Ruth Lillegraven: Sichel Edition Rugerup

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Aus Norwegen, dem diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, kommt ein in seiner Schlichtheit der Sprache außergewöhnlich eindrücklicher Lyrikband von Ruth Lillegraven. Die 1978 in Westnorwegen geborene Dichterin taucht ein in eine archaische Lebenswelt, die sich in ihren Menschen und in der Natur manifestiert. Hier ist wenig Raum für fliegende Gedanken. Hier ist vielmehr harte Arbeit angesagt. Und für den Held dieses Langgedichts ist es schwer, als er seine körperliche Kraft verliert. Dass neue Energie aus dem Geist kommen darf, dass Worte, die oft so schwer fielen, ganz neue Räume eröffnen, gleicht höchster Magie. So magisch wie diese Gedichte.

In einer klaren einfachen Sprache bildet Lillegraven ihre Verse. Sie sind bis aufs absolut Notwendigste verdichtet, enorm konzentriert. Zeilen- und Wortwiederholungen prägen die Gedichte und machen sie dringlich, bilden den Rhythmus.

all dieser stein

alles fällt
in den fjord
der himmel
der berg, das licht
blau in blau
grau in grau
nass in nass
alles in alles

alles fällt
in den fjord

Im Kapitel I werden wir in eine Familie eingeführt. Der Mond lenkt anfangs das Geschehen. Ein Kind, der Junge Endre, der nicht schlafen kann und vom Vater mit dem Mond vertraut gemacht wird. Eine Zärtlichkeit liegt in diesen Zeilen, eine Liebe. Der Junge benennt seine Eltern in der Sprache der Natur:

mutter und vater

meine mutter ist sonnenschmelz
und butterblume

vater ist altfichte
und adlerkreisen

Als der Junge vier wird, redet er nicht mehr. Viel später erst beginnt er von neuem, doch:

die stille sitzt in mir, liegt auf der lauer
als wäre sie eine andere sprache

Die Mutter erkennt, dass dieser Sohn anders ist als seine vielen Geschwister.

neun junge, neun walderdbeeren auf einem halm, das sagte mutter

Das Schicksal spielt ein Spiel mit der Familie. Der Hof brennt ab, der Vater wird krank und erzählt Geschichten von früher. Es ist eine Zeit, in der Krankheit leicht Tod bedeuten kann. Geschwister sterben jung. Manche heiraten, verlassen die Familie, das Land bis in die neue Welt. Sommer und Winter vergehen. Die Jahreszeiten bestimmen die Arbeit. Immer weniger Walderdbeeren. Und irgendwann sind es nur noch der Junge Endre, die Mutter, der Vater.

so sacht fällt der schnee
dass er fast nicht fällt

so sacht fällt der schnee
dass ich beinahe sehen kann
wie er sich löst und zurückfällt
in den himmel

legt sich auf dem mond
zur ruhe
hier sind die bäume
schwer und dunkel

Die Natur weist die Wege. Der Mondkalender sagt, tu dies, lass das. Darauf ist Verlass. Schon immer ist das so und bleibt so.

Dann findet Endre seine Frau. Abelone, die Tochter des Lehrers. Und sie leben auf seinem Hof.

und
den blauglockenhimmel
werde ich runterhakeln zu dir
flüstere ich, lege ihn wie
den feinsten schal
um deine
schultern

Es ist ein Leben vollkommen nach der Natur. Endre wächst ein in die Natur, wird Wald und Baum und Regen. Und Abelone erwartet ein Kind, es wird wachsen und sein Vater wird ihm den Mond zeigen in einer Nacht ohne Schlaf.

In Kapitel II stirbt Endres Vater – der ewige Kreislauf, das Stirb und werde. Doch Abelone hat eine Fehlgeburt. Kein weiteres Kind will kommen. Auch Endre erkrankt, er hat das „Reißen“, den Rheumatismus vom Vater geerbt, schafft das Pensum nicht, was Haus und Hof abverlangen. So ist er nichts wert. Der Hof wird verkauft an den Schwager, der arbeitet wie ein Bär.

so habe auch ich
meinen schatten

ich bin der du warst
sagt der schatten

ich bin der du
sein solltest

ich bin
sveins sohn

und du bist
nichts

Kapitel III lässt Hoffnung leuchten. Und was da leuchtet, kommt in einer anderen Sprache aus dem fernen Land in Übersee, wo der Bruder lebt. Er schickt ein Buch, ein Wörterbuch, dick und schwer. Endre wächst mit den Wörtern mit dem fremden Klang.

snow, sage ich
mit der neuen stimme
blättre und blättre in dem buch
die seiten dünn wie
morgendunst

Es ist eine Freude, zuzusehen, wie Endre nun auflebt. Neue Bücher kommen. Endre liest und lernt und wächst innerlich. Er liest von den Niagara-Fällen, von der Kaiserin von Indien, von Guiseppe Garibaldi und vom ausgestorbenen Vogel, dem Dodo. Endre liest und liest und blüht auf, doch Abelone, die früher die Lesende war, leidet. Sie hat mit dem Tagwerk zu tun, mit der Küche, dem Hof, auf dem sie weiterhin leben. Sie, die früher las, versteht ihn nicht mehr. Die Bücher sind nun sein Spiegel, sein Traum. Hier ist er Reisender, Entdecker, Wissenschaftler.

Und dann geschieht es wundergleich: Auch Abelone, die Enttäuschte nimmt das dicke Buch zur Hand und spricht leise die neuen Wörter. Und so finden sie wieder zusammen, durch eine neue Sprache zueinander in neuen Worten wieder gemeinsam.

Im VI. Kapitel kommt der Bruder aus Amerika zu Besuch und wundert sich und erinnert sich, wie der Bruder einmal war und wie er jetzt ist. Wie er viel redet in dieser neuen Sprache, wo er doch immer so wenig sprach früher. Endre und Abelone sprechen ihr Englisch bis der Tod Endre holt. Der ewige Kreislauf … das Stirb und werde.

Ruth Lillegravens „Sichel“ ist ein stilles langsames Buch. Es erreicht seine Höhepunkt, als Endre durch die Worte, durch Bücher, durchs Lesen neue Lebenskraft erlangt. Und doch wachsen mir von Anfang an auch die Zeilen ans Herz, die mich durch die Natur des ländlichen Norwegens um 1900 führen. Hier ist eine Tiefe zu spüren, auch eine Schwere, eine Art magischer Melancholie. Jedes Wort findet seinen stimmigen Platz, jeder Vers passt, um einen beschwörenden Rhythmus hervorzurufen. Gedichte mit sehr kurzen Zeilen und mit vielen Brüchen wechseln sich ab mit dichten, beinah blockartigen, erzählenden Textteilen, die allerdings immer in ihrer Anordnung einen sichtbaren Schwung enthalten.

Wunderschön dann die für mich sehr überraschend kommende Wende in Endres Leben, hervorgerufen durch das Studium der Bücher. Lesen als heilsame Kraft. Sprache als Licht. Das ist die wunderbare, diesem Gedichtzyklus zugrunde liegende Erkenntnis.

Und so freue ich mich sehr, dass dieser Zauberband einen Platz auf der Shortlist des Preises der unabhängigen Verlage gefunden hat. Die Gedichte wurden trefflich übersetzt von Klaus Anders, der selbst Dichter ist. Der Band erschien in der Edition Rugerup.

Diese Rezension erschien erstmals auf dem Hotlistblog. Das Buch ist eines von 10 Titeln, die für den Preis der Unabhängigen Verlage ausgewählt wurden. Auf der Seite der Hotlist gibt es eine Leseprobe.

Der Traum in uns – Romane aus Norwegen Ehrengast Buchmesse 2019 #2

Wunderbare neue Romane aus dem Buchmesse Gastland Norwegen gibt es dieses Jahr zur Buchmesse. Jedes Mal eine schöne Möglichkeit die Literatur anderer Länder zu entdecken. Einige neue, aber auch ältere Romane finden hier Erwähnung. Ein Hoch im speziellen auch auf die brillanten Übersetzer!

Beim Klick auf die jeweiligen Bilder oben und unten findet sich der Link zur Besprechung. Falls nicht, ist sie noch in Arbeit und folgt, solange gehts zur Verlagsseite. Manchen Autoren wende ich mich etwas ausführlicher zu. Leuchten allenthalben!

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Besonders herausragend finde ich Johan Harstad mit seinem im Frühjahr erschienenen über 1200 Seiten umfassenden einzigartigen sprachmächtigen Familien-Kunst-Liebes-Stadt-Kriegs-Theater-Freundschafts-Roman „Max, Mischa & Tet-Offensive“. Eines der Highlights dieses Lesejahres. Die Übersetzerin heißt Ursel Allenstein. Erschienen bei Rowohlt.

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Jan Kjærstad:
Der in Norwegen sehr bekannte Autor schreibt in „Das Norman-Areal“ absolut genial über das Phänomen der Literaturbesessenheit und deren Schattenseiten. Vom Autor ganz frisch erschienen: die Übersetzung des Romans „Berge“ von Bernhard Strobel im Septime Verlag. Der neue großartige Roman zeigt anhand mehrerer Morde die Befindlichkeit der Norweger auf und bietet Einblick in die aktuelle Politik und Gesellschaftssituation, ist aber alles andere als ein Krimi. Meine Besprechung dazu hier.

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Tomas Espedal:
Ein poetischer melancholischer Sprachkünstler. Einer, bei dem die Sprache und Form im Mittelpunkt steht. Jedes seiner Bücher pure Lesefreude! „Das Jahr“ ist sein hierzulande aktuell erschienenes Buch, übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. Alle Bücher erschienen im Matthes & Seitz Verlag. Zu meinen ausführlichen Beiträgen geht es mit Klick auf die Bilder.

„Worte und Sätze gingen mir durch den Kopf, als wäre das Innere meiner Augenlider ein umgedrehtes Blatt Papier, auf dem jemand schrieb, ein dunkles Papier, auf dem die Wörter mit voller Kraft einschlugen, sie leuchteten.“

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Jon Fosse:
Der große norwegische Autor und Dramatiker, der mich schon lange begleitet mit seinen Romanen, Gedichten und Stücken. Klar, einfach, eindringlich und poetisch, seine Sprache. „Der andere Name“ ist ein auf mehrere Bände angelegtes Werk, es ist der neueste Roman auf Deutsch, übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. Alle Bücher erschienen im Rowohlt Verlag.

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Hanne Ørstavik:
Eine echte Entdeckung! Schwer zu beschreiben, was ihre Romane so besonders macht. Vielleicht ist es die Dichte und Intensität, eine besondere Art das Alltägliche zu beschreiben, die ihre Bücher auszeichnet. Zudem sind die Bücher aus dem Karl Rauch Verlag auch besonders hübsch gestaltet mit feinem Papier und Fadenheftung. „Die Zeit, die es dauert“ ist der neueste Roman, übersetzt von Andreas Donat.

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Merethe Lindstrøm:
Eine wunderbare Autorin, die hierzulande bekannter werden sollte. Sie weiß in ihren Romanen in die Tiefen zu tauchen und hat eine unvergleichlich schöne poetische Sprache. Gerade neu erschienen ist „Tage in der Geschichte der Stille“, übersetzt von Elke Ranzinger. Beide Bücher erschienen im Matthes & Seitz Verlag.

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Lars Saabye Christensen:
Sein Roman „Der Halbbruder“ hat mich schon vor Jahren begeistert und auch „Magnet“, ein Roman über einen charismatischen norwegischen Fotografen in den USA aus dem letzten Jahr war ein (ge-)wichtiges Lesehighlight. Die Übersetzerin ist Christel Hildebrandt. „Die Spuren der Stadt“ heisst sein aktuell erschienener Roman, der der Stadt Oslo in den 80er Jahren gewidmet ist, erschienen bei btb.

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Karl Ove Knausgård:
Irre berühmt geworden mit seinem autobiografischen mehrbändigen Monumentalwerk „Min Kamp“, in dem er detailliert auch sehr private Details und Befindlichkeiten erzählt und bei dem beim Lesen ein unglaublicher Sog entsteht. Übersetzer sind hier Paul Berf und Ulrich Sonnenberg. Alle Bände erschienen im Luchterhand Verlag.

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Per Petterson:
Sein bekanntester wunderbarer Roman „Pferde stehlen“ wurde auch kürzlich verfilmt. Der Norweger verarbeitet darin ein wichtiges Stück norwegischer Geschichte. Der neueste Roman „Männer in meiner Lage“ erschien soeben, übersetzt von Ina Kronenberger im Hanser Verlag.

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Ketil Bjørnstad:
Der Autor, der auch grandios Klavier spielt und das thematisch auch oft in seinen ausgezeichneten Romanen verarbeitet. „Oda“ kann ich besonders empfehlen: Es geht darin um die Künstlerin Oda Krogh (1860-1935) aus Oslo, damals Christiania, die ihrer Zeit weit voraus war. Lothar Schneider und Ina Kronenberger haben übersetzt. Alle Bücher erschienen im Suhrkamp Verlag.

Viel Vergnügen bei nordischer Lektüre!

Der Traum in uns – Norwegen als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019 #1


Norwegen als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019 ist mir eine besondere Freude. Deshalb gibt es einen dreiteiligen Beitrag hier auf dem Blog. Seit ich vor vielen Jahren durch Norwegens Berge, an seiner Küste, seinen Fjorden und über seine Wasser fuhr und mich an diesen so satten Farben, dieser so unglaublich schönen Landschaft nährte, ist es für mich ein Sehnsuchtsland geblieben. Eine echte Reise ist zur Zeit nicht möglich, aber in und mit Literatur reisen ist ja fast genau so schön.

Viel später, etwa zu der Zeit, als ich mit meinem Blog begann, fielen mir Gedichte zu, Gedichte, die mich innigst berührten. Es waren Gedichte von Olaf H. Hauge. Gleichzeitig lernte ich damals den Übersetzer seiner Gedichte ins Deutsche kennen, Klaus Anders, der noch einiges mehr an norwegischer Lyrik mit seinem – er ist selbst Lyriker – Gespür für Sprache übertrug. Mein Beitrag zu Hauges beiden Büchern aus der Edition Rugerup erschien deshalb auch schon 2015 und umso überraschender war es nun, dass eine Zeile eines seiner Gedichte „Der Traum in uns“ als Leitwort für die Buchmesse 2019 ausgewählt wurde.

Det er den draumen

Det er den draumen me ber på
at noko vedunderleg skal skje,
at det må skje —
at tidi skal opna seg
at hjarta skal opna seg
at dører skal opna seg
at berget skal opna seg
at kjeldor skal springa —
at draumen skal opna seg,
at me ei morgonstund skal glida inn
på ein våg me ikkje har visst um.

(Olav H. Hauge, Dropar i austavind, Noregs boklag 1966)

Das ist der Traum

Das ist der Traum, den wir tragen,
daß etwas Wunderbares geschieht,
geschehen muß —
daß die Zeit sich öffnet,
daß das Herz sich öffnet,
daß Türen sich öffnen,
daß der Berg sich öffnet,
daß Quellen springen —
daß der Traum sich öffnet,
daß wir in einer Morgenstunde gleiten
in eine Bucht, um die wir nicht
wußten.

(Olav H. Hauge, Gesammelte Gedichte,
Edition Rugerup 2012)
Übersetzung des Gedichts ins Deutsche von
Klaus Anders.

Schon lange zuvor, noch in meinen Zeiten als Buchhändlerin waren mir Autoren wie Per Petterson, Lars Saabye Christensen, Erik Fosnes Hansen, Ketil Bjørnstad und Jon Fosse bekannt. An kaum einem ihrer Romane kam ich vorbei. Inzwischen sind wunderbare neue Namen dazu gekommen, allen voran Tomas Espedal, einer meiner Herzensautoren. Keines seiner von Hinrich Schmidt-Henkels ins Deutsche übertragenen Bücher konnte ich auslassen. Seine Sprache, so wunderbar vom genialen Schmidt-Henkels übertragen, ist mir zum Bedürfnis geworden. Dazu kamen desweiteren Merethe Lindstrøm, Hanne Ørstavik, Jan Kjaerstad und zu Zeiten auch Karl-Ove Knausgårds autobiografische monumentale Reihe „Min Kamp“.

Ich werde einige dieser Bücher, die ich teilweise hier auch bereits schon ausführlich besprochen habe, in meinen nächsten beiden Beiträgen vorstellen und zum besseren Überblick trenne ich hier Lyrik und Prosa.

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Ganz am Anfang stand aber, vor Jahrzehnten gelesen und vielleicht schon fast ein Klassiker, Jostein Gaarders „Sophies Welt“, der einem jungen Menschen wirklich Philosophie nahe bringen kann.
Ein echter Klassiker, der mich mit seiner Geschichte um einen mittellosen, hungernden Schriftsteller, die eindringlich ans Existenzielle geht, faszinierte, ist Knut Hamsuns „Hunger“. Dieses Buch ist aktuell auch als Graphic Novel im Avant Verlag erschienen und glänzt mit seinen ausdrucksstarken Illustrationen von Martin Ernstsen. Aus dem Norwegischen übersetzte Ina Kronenberger. Mehr über das Buch hier und in einem der nächsten Beiträge.

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Interessant scheint mir diese neue Anthologie mit so namhaften Autoren wie Tomas Espedal, Dag Solstad, Siri Hustvedt, Karl Ove Knausgård, Helga Flatland und mit Übersetzungen von Hinrich Schmidt-Henkels, Gabriele Haefs, Elke Ranzinger u.v.m. Der Band mit Erzählungen über Norwegen als Heimat wurde herausgegeben von der Kronprinzessin Mette-Marit. Sicher ein guter Einstieg in die Landesliteratur. Mehr über das Buch hier und in einem meiner nächsten Beiträge.

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Außerdem gibt es eine Seltenheit auf meinem Blog, denn ich bespreche nur wenige Sachbücher. Doch der Band „Einer von uns“ von Åsne Seierstad, der über die ganz Norwegen traumatisierenden Ereignisse des Terroranschlag vom 22.7.2011 von Anders Breivik berichtet, war mir wichtig. Die Lektüre war nicht immer leicht. Doch die Journalistin Seierstad hat wirklich genauestens recherchiert und ein sehr starkes Buch daraus gemacht. Meine ausführliche Besprechung gibt es hier.

Weitere Sachbücher aus Norwegen findet man auf dem Blog „Elementares Lesen“.

Viel Freude bei der Entdeckung der norwegischen Literatur!

Hanne Ørstavik: So wahr wie ich wirklich bin Karl Rauch Verlag

 

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Einen Roman der Norwegerin Hanne Ørstavik habe ich bereits gelesen. Er trägt den schlichten, aber bedeutungsschwangeren Titel „Liebe“. Es ist ein kurzer Roman, aber unglaublich stark im Ausdruck. Genauso kurz ist auch der neu auf Deutsch erschienene Band und ebenso dicht und bemerkenswert. Hanne Ørstavik ist in ihrer Heimat vielgelesen und ich hoffe, dass sie spätestens im Zuge von Norwegen als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2019 auch hierzulande bekannter wird.

Der Roman beginnt mit einer ungewöhnlichen Szene: Eine junge Frau wacht auf, will ihr Zimmer verlassen und merkt, dass sie eingesperrt ist und niemand ihr Rufen hört. Die Mutter, mit der sie noch zusammenwohnt, scheint nicht anwesend zu sein. Es ist ein spürbar unheilverheißendes Szenario, das mich zunächst fern an Kafkas „Die Verwandlung“ erinnerte.

Johanne studiert Psychologie und ist strenggläubige Christin. Als sie sich in Ivar einen unkonventionellen Musiker verliebt, stellt sie ihre strikte, strenge und sparsame  Zukunftsplanung in Frage. Die Mutter erweist sich im Laufe des Romans als besitzergreifende egoistische Frau, die Johanne nicht loslassen kann. Sie beeinflusst deren Leben und Tun so stark, macht ihr jede Männerbekanntschaft madig, so dass diese auch immer wieder an Ivars Zuneigung zweifelt. Sie wiederum ist dermaßen fixiert auf die Mutter („Ich habe keine Ahnung, was ich ohne Mama tun würde.“) und trotz des Psychologiestudiums offenbar nicht imstande sich abzugrenzen und durchzusetzen, geschweige denn ihre Verdrängungsmechanismen zu erkennen. So erfahren Leser_innen von Johannes Phantasien über Sex und Gewalt, die auch in der Erzählung wie unkontrolliert durch die Zeilen brechen. Sogleich lösen sie Schuldgefühle aus. Johanne versucht ihre „Sünden“ dann mit Beten und Kirchgängen wieder gut zu machen.

„Vorhin hat ein Mann angerufen, sagte sie, ist noch nicht lange her. Sie sah mich an, durch die Brillengläser wirkten ihre Augen riesig, besorgt. Er hat gesagt, sein Name sei Ivar. Sie sprach langsam, als würde sie etwas Gefährliches erzählen und als sei es wichtig, dass ich alles richtig verstand. Angst stieg in mir hoch.“

Während ihrer „Gefangenschaft“ im eigenen Zimmer beginnt Johanne nachzudenken. Hier mischen sich Ereignisse aus Gegenwart und Vergangenheit mit Träumereien und Zukunftsplänen. Auch Johannes psychologisches Wissen fließt mit ein, ihre Klugheit in diesem Bereich wird der Weltfremdheit und Naivität in Alltagsdingen und ihren Selbstzweifeln gegenübergestellt.

„Wenn ich mit Ivar zusammen war, schien es, als hätte ich ganz neue Gedanken. Gedanken, von denen ich nicht wusste, dass ich sie hatte. Als würden wir zusammen durch eine bekannte Straße gehen, die sich mit einem Mal öffnete und leuchtete und lockte, und die herrlich war.“

Als Ivar sie einlädt mit ihm in die USA zu reisen und dort einige Wochen zusammenzuleben, ist Johanne zwiegespalten. Einerseits wünscht sie sich nichts sehnlicher, andererseits ist sie ihrer Mutter gegenüber voller Schuldgefühle. Als sie schließlich ihre Entscheidung trifft, wird diese von der Mutter raffiniert ausgehebelt.

Hanne Ørstaviks Romane sind spektakulär in ihrer Tiefe, die sie jedoch allein durch ihre Sprache und Konstruktion erreicht. Jedes Wort zählt, jede Wendung ist wichtig für die Stimmung der Geschichte. Als Leserin spüre ich selbst die Verunsicherungen, die von dieser Geschichte ausgehen, vermutlich auch, weil die Autorin die Ich-Erzählperspektive wählt. Nicht immer ist klar, ob es sich um Phantasie oder Wahrheit handelt. Imgrunde geht es darum, an sich zu glauben, etwas zu wagen. Religion engt ein, aber Psychologie hat auch nicht immer recht …

Der Roman erschien im Karl Rauch Verlag (ja, genau der, der auch „Der kleine Prinz“ verlegt), dessen kleines feines literarisches Programm durchaus mehr Beachtung finden dürfte. Es ist besonders ausgestattet mit haptischem Einband und farbiger Fadenheftung. Übersetzt wurde er von Irina Hron. Eine Leseprobe gibt es hier.

Jan Kjærstad: Das Norman-Areal Septime Verlag

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„Ich hatte von Schreibblockaden gehört, aber noch nie von einer Leseblockade. Es war schon fast lustig. Ich, John Richard Norman, bekannt als einer der besten Verlagslektoren Norwegens, hing jedesmal über der Kloschüssel, wenn ich in einem Manuskript blätterte, übermannt von dem Zwang mich zu übergeben.“

Jan Kjærstad ist einer der bekanntesten Autoren Norwegens. Aufgrund eines Hinweises meiner Bloggerkollegin (Danke, Constanze!) von Zeichen & Zeiten bin ich glücklicherweise auf diesen Roman aufmerksam geworden: Es gehe um Bücher und ums Lesen, meinte sie. Was gibt es Schöneres? Bereits die Leseprobe zeigte die Ausdruckskraft des Autors.

Um zu gesunden, sprich von seiner merkwürdigen Übelkeit beim Lesen von Manuskripten befreit zu werden, fährt die Hauptfigur Norman, 50, ein bekannter Lektor in einem großen Osloer Verlagshaus, auf eine einsame Schäreninsel im Norden Norwegens und bezieht dort ein Haus am Wasser. Wie der Autor hier gleich zu Beginn die Natur beschreibt und das achtsame Leben, dass Norman hier führt, weckt Sehnsucht. Nichts muss getan werden, es ist ein Sich-treiben-lassen, ein Durchatmen. Hier weiß Kjærstad klare Bilder zu erzeugen.

Als jedoch eine geheimnisvolle Frau auftaucht, die „Fotografin mit den schwarzen Haaren“, ist es um seine Ruhe geschehen. Zwischen ihm und Ingrid beginnt eine intensive Liebesgeschichte, wie sie beide scheinbar noch nicht erlebt haben. Der Autor erzählt über die entstehende Liebe, aber gleichzeitig auch in Rückblenden aus Normans Vergangenheit: wie er zum Lesen kam, seiner großen Passion, wie er zu Geld kam, zu dem Job im Verlag und zu seiner Ex-Ehefrau. In einem dritten Erzählstrang wird in kurzen Einschüben von einem Neurowissenschaftler erzählt, der Norman nach einem Unfall betreute und bei ihm nach vielen Untersuchungen auf sehr spezielle Gehirnstrukturen stieß: Das sogenannte Norman-Areal.

„Von außen betrachtet, mit den Augen einer anderen Person, führte ich womöglich ein monotones Leben. Doch solange ich ein Buch öffnen konnte, würde ich mich nie langweilen.“

Irgendwann lässt die Anziehungskraft zu Ingrid nach und die liegen gelassenen Manuskripte locken Norman erneut. Sie sind so gut, dass keinerlei Übelkeit ihn am Lesen hindert, im Gegenteil, sind sie fesselnder denn je. Dass Bücher für Ingrid Konkurrenten werden, kommt bei ihr nicht gut an und verändert die Stimmung zwischen beiden gänzlich. Liebe oder Literatur? Das ist hier die Frage.

„Was ich damit sagen wollte, war, dass Literatur das Wichtigste im Leben ist. Weil sie eine Grenzzone aufdeckt, uns für etwas Unbekanntes öffnet, in dem wir uns weiterbewegen können.“

Kjærstad verunsichert den Leser mitunter, indem er sich auf unterschiedlichsten Ebenen bewegt und doppelte Böden einzieht. Das ist meisterhaft gemacht, perfekt konstruiert. Dieser Roman ist eine einzige Hommage ans Lesen und an große Literatur, die mehr ist als bloße Geschichten, Bücher die bis ins Herz strahlen und den Blick auf die Welt verändern, ja gar eigene Parallelwelten erschließen. Es ist ein sehr besonderes Buch, das die Heilkraft von Literatur aufzeigt, ein sprachlich feines, psychologisch spannendes, mitunter spirituelles, geheimnisvolles Buch, das zudem noch mit erlesenen Literaturhinweisen gespickt ist. Möge er viele Leser finden. Mögen viele ihr eigenes Norman-Areal entwickeln (ich bin ziemlich sicher, dass ich es schon habe) … Ein doppeltes Leuchten!

Dass Jan Kjærstads Romane wieder in Deutsch erscheinen, darf man dem kleinen aber feinen österreichischen Septime Verlag zuschreiben. Auf der Verlagsseite gibt es mehr über den Autor und eine Leseprobe. Übersetzer ist hier Bernhard Strobel.

Karl Ove Knausgård: Kämpfen Luchterhand Verlag

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Nun ist er also da, der sechste und zugleich letzte Band der Romane Karl Ove Knausgårds mit dem Übertitel „Min Kamp“. Knausgård hat das 1200-Seiten-Buch in drei Sequenzen geteilt. Trotzdem wechseln die Zeiten ständig, einmal vor, einmal nach Erscheinen der Bücher, das macht konfus.

Im ersten Teil erzählt er über sein Schreiben dieser Roman-Reihe und über die Kämpfe, die er deshalb bereits vor der Veröffentlichung des ersten Bandes mit einem Teil seiner Herkunftsfamilie in Kauf nehmen musste. Sein Onkel, der Bruder seines Vater beschwert sich zunächst beim Verlag, droht mit dem Gericht, wegen der Offenlegung allerlei Familieninterna und wirft ihm Verlogenheit und Geldgier vor. So müssen Namen im Manuskript geändert werden, Passagen ganz entfernt werden.

Im zweiten Teil berichtet Knausgård über die Zeit, als das Buch dann tatsächlich erscheint, über Interviews, die er voller Angst und Hadern über sich ergehen lässt und über die Zeit zwischen den Büchern, übers Weiter-Schreiben und vor allem auch den Alltag mit Linda und den Kindern. Der Leser erfährt von den Differenzen zwischen den beiden, dem Leben in Malmö und schließlich auf dem Land. In diesem letzten Teil des Buches erfahren wir auch alles über die bipolare Störung von Linda, eine ziemlich erschütternde Sequenz. Knausgårds Buch endet im Jahr 2011, als der vorliegende Band in Norwegen erscheint und gleichzeitig ein Buch von Linda (gerade ist zum ersten Mal ein Roman von ihr auf Deutsch erschienen mit dem Titel „Willkommen in Amerika“).

In beiden Teilen, die an die Art der ersten fünf Bände anknüpfen, geht es dann auch wieder akribisch genau weiter mit der Beschreibung seines Familienlebens: Hier scheut er sich nicht, das genaue Bedienen einer Kaffeemaschine zu beschreiben oder gar den Gang zu Toilette. Es geht um das alltägliche Familienleben mit Ehefrau Linda und den drei Kindern, Vanja, Heidi und John. Seien es Urlaubsreisen oder Besuch von Freunden oder Interviews mit Journalisten, wir erleben mit. Aber auch die eigene Innenwelt wird wie bisher offen gelegt.

Ein sehr großer Teil dazwischen ist das Kapitel mit dem Titel „Der Name und die Zahl“ Hier schweift Knausgård immer wieder aus dem Jetzt in philosophische Überlegungen ab. Intensiv kommentiert er hier diverse Werke von Schriftstellern wie Joyce, Shakespeare, Kafka, Proust, Homer oder Philosophen wie Hegel, Nietzsche und Heidegger. Ein Gedicht Celans wird über viele Seiten hinweg interpretiert. Auch vor Hitlers „Mein Kampf“ schreckt Knausgård nicht zurück. Die Auseinandersetzung speziell mit Hitlers Werdegang gestaltet sich ausufernd und befremdet. Ich habe viele Seiten überblättert. Es gibt keinen Zusammenhang zum Rest des Buches.
Stellenweise ist das interessant, denn man erhält doch allerhand Informationen über Knausgårds Denkart und philosophische Theorien. Nur erwartet man so etwas nicht in diesem Band und es passt auch nicht wirklich dazu.

Das Neue in Band sechs ist vielleicht, dass fast jede reale Situation mit Nachdenken und Hinterfragen durchbrochen wird. Hier reflektiert der Autor über sein eigenes Sein und den Sinn des Ganzen, über die persönliche Freiheit, über die Ehe mit Linda und thematisiert seine Selbstzweifel. Soviel Reflexion war bisher in keinem Band, offenbar hat Entwicklung stattgefunden. Es ist vielleicht das „reifste“ Buch aus dem Zyklus. Dennoch hätten ein paar Kürzungen nicht geschadet, hätte das Buch auch durchaus nur aus Teil 1 und 2 bestehen können.

Alles in allem: Wer mit Knausgårds „Min Kamp“ beginnen will, sollte wirklich mit „Sterben“ anfangen. „Leben“ und „Träumen“ habe ich bereits hier auf dem Blog besprochen. Wer ihn nicht lesen will, dem sei sein ehemaliger Lehrer Jon Fosse empfohlen, sein Freund Tomas Espedal oder die Gedichte seines Onkels Kjartan Hatløy.

„Kämpfen“ erschien im Luchterhand Verlag in einer Übersetzung von Paul Berf und Ulrich Sonnenberg. Eine Leseprobe gibt es hier.

Tomas Espedal: Biografie Tagebuch Briefe Matthes & Seitz

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„Mir wurde früh klar, dass meine eindrucksvollsten Erlebnisse dort stattfanden,wo nichts geschah.“

Tomas Espedals neues Buch heißt “ Biografie Tagebuch Briefe“. Es sind Fragmente und Episoden aus seinen Notizbüchern, die in Norwegen schon wesentlich früher erschienen sind. In Deutschland erlangte Espedal mit seinem Buch „Gehen oder die Kunst ein wildes und poetisches Leben zu führen“ im Jahr 2011 zum ersten Mal größere Aufmerksamkeit. „Gehen“ halte ich nach wie vor für sein bestes Buch. Kennt man noch nichts von ihm, sollte man damit beginnen.

„Gehen: seinen Beruf ausüben, indem man ihn nicht ausübt.“

Imgrunde ist es Lyrik: In Tomas Espedals neuem Buch gibt es keine Handlung. Was er erzählt, steht ohnehin meist zwischen den Zeilen. Leser die ihn kennen, werden einiges wiederentdecken, sich erinnern an Sequenzen aus den vorherigen Büchern. Trotzdem bleibt manches rätselhaft, erschließt sich durch mehrfaches Lesen. So scheint er manchmal mit sich selbst zu sprechen. Aus der Ich-Perspektive oder auch mit dem Du, um sich selbst zu ermahnen, zu begreifen, endlich endlich die Welt und sich selbst zu verstehen. Hauptthema ist wie immer das Schreiben.

„Jetzt denke ich schon daran, was ich schreiben werde. Blind gehen mit offenen Augen. Ebenso einfach wie dieser Pfad, ich gehe ihn auf und ab, schreite einen Satz ab oder ein paar Zeilen: Wenn ich mich stören lasse, wenn ich einen Schritt breit  nach rechts oder links abweiche, in die falsche Richtung, zu den Beerensträuchern im unteren Teil des Gartens oder oben zur Straße hin, dann werde ich kein einziges Wort schreiben können.“

Es ist ein wirklich trauriges, sehnsuchtsvolles Buch. Ein Buch in dem philosophiert wird, gedacht wird, wiederholt wird, was immer noch nicht oder vielleicht nie begreiflich wird. Es geht um den Tod zweier wichtiger Menschen: der Frau und der Mutter. Es geht um die zwei Töchter. Es geht um das alte Haus, in dem sie wohnen. Es geht um das Ringen zwischen Alltag und Schreibtätigkeit. Es geht ums erschöpft sein, um den Versuch durch Alkohol alles abzumildern, den Schmerz zu dämpfen, den Kummer zu verdrängen. Und es geht auch um Gewalt: Espedal zeigt die Gewalt auf, die in seinem Leben auch eine Rolle spielte: Die Boxkämpfe mit dem Vater, im Boxclub, die Prügeleien um Mädchen und später die handgreiflichen Auseinandersetzungen in Beziehungen.

Das rundherum Schöne an diesem Buch ist wie immer Espedals Sprache, die Poesie, die noch im schlimmsten Moment alles durchdringt und einen Rettungsanker sowohl für Leser als auch Schriftsteller bietet. Am feinsten und dichtesten und sinnlichsten liest sich das Kapitel „Tagebücher“.

Ich empfehle auch „Wider die Natur“ und „Wider die Kunst“. Alle Bücher von Tomas Espedal sind im Matthes & Seitz Verlag erschienen. Eine Hörprobe findet sich hier. Die Übersetzung kommt von Hinrich Schmidt-Henkel.

Eine weitere Besprechung liest man bei Zeichen & Zeiten.