Karen Grol: Himmel auf Zeit Ebersbach & Simon / Anita Rée – Retrospektive Prestel Verlag

DSCN2313

Leider habe ich es 2018 nicht geschafft nach Hamburg zu fahren und mir die Retrospektive der wunderbaren Künstlerin Anita Rée (1885-1933) anzusehen. Ein kleiner Trost ist der Ausstellungskatalog und auch die informative Seite der Hamburger Kunsthalle. Außerdem erschien nun in diesem Jahr ein Roman über das Leben der Künstlerin. Karen Grol ist mit „Himmel auf Zeit“ ein schönes Porträt von Anita Rée gelungen, das mich auch sprachlich überzeugt hat.

Anita Rée wurde 1885 in Hamburg in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie hineingeboren. Die Vorfahren ihrer Mutter stammten aus Venezuela. Sie nahm als junge Frau Malunterricht bei dem impressionistischen Maler Franz Nölken (in den sie sich unerwidert verliebt) und reiste schließlich 1912 für einige Monate zur Ausbildung ins lang ersehnte Paris. Hier lernt sie all die bekannten Künstler dieser Zeit kennen, unabhängige Frauen, bewundert all die Kunstwerke, kommt aber selbst kaum zum Malen, so überwältigend sind die Eindrücke dieser im Aufbruch befindlichen Metropole der Kunst.

Ab 1922 hielt sie sich 3 Jahre in Süditalien auf, eine Zeit, die sie sehr prägte. In Positano lebte sie in einer bescheidenen Behausung, bestellte einen kleinen Garten. Sie porträtierte Mitbewohner des Ortes, beschäftigte sich mit Landschaften und Ortschaften, Licht und Farbe, keineswegs naturgetreu, eher eigen verfremdet. Zudem lernte sie auf Reisen neue Malkollegen kennen und ließ sich inspirieren. Von einem Malschüler, Christian Selle, erhält sie jeden Sommer längeren Besuch. Die beiden erkundeten gemeinsam Italien. Eine inspirierende Liebesgeschichte mit dem jungen Mann beginnt, die allerdings nach ihrer ungewollten Rückkehr wegen Familienangelegenheiten, nicht von Dauer ist.

Fremde Kulturen interessierten sie. Es entstanden Bilder mit Fabeltieren, märchenhaften und exotischen Motiven, mit denen sie nicht nur Leinwände, sondern beispielsweise auch Möbel gestaltete. Außerdem tauchen immer wieder auch christliche und biblische Motive auf, die auf Rees Verehrung der alten Meister hinweisen.

Anita Rée scheint eine sensible, melancholische Frau gewesen zu sein. Immer wieder hinterfragt sie ihre Rolle als Mensch, als Frau, als Künstlerin. Vieles davon zeigt sich in ihren Selbstporträts, die zunächst ihr bevorzugtes Thema waren. Die Innenschau, die Frage nach dem Sein, nach der Herkunft? Wer bin ich? Wo will ich sein?

Karen Grol erzählt auch von dem andauernden Gefühl der Einsamkeit, von dem hohen Anspruch an die eigene Malerei und von den Zukunftsängsten, die zunächst durch den ersten Weltkrieg, später durch Weltwirtschaftskrise und das Erstarken des Nationalsozialismus aufkamen. Ihre jüdische Herkunft und das exotische Aussehen verstärkten das Fremdheitsgefühl. Auch Halt und ausdauerndes Glück in Beziehungen hat sie nie gefunden.

anita ree

Zurück in Hamburg war sie durchaus bekannt, wurde Gründungsmitglied der Hamburger Sezession und der GEDOK und erhielt viele öffentliche Aufträge, wie etwa das Wandbild „Die klugen und die törichten Jungfrauen“ in einer Schule. Es folgten private Auftragsarbeiten und Porträts und Ausstellungsbeteiligungen bis nach Brüssel. Dennoch litt sie immer unter Geldmangel, um sich ein ordentliches Atelier leisten zu können. Ein Tryptichon als Altarbild in einer Hamburger Kirche wurde nie angebracht, weil man Rée inzwischen als Jüdin ausgrenzte. Als sie sich in Hamburg nicht mehr sicher fühlte, aufgrund äußerer aber auch persönlicher Geschehnisse, zog sie 1932 nach Sylt. Dort änderte sich Stil und auch Material. War vorher alles in Öl, beginnt sie hier mit der Aquarellmalerei. Weniger starker Farbausdruck, keine Porträts mehr, fast ausschließlich Landschaften. Die Bilder sind Ausdruck ihrer empfundenen Einsamkeit. 1933 nahm sich Anita Rée auf Sylt das Leben.

An ihre Schwester schrieb sie kurz vor ihrem Tod:

„Ich kann mich in so einer Welt nicht mehr zurechtfinden und habe keinen einzigen anderen Wunsch, als sie, auf die ich nicht mehr gehöre, zu verlassen. Welchen Sinn hat es – ohne Familie und ohne die einst geliebte Kunst und ohne irgendwelche Menschen – in so einer unbeschreiblichen, dem Wahnsinn verfallenen Welt weiter einsam zu vegetieren … „

Karin Grol bettet Anita Rées Leben in die jeweils aktuellen zeitgeschichtlichen Ereignisse. Zudem hat sie einen Blick für das Innenleben der immer am Rande des Existenzminimums lebenden Künstlerin. Sie greift dafür ausgewählte Begegnungen auf, die sie ausführlicher betrachtet, macht aber mitunter auch abrupte Übergänge zwischen den Ereignissen. Für mich ein ausgesprochen gelungenes Künstlerinnenporträt!

Die Bilder stammen aus dem Ausstellungskatalog „Anita Rée Retrospektive“ Prestel Verlag, 2017

Der Roman „Himmel auf Zeit“ erschien in der ebersbach & simon.

Hanne Ørstavik: Roman. Milano Karl Rauch Verlag

Foto von pixabay gemeinfrei

„Es ist so, als lebten wir ein Leben, von dem wir nichts wissen, denkt Val.“

Es ist das vierte Buch der Norwegerin Hanne Ørstavik, das ich lese und ich kann von ihrer Sprache nicht genug bekommen. Andreas Donat hat „Roman. Milano“ wie schon zuvor Die Zeit, die es dauert hervorragend übersetzt. Wenn ich auf Seite 9 bereits die ersten Zeilen anstreiche, dann weiß ich, ich bin im richtigen Buch. Wenn Ørstaviks Romane bisher schon allerfeinste Seelen- und Sozialstudien des Menschlichen waren, so geht die Autorin in diesem Buch noch weiter. Ihre Heldin Val zeigt sie bis in die Tiefen ihres Seins und geht mit großem Feingefühl und ebensolchem Sprachgefühl vor.

Die Norwegerin Val, 27, zieht zu ihrem italienischen Freund Paolo nach Mailand. Er ist wesentlich älter und arbeitet für einen großen Galeriekonzern, sie ist Zeichnerin. Beide haben sich auf ihrer Ausstellung in Oslo kennengelernt. Paolo hat sie umworben, sie sind zusammen verreist, haben sich Kunst angesehen und dann hat hat sich Val entschieden den großen Schritt zu machen. Für sie ist es schwer in einer Beziehung mit jemandem so eng zusammenzuleben, für Paolo leicht. Paolo ist noch verheiratet, obwohl seine Frau und er sich vor über 10 Jahren trennten. Val behagt das nicht. Sie versteht es nicht, doch Paolo erklärt ihr, dass es nur materielle Hintergründe hat und dass er nur sie liebe.

Val beginnt Mailand zu erkunden, von der Erdgeschoßwohnung mit den vergitterten Fenstern aus, die Blick auf eine kleine Piazza mit einer kleinen Kirche hat. Ihr Blick ist aufmerksam und genau. Sie blättert Fotobände über die Geschichte der Stadt durch, begegnet dem Faschismus unter Mussolini und entdeckt zwischen den geschichtlichen Texten auch Bilder eines Kinderheims, die sie sehr berühren. Waisenkinder sind es, Mädchen, Stelline genannt. Val versteht sie gut, denn ihre Eltern haben sie als Kleinkind an die Tante abgegeben, bei der sie dann im Reihenhaus wohnte. Die Eltern gingen nach Kalifornien, um Karriere zu machen und vergaßen sie. Erst als sie 12 Jahre alt war, gab es ein Treffen, dann noch einen Mittelmeerurlaub und dann gab es nichts mehr. Danach geben die Eltern der Teenagertochter sogar schriftlich zu verstehen, dass sie sie nicht wollen, dass sie für ein Kind eben nicht geeignet sind.

Als Leserin kann ich direkt nachvollziehen, was Val geprägt hat. Eine andauernde Vorstellung vom „nicht gewollt sein“, vom Ausgegrenztsein. Sie wünscht sich dazu zu gehören, hat aber Bindung als Kind nie erfahren, als es wichtig gewesen wäre. Und deshalb bleibt sie auch bei Paolo. Er will sie. Er liebt sie. Nur verstehen kann er sie vermutlich nicht. Er sieht nicht alles von ihr. Nicht die Dunkelheit, die Verlorenheit, das beinahe Verschwinden.

Val begibt sich mithilfe ihrer Zeichnungen, die sie ganz intuitiv entstehen lässt, immer wieder tief in ihr Innerstes. Sie überlässt sich ganz ihren Eingebungen, ihrer Fantasie und ihren Träumen. So kann sie dem Leben besser entgegentreten. Sie erfindet Figuren, die sie real flüchtig gesehen hat und in ihren Zeichnungen und Notizen ausschmückt und ihnen Leben und Vergangenheit einhaucht. Dass diese Geschichten und Bilder immer mit ihrer eigenen Person zu tun haben, dessen ist sie sich bewusst.

„Dieses Gefühl, dass es eine andere Wirklichkeit gibt.
Jene, da draußen, von der die Fotografen erzählen. Und dann gibt es die, die sie selbst in sich trägt, in ihrem Innersten. Die, mit der sie durch die Welt geht. Die für Val die stärkste ist. Als ginge sie durch die Welt, in ihrem eigenen Inneren. Kommen die beiden überhaupt in Berührung?“

Die Autorin lässt Figuren und Formen verschmelzen. Sie lässt die Stadt in den Augen Vals aufscheinen, die Architektur studiert hat, weil sie dann einen Beruf hatte, in dem sie zeichnen konnte. Gearbeitet hat sie nie als Architektin, aber sie geht mit diesem Blick durch die Stadt. Auch der menschliche Körper ist für sie in eine Form gepresst, durch die Muskeln gehalten. Oft hat sie das Gefühl, ihren Körper nicht in seiner Form halten zu können, zu zerfließen, sich aufzulösen. Dann will sie ihren Körper durch übertriebene Sportlichkeit formen. Auch der Blick Paolos auf sie ist ihr wichtig. Gleichzeitig erkennt sie auf den Festen und Ausstellungseröffnungen, die sie mit ihm besucht, wie wichtig Äußerlichkeiten in dessen Leben zu sein scheinen, wieviel Oberflächlichkeit in seinen Kreisen herrscht, wie verlogen die Kunstszene ist. Immer hinterfragt sie, was darunter liegt. Unter den Masken der Menschen und unter der neuen Architektur der Stadt. Für sie die Hochsensible, die Melancholische, geht alles ins Existenzielle. Sie gerät immer neu an ihre Grenzen.

„Ja, vielleicht kann das Zeichnen, kann die Kunst ein Freund sein, denkt Val. Vielleicht kann die Kunst die andere in mir sein. Das Fremde in mir, zu dem ich sonst keinen Zugang habe. Schattenräume in mir, versteckte. Die ich brauche, um zu wachsen. Durch deren Berührung ich mich verändern und wirklich werden kann?

In kurzen Kapiteln folgen wir Val durch ihr reales Leben in Mailand mit Paolo, durch ihre Vergangenheit in Norwegen und durch ihre Träume und die erzeichneten und erfundenen Geschichten über Jason, Vivian und die Waisenmädchen. Man fühlt, wie alles miteinander zusammenhängt. Wie ein Leben innen und außen so unterschiedlich gelebt werden kann. Dank Ørstaviks Sprache und Einfühlungsvermögen ist es ein intensives Leseerlebnis, das sich auf das Wesentliche konzentriert. Und ein tiefer Einblick in die Welt einer authentischen Künstlerin, für die ihr Tun heilsame Kräfte entwickelt. Einziges Manko, und dass sicher auch nur für mich: ein Happyend.

Geschickt und stimmig, wie Ørstavik Szenen aus Filmen von Michelangelo Antonioni mit einfügt. Froh bin ich auch über den Hinweis zur Künstlerin Marlene Dumas, deren Bilder im Roman mehrmals erwähnt werden und die mich sofort ansprechen. Große Lust, Mailand zu erkunden, habe ich bekommen. Danke auch dafür, Hanne Ørstavik! Strahlendes Leuchten!

Der Roman erschien im Karl Rauch Verlag. Er ist wieder wunderbar haptisch gestaltet mit feinem Papier, farbiger Fadenheftung und passendem Lesebändchen. Dank an Übersetzer Andreas Donat für das Rezensionsexemplar!

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

 

Kristof Magnusson: Ein Mann der Kunst Kunstmann Verlag

Kristof Magnussons neuer Roman „Ein Mann der Kunst“ ist das, was man einen Pageturner nennen könnte. Kurzweilig und mit viel Sprachwitz ganz auf der Höhe der Zeit, kreiert er eine wunderbare Persiflage auf die heutige Kunstwelt und das Bildungsbürgertum. 

Constantin Marx, aus seiner Sicht wird erzählt, ist in der Baubranche. Eigentlich ist er Architekt, doch künstlerisch ist an seinem Beruf inzwischen nichts mehr. Dafür hat er eine kunstsinnige Mutter, Ingeborg, eine Psychotherapeutin, die nebenher Vorsitzende des Fördervereins des bekannten Museums Wendevogel in Frankfurt ist. Sie nimmt ihn schon als Kind mit in Ausstellungen und auf Kunstreisen. Ihr Idol ist der Künstler KD Pratz, der neben Beuys in Düsseldorf Kunst studierte und seitdem immer wieder die Richtung änderte. Er ist so erfolgreich und berühmt, dass der Leiter des Museums plant, einen neuen Anbau ausschließlich ihm zu widmen. Ingeborg unterstützt ihn dabei. Die Mitglieder des  Fördervereins müssen jedoch zustimmen, sonst gibt es auch vom Staat keine Zuschüsse.

KD Pratz jedoch ist alles andere als ein einfacher Mensch. Typisch exaltierter Künstler hat er sich seit Jahren auf eine Burg im Rheingau zurückgezogen (siehe stimmiges Coverbild) und lebt und malt von der Außenwelt abgeschottet. Es gibt keinen Handyempfang, kein Internet, kein Social Media. Das Geheimnisvolle also, was den Künstler noch besonderer macht und seine Bilder noch teurer. Seit Jahren hat er kein Interview gegeben, ist nicht mehr in der Öffentlichkeit erschienen und jetzt ausgerechnet plant der Förderverein eine seiner Kunstreisen ins Rheingau, um das Atelier des KD Pratz zu besuchen. Was anfangs aussichtslos schien, ist durch, wie sich später herausstellt, unlautere Methoden des Leiters des Museums zur Realität geworden. Ein Wochenende im Rheingau steht an.

Was nun geschieht ist wirklich extrem gut erzählt. Köstlich, wie es Magnusson gelingt gängige Klischees und unausgesprochene Wahrheiten in dieser Geschichte zu einer explosiven Mischung zusammenzubringen. Er schreibt rasante Dialoge und schafft deutliche Charaktere, die ich genau vor Augen habe. Die Masken werden von den Gesichtern gezogen, sowohl auf Künstler- als auch auf Kunstliebhaberseite. Und natürlich läuft Einiges turbulent aus dem Ruder … Herrlich!

Alle Protagonisten sind in diesem Roman unsympathisch und gleichzeitig wieder sympathisch. Und das sagt eigentlich alles. Wir sind alle nie nur das Eine oder das Andere. Und oft hat, wie ich finde, der Künstler ja durchaus recht:

„Ich bin kein Künstler. Ich habe mich immer als Handwerker begriffen. Weil die Kunst am Ende ist. Die Kunst ist genauso kaputt wie die Gesellschaft. Genauso am Ende wie die EU und die Demokratie. Ist Ihnen mal aufgefallen, dass alles gleichzeitig zum Teufel gegangen ist, zu der Zeit, als die Leute angefangen haben, nicht mehr in die Welt zu sehen, sondern nur noch auf ihre Telefone? Früher war man sozial. Heute ist man social media. Wer hat denn noch die Konzentration, sich ein Bild wirklich anzusehen? Nicht nur ein Foto machen, posten und dann weiter?“

Der Roman erschien im Kunstmann Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Leseexemplar.

Eine weitere Rezension gibt es bei Letteratura.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Johanna Hansen: zugluft der stille edition offenes feld

Blau ist, wie mir scheint, die Farbe von Johanna Hansen. Das Coverbild ihres Lyrikbands „zugluft der stille“ betrachte ich immer wieder wie hypnotisiert. Das  Porträt einer Frau, umschmeichelt von blauestem Blau. Ein Blau, dass mich direkt hineinzieht in die Gedichte. Innen gibt es weitere Malereien der Autorin, die gleichzeitig auch bildende Künstlerin und Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Wortschau“ ist, immer als Unterteilung der einzelnen Kapitel.

Noch vor dem Blau kommt in den Gedichten allerdings die Farbe weiß. Der weiße Schnee – das weiße Blatt. Winterlandschaften, äußere und innere. Grenzen kennen die Verse scheinbar keine. Weder zwischen Körper und Seele noch zwischen Wirklichkeit und Phantasie. Scheinbar … wären da nicht die Punkte. Die vielen Punkte, die andere Satzzeichen nicht benötigen. Das verlangsamt die Lektüre, das macht die Leserin achtsamer. Mir kam es mitunter vor, als würden die Verse zwischen den Punkten meine Atemzüge begleiten. Ein. Aus. Der Rhythmus vorgegeben. Und der Punkt als winzige Atempause. Ein Innehalten. Wer die Gedichte so liest, kommt ins Fließen.

„sobald mir die stimme wegbleibt im digitalen dauerregen.
konzentriere ich mich auf das geräusch meines atems.
ganz dicht neben dir. beim spaziergang im park höre ich
es deutlicher. und heute fiel dort von einem ulmenzweig
beiläufig und leise ein ach“

Und Wasser gibt es in der Tat auch in Hülle und Fülle. Ostseewasser ist dabei: Die Dichterin brachte Verse mit von einem Künstleraufenthalt in Lettland. Im Kapitel „schwimmschnee“ sind sie aneinandergereiht wie Perlen. Sie erzählen Geschichten …

Ein umfangreiches Kapitel widmet sich der Kindheit. Es ist mir das eindrucksvollste. Von Geburt an, womöglich schon vorgeburtlich. Es sind mit Zeilen von Kinderliedern oder Sprichwörtern durchzogene Texte, die kaum kindlich kuscheliges haben. Es ist die Kindheit eines Mädchens in Nachkriegszeiten, der Vater stumm, die Mutter fleißig und gläubig.

“ … mama sagt. gott teilt alles zu. auch die schuld. aber der
krieg passt in keine schuld. sie ist einfach zu groß und verschlingt
uns vollständig. eimerweise schütten wir vergib uns unsere schuld
aus den tagen. waschen den krieg ab. der bleibt trotzdem schmutzig.
kann nicht aufgeräumt und nicht weggeputzt werden. so viele
wörter werden ans kreuz geschlagen. vollkommene wörter. tauber
kram. unsichtbar. wie ich.“

Es sind starke teils albtraumhafte Sequenzen, die mitunter Bilder aus meiner eigenen Kindheit wecken. Zwischendurch immer wieder Momente der Lebendigkeit wie im Gedicht „kopfüber herzunter“. Wenn ich es richtig interpretiere geht es hier um die große Entdeckung des Schreiben- und/oder Lesenlernens. Die Schönheit des geschriebenen Worts, das Glück des Ent-zifferns. Und auch Tröstliches wie die Anna im „Porträt in Sepia“. Die Köchin, die Haushälterin?

„… sie den kopf ungeniert in den nacken legt. einfach
lacht. kind sagt. und winkt über die wicken
am zaun …“

Dann ein Sprung. Die Dichterin ist mit Paris verbunden, das Lyrische Ich ist dort unterwegs. Im Gedicht „madame“ folgen Stadtimpressionen. Sinnlich. Womöglich beeinflusst durch den Eindruck eines Bildes im Museum? Womöglich durch den Wandteppich Dame mit Einhorn? Eine poetische Bildbeschreibung mit vielfältigen Assoziationen und Wendungen folgt.

Und dann geht es zum Abschluss wieder in den Schnee. Es geht nach Davos. Das gefällt mir gut, denn ich bin Liebhaberin des „Zauberberg“ der von Thomas Mann hier angesiedelt wurde. Und es schließt sich auch ein Kreis – der des Ein- und Ausatmens. Denn hier fanden sich, die Lungenkranken in Sanatorien. Die Liegekur an der frischen Luft sollte heilen. Die Dichterin lässt das Lyrische Ich tief im Archiv der Sanatorien kramen. Hier finden sich „kulissen für inspiration. expiration“ und dem letzten Satz kann ich als ebenfalls Dichtende nur zustimmen:

“ … erst beim überschreiten des sprachraums zur stille öffnet sich das wort wie eine tür zum gedicht.“

Johanna Hansens Band weist auf ein künstlerisches Doppeltalent, was mich immer ganz besonders staunen lässt. Vor allem wenn, wie hier zu erkennen ist, sich das Eine mit dem Anderen verbindet und jede Trennung sich auflöst. Der Gedichtband erschien in der Edition offenes Feld. Danke für das Rezensionsexemplar!

 

 

Michel Layaz: Louis Soutter, sehr wahrscheinlich Verlag Die Brotsuppe

900px-1938_Soutter_De_la_planète_à_l'étoile_anagoria

Aus dem kleinen feinen Verlag mit dem ungewöhnlichen Namen „Die Brotsuppe“ habe ich bereits vor einiger Zeit ein sehr besonderes Buchkunstwerk vorgestellt: „Willkommen im Tal der Tränen“ von Noëmi Lerch. Nun habe ich wieder eine Entdeckung gemacht. Da ich selbst male und mich sehr für Künstlerbiographien interessiere, passt dieses Buch über Louis Soutter, einen Musiker und Maler, den man zu den Art Brut Künstlern zählt, obgleich er Kunst studiert hatte. Der Schweizer Autor Michel Layaz erzählt mit fiktiven Anteilen aus dem Leben dieses vermutlich hochsensiblen, wie nicht für die Welt gemachten Künstlers.

Louis Soutter, 1871 in Morges in der Schweiz geboren, eigentlich unter den besten Voraussetzungen in einer wohlhabenen, angesehenen Familie, bricht aus den für ihn vorgesehenen Laufbahnen aus. Nach abgebrochenem Architekturstudium folgt ein Musikstudium an einem berühmten Konservatorium in Brüssel. Doch auch hier bricht er ab, um an eine Schule für Zeichnung und Malerei zu wechseln. Danach folgt die Heirat mit einer amerikanischen Violinistin. Beide gehen 1897 in die USA. Soutter erhält die Leitung eines Kunstinstituts. Die Ehe zerbricht. Er kehrt zurück in die Schweiz.

Hier beginnen nun die Probleme. Soutter spielt als erster Geiger in großen Orchestern, doch immer öfter hat er Aussetzer, hört mitten im Konzert einfach auf zu spielen, versinkt in Tagträumereien. Er lebt über seine Verhältnisse, kauft sich teure Kleidung, die Schulden häufen sich. Der Bruder, ein Apotheker, muss immer öfter für sein Auskommen aufkommen. Seine Stellen verliert er, spielt nur noch in Hotels oder in Kinos, lebt in einer engen Mansarde. Sein Freiheitsdrang lässt ihn immer wieder tageweise verschwinden. Dann wandert er vagabundierend im Anzug durch Schweizer Landschaften und übernachtet schon mal im Heuschober. Die Familie entscheidet sich für einen Vormund. 1923 lässt man ihn mit 52(!) Jahren dauerhaft in ein Altersheim in Ballaigues im Schweizer Jura einweisen. Für ihn ist das schwer erträglich. Er beginnt zu malen. Exzessiv.

Das Malen löst die Musik ab. Soutter zeichnet täglich mehrere Bilder, wie in einem Rausch. Was ihn antreibt, sind die eigenen inneren Gespenster, aber auch die unglaublich starke Verbindung zur Natur. Was mit ihm geschieht, wenn er sich dem Bilderstrom hingibt, würde man heute vermutlich „Flow“ nennen. Ich bin sicher, er ist dabei mit etwas Höherem verbunden.

„Wie das Licht, die Rundung der Hügel und Täler es wollten, ließ Louis sich von der Landschaft einsaugen, er wollte nicht neben der Natur sein oder über ihr, sondern in ihr, in Bewegung ganz in ihrem Innern.“

In den nächsten 19 Jahren bis zu seinem Tod entkommt er dem Heim nicht. Trotz kurzer Hoffnungsschimmer bleibt er dort allein zurück, strengen christlichen Regeln ausgeliefert, lebt immer asketischer. Sein Cousin, der Architekt „Le Corbusier“ besucht ihn einmal, ist begeistert von seinen Bildern, gibt ihm kurz öffentliche Aufmerksamkeit, wendet sich später aber ab. Jean Giono, der südfranzösische Schriftsteller und Cousin einer Pflegerin besucht ihn, kauft schließlich sogar einige Bilder ab. Auch der Schweizer Nationaldichter Ramuz verspricht ihm eine Zusammenarbeit. Und eine reiche entfernte Cousine lässt ihn in ihrem noblen Landhaus ab und an „Urlaub vom Heim“ machen. Doch niemand hilft ihm von dort dauerhaft wegzukommen. Seine eigenen Einsprüche wirken nicht. Ab 1937 malt er nicht mehr mit Feder oder Bleistift sondern mit den Fingern. Schwarz wird immer die vorherrschende Farbe bleiben. Am 20. Februar 1942 stirbt er allein in seinem Bett im Altersheim von Ballaigues.

Layaz schildert das alles in einem der Zeit angemessenen Ton. Er pickt Lebensjahre heraus und erzählt die wichtigsten Ereignisse, lässt auch Kleinigkeiten, die mir höchst wichtig erscheinen mit einfließen. Er haucht Soutter wirklich Leben ein, macht ihn (be)greifbar und zeichnet ihn zutiefst menschlich mit einem reichen Innenleben. Durch seine mitunter poetische Sprache zeigen sich mir sofort Bilder, kann ich mir Soutters Lebenswege bildhaft vorstellen. Es ist schwer abzuwägen, was hier tatsächlich biographisch ist und was fiktiv, doch der Autor zeigt immer offen, wenn er Vermutungen anstellt, wenn er sich der tatsächlichen Details nicht sicher ist. Ihm gelingt ein fesselndes Porträt eines Ausnahmekünstlers, dem man sich genau so hingeben muss, wie man das mit Soutters Bilderwelt tun sollte. Einfach erschließt sich weder eine solch unruhige Lebensgeschichte, noch solch komplexe Werke.

„Man hatte ihn manchmal gefragt, was er für Wünsche, Pläne hätte, doch seiner Miene nach wurde rasch klar, dass es ihm zuwider war, von sich zu sprechen. Manche hatten bemerkt, dass er sehr gebildet war, dass er sehr gut verstand, was man sagte, dass er sehr empfindsam war, eine Senisbilität, die er wie ein Makel mit sich herumschleppte, ein Gewicht, das er vergeblich irgendwo abzulegen versuchte.“

Soutter war meiner Meinung nach ein großes Talent, ein einzigartiger Künstler, ein Eigenbrötler im besten Sinne, freiheitsliebend und unkonventionell, sich nicht den Zwängen seiner Zeit unterwerfen wollend, und hatte das Pech, wie so viele Genies, vollkommen verkannt zu werden. Er war sicher kein einfacher Mensch, aber möglicherweise einer, der seiner Zeit voraus war. Nach der Lektüre begleitet er mich noch fast täglich in meinen Gedanken. Ein Leuchten!

Das Buch erschien im Verlag Die Brotsuppe. Übersetzt aus dem Französischen hat es Yla M. von Dach. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Christina Hesselholdt: Vivian Hanser Berlin

49044899_2436857436545390_278692022586441728_o

Als ich im Januar 2019 die Ausstellung „In her own hands“ mit Photographien von Vivian Maier (Foto siehe oben) sah, war ich überwältigt von der Fülle und dem genauen Blick der Künstlerin. Dass der größte Teil ihrer Fotos erst nach ihrem Tod entdeckt, ja entwickelt wurden, ist das Schicksal, das viele Künstler teilen. Das Leben der 1926 geborenen und 2009 gestorbenen Vivian Maier war nicht einfach, sehr unruhig, oft prekär und womöglich gab ihr die Photographie einen Grund da zu sein.


Die 1962 geborene dänische Autorin Christine Hesselholdt hat nun ein ungewöhnliches Lebensporträt geschrieben. Ich bin hin- und hergerissen von diesem Buch. Die Autorin geht ein Wagnis ein, mit dem ich nicht immer einverstanden bin. Dann wieder denke ich, wie sonst könnte man sich dieser Künstlerin nähern, von der ja nicht so viel autobiografisches Material zur Verfügung steht. Hesselholdt setzt einen allwissenden Erzähler ein. Dazu kommt Vivian selbst zu Wort, aber auch die Menschen, denen sie begegnet ist, wie etwa ihre wohlhabenden Arbeitgeber, als sie viele Jahre lang als Kindermädchen jobbt.

Hier übertreibt es die Autorin meinem Empfinden nach, indem sie Vivian als ein eher unzumutbares Kindermädchen schildert. Eine, die dem Kind brüsk befiehlt aufzuessen, unterwegs auf ihren Fototouren Süßigkeiten klaut, die es mitnimmt in den Schlachthof, damit es das wirkliche Leben kennenlernt. Ist das irgendwo aus Biografischem herauszulesen? Was hier Wahrheit und was Fiktion ist, bleibt ein Rätsel.

Der gesamte erste Teil spielt im Haus der Familie, in der Maier ab 1968 als Kindermädchen arbeitet. Immer wieder spricht hier Sarah, Mutter des Kindes und Hausherrin aus ihrem Leben und der Kindheit bei den Großeltern in Dänemark (Autobiografisches der Autorin?), was mich wenig interessiert. Und dann bin ich doch wieder eingenommen von der Sprache und den kreativen Einfällen der Autorin, wenn sie etwa Vivian als eine Art Messie schildert, wie es seinerzeit die wohlhabenden Gebrüder Collyer waren und damit bekannt wurden (wunderbar nachzulesen in E. L. Doctorows Roman Homer & Langley).

Im zweiten Teil beginnt der Erzähler (aka Autorin?) darüber nachzudenken, was er/sie überhaupt mit Fotographie anfangen kann, was Fotos zeigen, denn es scheint ja nichts als nur eine Momentaufnahme zu sein. Hier wird reflektiert, was Vivian Meiers beabsichtigte, wenn sie Bilder machte.

„Der Bäcker fragte: „Warum machen Sie so viele Fotos?“ „Haben Sie mitgezählt?“, antwortete ich. Darauf wusste er nichts zu sagen.“

Dann geht es rückwärts in der Zeit. Maria, Vivians Mutter hat sich vom Vater getrennt und zieht mit der kleinen Tochter bei der Porträtfotographin Jeanne Bertrand ein. Nach einer kurzen Zeit in Südfrankreich kehren die drei zurück. Nun erzählt überwiegend Vivian. Wir erfahren von der zerrütteten Familie und vom Werdegang Vivs. Zum Ende des Buches hin, verläuft der Text in eine Art Zwiegespräch zwischen Vivian und Erzähler.

„Ich fange mich nur selten lächelnd ein, aber heute war es der Fall: Ein Mann trug eine Scheibe vorbei, und ich fotografierte ihn von hinten, sodass ich mich im Glas spiegelte und es aussah, als würde er mich tragen.“

Vivian wird als forsche, wenig einfühlsame, etwas sonderliche einzelgängerische Person geschildert. Auch war sie an Männern, Frauen, Familie überhaupt nicht interessiert, ja generell waren ihr nähere Beziehungen wohl suspekt. Ist es das was die Autorin auf ihren vielen Selbstporträts erkennt? Sie wird als gesellschaftskritisch dargestellt. War sie das? Sind ihre Fotographien vor diesem Hintergrund entstanden? Tatsächlich schwand meine anfängliche Skepsis während der Lektüre mehr und mehr und ich empfinde nun den Roman als ungewöhnlich, aber höchst gelungen. Eine Biographie ist es jedoch nicht, eher eine Annäherung.

Ich habe mir begleitend den Band „Vivian Maier Street Photographer“ vom Schirmer & Mosel Verlag aus der Bibliothek geholt. Hier sind viele Fotos zu sehen, die Hesselholdt in ihrem Buch beschreibt. Offenbar hat sie sich auch intensiv mit diesem Band beschäftigt. Die Fotos, die in meinem Beitrag zu sehen sind, sind alle aus diesem Buch (bis auf ein farbiges Selbstporträt aus „Die Farbphotographien“, ebenfalls Schirmer & Mosel) und es sind alles jene beschriebenen Szenen.

Der Roman erschien im Hanser Berlin Verlag. Übersetzt aus dem Dänischen hat ihn Ursel Allenstein. Eine Leseprobe gibt es hier . Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Karen Minden / Marie Luise Kaschnitz: Eisbären Kunstanstifter Verlag

20200123_1159521834037101015022353.jpg

Marie Luise Kaschnitzs Erzählung „Eisbären“ erschien bereits im Jahr 1966. Kaschnitz (1901 – 1974), die 1933 ihren ersten Roman veröffentlichte, aber auch Gedichte und Hörspiele schrieb, wird heutzutage wenig gelesen. Was für ein Versäumnis dies ist, merkte ich bei dieser Lektüre. Im Kunstanstifter Verlag erscheinen immer wieder staunenswerte bildschöne Buchkunstwerke und so stieß ich auf den Band „Eisbären“. Die Bilder machten neugierig, die Leseprobe noch mehr.

Die Illustratorin Karen Minden interpretiert die wunderbare überraschende Erzählung, die als Text nur wenige Seiten lang ist, ganz eigen und sehr faszinierend. Sie bewahrt das Geheimnis dieser Geschichte in ihren Zeichnungen, die reduziert und gleichzeitig kraftvoll sind. Der Bleistift ist das Handwerkszeug von Minden und so zeigen sich die Szenen überwiegend in Schwarz/Weiß mit allen Grauschattierungen. Als einzige Farbe kommt ein helles Blau hinzu, was für mich die Kühle symbolisiert, die immer wieder in der Geschichte aufblitzt.

Vor dem Eisbärengehege im Zoo trafen sie sich einst. Das Paar, das die Hauptrolle spielt, ist schon viele Jahre zusammen. Eines Abends, die Frau hat sich bereits zum Schlafen ins Bett zurückgezogen, der Mann lässt auf sich warten. Als er dann nach Hause kommt, möchte er mit ihr reden. Alles verläuft anders als sonst. Das Schlafzimmer ist stockdunkel, doch er will kein Licht. Das Gespräch beginnt er mit der Frage, ob sie noch wisse, wie sie sich kennengelernt haben. Die Frau wundert sich, weiß das aber natürlich noch. Oft nennt sie der Mann Eisbär, weil sie den Kopf drehte, nach rechts und nach links, immer wieder, damals als er sie am Gehege stehen sah, als würde sie sich nach jemandem umsehen, auf jemanden warten. Die Frau besteht wie immer darauf, dass sie auf niemanden wartete.

„Sie zweifelte aber plötzlich daran, dass ihr Mann ihr glauben würde. Sie hatte das Gefühl, als stände hinter seinen Worten eine Unruhe, die sie nicht würde stillen, und eine Angst, die sie ihm nicht würde ausreden können, jedenfalls nicht in dieser Nacht.“

Dass das doch der Fall war, erfahren nur wir Leser. Dass es da einen gab, der sie verlassen hatte, von dem sie hoffte, er käme zurück. Und dass sie ihren Mann nur geheiratet hatte, weil sie nicht allein bleiben wollte. Obwohl sie ihn nun längst liebt. Doch das sagt sie ihm nicht. Das sind nur ihre Gedanken. Sie besteht auf der Unwahrheit. Und der Mann gibt sich nach längerem hin und her letztlich damit zufrieden. Und das ist vielleicht gut so. Denn als es an der Tür klingelt, so spät noch, wundert sich die Frau beim Öffnen der Tür sehr …

So müssen Kurzgeschichten sein. Das ist die große Kunst, auf wenigen Seiten gekonnt mit Sprache spielend eine Spannung aufzubauen, die einen am Ende staunend und womöglich mit offenen Fragen zurücklässt. Kaschnitz setzt hier den Focus auf das Mysterium der Liebe und auf die Frage, ob die volle Wahrheit immer sinnvoll ist.
Ich stelle fest, ich sollte wieder mehr Erzählungen lesen, denn zumindest diese hat mir große Lust darauf gemacht. Marie Luise Kaschnitzs Erzählungen gibt es gesammelt beim Insel Verlag. Für Bibliophile sei aber auf jeden Fall diese zauberhafte Ausgabe empfohlen. Der Band erschien im Kunstanstifter Verlag, wo sich auch eine Leseprobe findet. Auch ein Blick auf die Website der in Berlin lebenden Künstlerin Karen Minden lohnt sich. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Peter Handke: Zeichnungen Schirmer/Mosel Verlag

Handke_Zeichnungen_3D_full

Gratulation an Peter Handke für den Literaturnobelpreis 2019!

Aus diesem Anlass ziehe ich diesen für später geplanten Beitrag vor. Als ich 2017 die Ausstellung der Peter Handke-Zeichnungen in der Galerie Friese/Berlin besuchte war ich begeistert. Die kleinen Zeichnungen, die Handke neben oder über seine Notizen kritzelt, fand ich sehr stimmig passend zu Handkes Schreiben. Zeichnungen fand man auch zuvor in den Büchern „Vor der Baumschattenwand nachts“ oder vereinzelt auch im „Notizbuch“. Die Notizhefte, die er seit den 70er Jahren schreibt, sind stete Begleiter auf Reisen, Wanderungen oder im Haus in der Niemandsbucht. Für die Ausstellung wurden die Seiten aus den echten Notizbüchern getrennt. Und dann in weiser Voraussicht fotografiert. So konnte dieser schöne Bildband entstehen, der mich besonders fasziniert, da ich solche Notizbuchskizzen liebe und mitunter selbst Kritzeleien in meinen Schreibheften vorfinde. Es ist einfach eine schöne Erweiterung des Handschriftlichen, das dadurch mehr Weite bekommt.

In diesem Band sind nun alle Bilder der Ausstellung versammelt und auf hochwertigem Kunstdruckpapier in natürlicher Farbe strahlen sie. Sie sind in Originalgröße jeweils auf einer Seite abgebildet und so merkt man, wie klein und dennoch detailreich sie wirklich sind. Sie sind anrührend, mitunter auch kindlich und es schimmert immer die Freude am Tun heraus. Sie scheinen zum Prozess des Schreibens dazuzugehören. Fast immer sind es Naturmotive, Igel, Kastanien, die obligatorischen Pilze und mitunter auch mal Grabsteine. Als Material dient sowohl Bleistift, als auch Kuli oder farbiger Filzstift.

Der italienische Philosoph Giorgio Agamben hat ein auf den Band einstimmendes Vorwort geschrieben. Er erinnert dabei an andere, die ebenfalls im Text skizzierten, wie etwa Kafka, Dostojewski und Artaud. So schreibt er:

„Man kann sich auch mit dem Blick Notizen machen. Eine Lindenblüte ist in eine Kaffeetasse gefallen. Das ist ein episches Ereignis, als solches datierbar. Aber auch wenn das Datum – in diesem Fall der Juli 2009 – auf eine bestimmte Zeit verweist, sind in diesen Zeichnungen, wie in den Notizen, alle Blicke gleichzeitig.“

Der Band erschien dieses Jahr im Schirmer/Mosel Verlag.


Weitere Beiträge zu Peter Handke auf meinem Blog:

https://literaturleuchtet.wordpress.com/2018/01/13/peter-handke-die-obstdiebin-suhrkamp-verlag/

https://literaturleuchtet.wordpress.com/2017/10/12/peter-handke-mein-jahr-in-der-niemandsbucht-oder-wie-ich-ins-nirgendwo-gelangte-eine-herzenssache/

https://literaturleuchtet.wordpress.com/2017/07/07/film-kunst-film-bin-im-wald-kann-sein-dass-ich-mich-verspaete-dvd-film-von-corinna-belz-2016/

Und last but not least: Mein Hommage-Gedicht an Handke:

Handkes Bleistift

Heute stand neben mir in der Tram
der junge Handke und hielt einen
Bleistift in der einen und einen Korb
voller Röhrenpilze in der anderen Hand.
Er murmelte etwas von läppischer
Literatur und dass Verzückung ihn ergriff,
als er unerkannt aus dem Wald an den
Stadtrand fand. Ich glaubte ihm aufs
Wort und hielt mich am Haltebügel fest.
Bevor er ausstieg, hinaustrat, nahm er kurz
die Brille ab. Da fiel der Bleistift herab.
Später fand ich Spuren von Sand aus der
Bucht in meiner Jackentasche, hörte das
Geräusch der Schnitte, die ins Pilzfleisch
drangen; es klang wie ein Schritt im ver-
harschten Schnee. Den Bleistift hatte ich
aufgefangen.

© Marina Büttner

Jan Peter Bremer: Der junge Doktorand Berlin Verlag

20190909_1202192085199343183585518.jpg

Als Jan Peter Bremers neuer Roman „Der junge Doktorand“ auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis landete, erinnerte ich mich, dass ich bereits „Der amerikanische Investor“ von ihm gelesen hatte. Ein Roman, der in einem Haus in Berlin spielt, das neu renoviert wird und einer Familie, deren Wohnung dadurch immer maroder wird, was sich auch im Familienleben spiegelt. Auch im neuen Buch geht es um Beziehungskonstellationen, die durch etwas aus dem Außen eindringendes komplett aus dem Ruder laufen.

Welch ein herrliches Buch! Ich habe mich köstlich damit amüsiert. Allein der Titel. Der junge Doktorand wird in dieser Geschichte zwar unentwegt genannt, spielt die Hauptrolle, obgleich er selbst eigentlich kaum vorkommt, geschweige denn etwas zu sagen hätte. Hätte wohl schon, aber man lässt ihn nicht zu Wort kommen.

Wir befinden uns in der alten ausgebauten Wassermühle des Malers Günter Greilach und seiner Frau Natascha. Der alternde Maler droht als Künstler in Vergessenheit zu geraten und so ist es beiden gerade recht, dass ihnen der Besuch eines jungen Doktoranden ins Haus steht, der seine Arbeit über Greilach Werk schreiben will. Das die Ankündigung von der ehrgeizigen Mutter des Doktoranden kommt und der junge Doktorand selbst immer wieder per Postkarte mitteilt (die Greilachs haben kein Internet), dass sein Kommen sich leider verzögere, finden die Greilachs in ihrer Vorfreude auf den Gast gar nicht seltsam, es steigert sogar ihre Anspannung.

Die Geschichte beginnt an dem verregneten Abend, als der Doktorand dann doch endlich auftaucht. Er wird vom Ehepaar Greilach vollkommen aufgeregt in Empfang genommen und schon in diesen ersten Minuten wird klar, dass es hier nicht um den jungen Mann geht, sonder einzig und allein um die beiden. Sofort entspinnt sich ein Dialog zwischen den Eheleuten, der den Doktoranden, die Hauptperson sogleich außen vor lässt, bei dem der Leserin sofort unwohl wird. Beide versuchen jeweils das Wort an sich zu reißen, den besten Eindruck zu hinterlassen und merken nicht, wie sie dabei ihren Gast vollkommen ausblenden. Sie werfen sich ruppige Worte an den Kopf, sie ereifern sich, sie führen ihre Dispute in gleicher Weise wie immer fort (nur endlich mit Publikum) und es wird klar, dass die beiden sich lange schon nicht mehr leiden können, nur noch aus Gewohnheit zusammen leben.

Nataschas Erwartungen sind hoch. Sie erhofft sich ein weiteres Aufblühen. Begonnen hat dieses Gefühl schon mit der Ankündigung des Gasts. Sie verklärt den jungen Mann vollkommen, fantasiert sich ein Bild und eine Biografie von ihm, die ihr zupass kommt, mit der sie vor ihrer Freundin in der Provinzstadt glänzen kann.

Greilach erhofft sich einen Bewunderer, einen den er sich zurechtbiegen kann, dem er womöglich die Doktorarbeit gleich selbst diktieren kann. Es ist seine Chance wieder in den Focus der Kunstwelt zu kommen.

Der junge Doktorand namens Florian, wie man recht spät erfährt, entspricht keiner der Erwartungen seiner Gastgeber. Er, der in der Schule einmal eine Lithografie Greilachs in einem Aufsatz besprach (weshalb die ganze Geschichte ins Rollen kam), hat gar keine künstlerischen Ambitionen mehr seit seine Mutter eine Affäre mit dem ehemaligen Kunstlehrer hat. Er will nicht studieren, ist nicht besonders ehrgeizig, sondern hat eine Aufgabe gefunden, bei der er sich geborgen und angenommen fühlt. Er kümmert sich freundschaftlich um Geflüchtete und arbeitet in einer Sprachschule, in der er Deutsch unterrichtet.

„Ohne seinen Blick vom Telefon zu heben, trat der junge Doktorand auf den Tisch zu, setzte sich auf den angebotenen Stuhl, legte das Gerät vor sich ab und zog seinen Tabakbeutel aus der Bauchtasche hervor.“

Zu lesen, wie die Greilachs es schaffen, den jungen Doktoranden als Anlass für ihre hanebüchenen gegenseitigen Beschuldigungen und Vorwürfe zu benutzen, die offenbar das Einzige sind, was sie noch verbindet, sich immer mehr in diese hineinzusteigern, ist enorm witzig und höchst traurig zugleich. Der junge Doktorand hingegen hält sich am Mobiltelefon fest, welches ab und an sirrt oder tutet, dreht Zigaretten und man ist nicht sicher, ob all die Dia- und Monologe ohne Schaden an ihm vorbeiziehen …

Bremer hat ein intensives, gekonnt konstruiertes Buch geschrieben, bei dem man nicht recht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Sicher ist jedoch, dass sich alles genauso abspielt, tagtäglich da draußen. Der Roman jedoch leuchtet!

„Der junge Doktorand“ erschien im Berlin Verlag. Er steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2019. Mehr über Buch und Autor hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

 

Johan Harstad: Max, Mischa & die Tet-Offensive Rowohlt Verlag

DSCN3399

1241 Seiten: Max. Mischa. Owen. Theater. Apokalypse Now. Beckett. Vietnam-Krieg. Ionescos „Die Nashörner“. 09/11. Klavier. New York. Jazz. Stavanger. Freundschaft. Liebe. Kunst. Und eine schwer greifbare Melancholie.

Das sind die Stichworte, auf die ich Johan Harstads großen Roman reduzieren könnte, wenn ich es wollte. Ziemlich schnell sah ich Verwandtschaften zu zwei anderen gewichtigen Büchern. Ich finde nach wie vor, dass dieser Roman eine Art Mischung ist aus den von mir geliebten Romanen „4321“ des US-Amerikaners Paul Auster und „Magnet“ des Norwegers Lars Saabye Christensen. Ganz ähnliche Themen werden hier verhandelt. Und wie diese beiden, ist es ein gewaltiger Roman, pure Erzählkunst, wie sie nur über so viele Seiten geschehen kann. Nur auf diese Weise kann ich in eine Geschichte total versinken. Dabei sein. Mit leben. Spüren, was die Figuren fühlen. Selten sah eines meiner Bücher nach Beendigung der Lektüre so zerlesen aus. Es musste überall mit hin … und es war danach schwer, etwas gleichwertiges zum Lesen zu finden.

Tatsächlich spielt die Handlung dann auch zum Teil in Norwegen und in den USA und sie beginnt 1988 und endet 2011. Max lebt in Stavanger, seine Eltern sind kommunistische Aktivisten. Als 11-jähriger Junge spielt Max mit seinen Freunden allzu gerne Krieg. Der Film „Apokalypse Now“ wird später zum Highlight des beschaulichen Lebens in der Kleinstadt in Norwegen. Als seine Eltern mehr als überraschend beschließen, in die USA nach New York auszuwandern, bricht für den inzwischen 14-Jährigen eine Welt zusammen.

„… ich höre selbst, wie meine Sprache an Steinchen erinnert, die zwischen den Zähnen knirschen. Und so soll es auch sein. Die Kiesel sind das Resultat einer Sprache, die Jahrtausende überdauert hat, sie wurde aus dem Altnordischen herausgeschliffen, von Gletschern aus Felswänden geschürft, mit den Sedimenten aus dem Fjord gewaschen, vom Wind fortgeweht, …“

Der Vater wird Pilot bei American Airlines und glänzt durch Abwesenheit, was Max und seine Mutter näher zusammen bringt. Als er in der neuen Schule Mordecai kennenlernt, beginnt eine enge Freundschaft, die für die Entwicklung beider wichtig ist. Die beiden beginnen zunächst mit gemeinsamem Sport, wechseln schließlich zum Theaterworkshop der Schule und werden in diesem Metier richtig gut. In einem Sommer auf der New Yorker Insel Fire Island, lernt Max durch Mordecai Mischa kennen. Max ist 16, Mischa ist 23, kommt aus Montreal und ist bereits im Begriff als Künstlerin bekannt zu werden. Beide beginnen trotz mancher Widrigkeiten eine Liebesbeziehung. Max und Mordecai studieren an Schauspielschulen, Max wechselt ins Fach Regie und wird damit später recht erfolgreich. Mordecai hat es als Schauspieler schwerer und lebt oft am Limit. Ihre Freundschaft wird die Jahre überdauern, sie verlieren sich nicht aus den Augen.

Weiterhin kommt Owen ins Spiel. Er heißt eigentlich Ove und ist Max`von den Eltern tot geschwiegener Onkel. Ove verließ als junger Mann sein Heimatland, um in den USA Pianist zu werden. Doch der Erfolg ließ auf sich warten. Um die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erhalten, meldete er sich freiwillig für den Vietnam-Krieg, der damals, wie jeder glaubte, bald zu Ende sein würde. Diese Zeit prägt Ove/Owen nach seiner Rückkehr stark. Nach einigen guten Jahren mit seiner großen Liebe, kommt es zur Trennung. Erschüttert beginnt er in New York ein weiteres Mal ganz neu. Er findet Arbeit in einer Klavierfabrik, beginnt langsam wieder mit dem Klavierspiel und landet schließlich durch unvorhersehbare Umstände in einer riesigen Wohnung im damals architektonisch ungewöhnlichen Wohnhaus, genannt Apthorp, in Manhattan.

Max fasziniert der fremde Onkel und als beide sich kennenlernen, verstehen sie sich wunderbar. Max und Mischa ziehen schließlich bei Owen ein. Es folgen glückliche, spannende, bewegte Jahre, die einen großen Teil der Geschichte ausmachen. Doch so wie das Gebäude immer maroder wird, bröckelt auch Mischas Liebe zu Max, wird Owens Körper durch eine Krankheit immer fragiler. In dieser Zeit lebt auch Mordecai, mangels Geld und Arbeit eine Weile mit im Apthorp. Mischa trennt sich von Max und geht zunächst nach Kalifornien, dann nach Montreal zurück. Ihre Bilder werden auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt.

„Kunst von einer Künstlerin war schwieriger zu verkaufen. Sie musste, das wurde nie gesagt, aber immer gedacht, doppelt so gut, doppelt so kontrovers, aggressiv und sexy sein, um auf dem Markt dieselben Preise zu erzielen wie die Werke der männlichen Kollegen. Zusätzlich geplagt von der Furcht, man könnte es womöglich auch noch mit feministischer Kunst zu tun haben, …“

All das wird in Rückblenden erzählt. Max fährt mit dem Auto, um unabhängiger zu sein, von Auftrittsort zu Auftrittsort quer durch die USA. Sein neuestes Stück ist so erfolgreich, dass sich diese Tournee durch große Schauspielhäuser ergeben hat. Auf dieser Reise gerät auch Max an seine Grenzen, stellt sich die Frage, ob er mit dem Theater weiter machen will. Ein unerwartetes Wiedersehen mit Mischa bei einem sehr traurigen Anlass,

„… denn wenn es Temperaturen von Einsamkeit gibt, sind diese letzten Minuten die kältesten, weit unter dem Nullpunkt, ein Ort, zu dem Telefone oder Stimmen und Freunde und Familie nicht mehr durchdringen und in dem sich alle Moleküle zu einer unerschütterlichen Ruhe ordnen, …“

scheint dann aber neue Möglichkeiten zu eröffnen …

Und Wahnsinn: Was für ein Schluss! Welch große Erzählkunst! Harstad lässt seinen Helden Max in einem furiosen Showdown seinen ganz eigenen „Apokalypse Now“-Augenblick erleben. Welch ein Finale! Ein beglückendes Leseabenteuer, wie es selten zu finden ist, durfte ich hier erleben. Johan Harstad hat einen nahezu perfekten Roman konstruiert, dessen Sprache und Erzählweise mit dem Inhalt, den verhandelten Themen, um die Wette glänzen. Allem liegt eine tiefe Melancholie zugrunde, eine Dringlichkeit und Intensität, wie ich sie mag. Müsste man aus der großen Menge der diesjährigen Neuerscheinungen zum Buchmesse-Gastland Norwegen nur einen Roman wählen, dann bitte diesen. Ein nordlichtes Leuchten!

„Max, Mischa & die Tet-Offensive“ erschien im Rowohlt Verlag und wurde von Ursel Allenstein brillant aus dem Norwegischen übersetzt. Hier gibt es ein schönes Interview mit der Übersetzerin und hier eines mit dem Autor Johan Harstad. Zudem ist das Buch auch noch äußerlich interessant gestaltet. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Weitere ebenso begeisterte Besprechungen gibt es bei Klappentexterin, Masuko13 und Buzzaldrins.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.