die Hände gelangt. Denn den Karl Rauch Verlag kannte ich bisher nur als Verleger von St. Exuperys „Der Kleine Prinz“. Nun bringt der Verlag eine kleine Reihe wunderschön ausgestatteter Büchlein heraus, unter anderem (wie etwa A. L. Kennedy) eben auch diese Geschichte der norwegischen Autorin Hanne Ørstavik mit dem schlichten zugleich schwer wiegenden Titel „Liebe“. Im Original erschien es bereits 1997, doch ist es ganz zeitlos.

Auch ihre Art zu schreiben kommt einem anfangs schlicht vor, einfache Sätze, die in ihrer Kargheit klare Bilder erzeugen. Doch das macht gerade den Reiz aus, passt zur erzählten Geschichte, die so harmlos beginnt …

Wir befinden uns in Norwegen, vermutlich in einer kleinen Stadt, vermutlich eher im nördlichen Teil des Landes. Vibeke lebt mit ihrem 8-jährigen Sohn Jon als alleinerziehende berufstätige Mutter. Sie sind erst neu in der Stadt, fassen erst Fuß. Gleich zu Anfang wird deutlich, dass die beiden kaum miteinander reden, nebeneinander her, statt miteinander leben.

„Sie schafft drei Bücher die Woche, oft vier, fünf. Am liebsten würde sie nur noch lesen, unter der Bettdecke sitzen, mit Kaffee, einem großen Vorrat an Zigaretten und einem warmen Nachthemd.“

Dennoch gibt es eine gewisse stille Zuneigung. Die Geschichte spielt am Vorabend des Geburtstags von Jon und wir erleben, wie Jon seine Umwelt erlebt. Er hat eine nette Eigenart, er versucht nicht zu zwinkern, was natürlich nicht gelingt, jedem Gegenüber aber sofort auffällt (und die Leserin gleich an die eigenen Kindheitsspleens erinnert). Vibeke kommt von der Arbeit nach Hause, die beiden begrüßen sich nicht, essen immerhin zusammen. Als Vibeke noch einmal losgeht, um sich in der öffentlichen Bibliothek Bücher auszuleihen, zieht auch Jon noch einmal los in Richtung des Jahrmarkts hin und in Vorfreude auf seinen anstehenden Geburtstag.

Tatsächlich ist es Vibeke, die auf dem Jahrmarkt landet und dort mit einem der Schausteller, der am nächsten Tag weiterreist, nach dessen Feierabend loszieht. Jon hingegen lernt auf seinem Streifzug ein Mädchen kennen, dass ihn mit zu sich nach Hause nimmt. Die Eltern freuen sich und Jon fühlt sich wohl, erlebt zum ersten Mal so etwas wie ein Familienleben. Als er allerdings nach Hause kommt und merkt dass er keinen Schlüssel hat, die Mutter aber nicht öffnet, fantasiert er sich zusammen, sie sei bestimmt noch einkaufen, weil ihr Zutaten für den Geburtstagskuchen fehlten, den sie ihm backen wolle. Im weltfremden Fantasieren ist auch Vibeke gut, die sich den Schausteller Tom schönredet, ja sogleich als potenziellen Partner durchleuchtet, schon ein Zusammenleben herbeidenkt.

„Ich überlasse ihn ein wenig sich selbst, denkt sie, zeige ihm damit, dass auch dafür Platz ist. In unserem Beisammensein gibt es genug Raum dafür, dass er neben mir auch Beziehungen zu anderen Menschen pflegen kann. Ich kann schließlich nicht alle seine Bedürfnisse erfüllen.“

Dass aus beider Hoffnungen schließlich Enttäuschungen werden, ahnt der Leser sehr schnell …

Auf etwas über 120 Seiten wird hier ein ganzes Familienpanorama aufgeblättert, wird hier die Einsamkeit im Zwischenmenschlichen dargestellt und von der Sehnsucht nach Liebe erzählt. Die Kälte des norwegischen Winters dringt hier durch die Zeilen und unterkühlt auch die beschriebenen Beziehungen. Eine bemerkenswerte Geschichte!

„Liebe“ von Hanne Ørstavik, die in Norwegen eine recht bekannte Schriftstellerin ist, erschien im Karl Rauch Verlag. Übersetzt wurde es von Irina Hron. Es ist in besonders schöner Art ausgestattet und auffällig in Rot fadengeheftet. Eine Leseprobe gibt es hier

Die Autorin stellt ihr Buch am 7.11. um 2o Uhr im Berliner Literaturhaus vor.

Eine weitere Besprechung gibt es auf dem Blog Zeichen & Zeiten .