Christoph Peters: Der Sandkasten Luchterhand Verlag


Schon ein wenig auffallend, wie wenig Christoph Peters neuer Roman Der Sandkasten im Feuilleton und auf den Buchblogs vertreten ist. Mag man nichts über Kritik an der Presse lesen? Ich jedenfalls war nach der Leseprobe sofort angefixt und habe einen kurzweiligen, aufdeckenden und gesellschaftskritischen Roman gelesen, der noch dazu mit aktuellen deutschen Politikern aufwarten kann, die zwar andere Namen tragen, aber fast immer leicht zu erkennen sind.

Der Roman spielt im Herbst 2020. Die Seuche hat Deutschland im Griff. Der Journalist Kurt Siebenstädter stellt unbequeme Fragen. Er arbeitet beim Morgenmagazin des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks im Hauptstadtbüro. Die Zeit läuft ihm davon. Er ist um die 50 und eckt bei den jüngeren Kollegen, aber auch bei seinen Vorgesetzten immer öfter an, weil er sich nicht anpassen will an die neuen „Regeln“ und ungeschriebenen Gesetze, die ihm auch von seiner 13-jährigen Tochter gespiegelt werden. Er mag nicht der Politik und den Herrschenden nach dem Munde reden.

„Ich plädiere gar nicht. Ich bin ja kein Mediziner auch kein Virologe und sowieso sehe ich meine Aufgabe nicht darin, den Leuten politische Maßnahmen zu verkaufe. Als Journalist mit einem relativ breit aufgestellten Format bin ich dafür zuständig, zu allen, die Macht ausüben, kritische Distanz zu wahren und erst mal sämtliche Gründe aufs Tapet zu bringen, die gegen die jeweiligen Entscheidungen sprechen, ganz egal worum es geht und auch unabhängig davon, was ich selber denke.“

Mit seiner Frau lebt er im eigenen Haus, gleich nach der Wende gekauft. Doch die beiden haben sich kaum mehr etwas zu sagen. Irene ist jünger, hat sich weiter entwickelt. Siebenstädter kaum. Er schwelgt mitunter in erotischen Fantasien, was die Politikerin Maria Andriessen betrifft, mit der er beruflich oft Kontakt hat. Von ihr erfährt er dann auch eines Abends in ihrem Büro brisante Neuigkeiten über den Gesundheitsminister Sven Scheidtchen (damals noch nicht Karl), mit dem er am nächsten Morgen ein Radiointerview führen soll. Statt dass dieser Abend ins Private übergeht, wie er sich erhoffte, wird er zu seinem Chef beordert, der ihm vorsichtig nahelegt, nicht mehr so provokante Fragen in Interviews vor allem zum Thema Pandemie zu stellen.

Und um noch eins drauf zu setzen, lädt ihn der Chef der liberalen Partei Martin Buchner (ja, Christian Lindner) ins Parteibüro ein und unterbreitet ihm ein beinahe unwiderstehliches Angebot der beruflichen und finanziellen Veränderung. So geflasht und alkoholisiert macht er sich auf den Weg nach Hause und auch dort wartet seine Frau Irene mit Neuigkeiten über die Tochter. Nach soviel Input kommt Siebenstädter lange nicht zur Ruhe, obwohl er am frühen Morgen um 4 Uhr schon wieder aufstehen muss. Im Studio läuft zunächst alles normal, bis es im Interview mit dem Gesundheitsminister zu einem Showdown kommt, der ihn allerdings auch selbst aus dem Ruder laufen lässt …

Peters Roman wagt einen Blick ins Tagesgeschäft von Politikern, damals und heute. Er schickt einen Journalisten ins Rennen, der noch mit ganz anderen Bedingungen in seinen Beruf gestartet ist, als sie heute im Digitalen Zeitalter gegeben sind. Werte und Vorstellungen sind heute ganz anders gelagert. Für ihn oft unverständlich zumindest aber umstritten. Ihm wohnt eine natürliche Skepsis inne, die manche Journalisten heute durchaus vermissen lassen. Auf viele Leser*innen könnte Siebenstädter unsympathisch wirken, mich erinnerte er an eine Zeit, die ich so auch noch kenne und die mir aufrichtiger, sinnerfüllter und unabhängiger erschien.

„Regelmäßig kamen Beschwerden von Abgeordneten, Parteivorsitzenden, Mandatsträgern, Kommentarschreibern. Die einen beschuldigten ihn, ein verkappter Rechter zu sein, die Nächsten hielten ihn für linksextrem, er galt als Kapitalismuskritiker, Kirchenfeind, Islamhasser, Frauenverächter – alle hatten recht und unrecht. In Wahrheit glaubte er nichts und letztlich nicht einmal das.“

Witzig auf jeden Fall das Personal des Romans, das oft ganz eindeutig tatsächlich lebende Personen einbezieht und mitunter frech karikiert. Allen voran Prof. Bernburger alias Karl Lauterbach. Die Literaturkritikerin Dora-Maria Stachel taucht auf und ist unschwer als Thea Dorn zu erkennen. Der Philosoph Nida-Rümmelin heißt Vechta-Grabbeking. Für mich eindeutig ein nachdenklich machender Lesespaß.

Der Roman erschien im Luchterhand Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Michel Houellebecq: Vernichten Dumont Verlag

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„Die Menschen erhalten mit Mühe soziale Beziehungen, sogar freundschaftliche Beziehungen aufrecht, die ihnen so gut wie nichts nützen, das ist eine ziemlich rührende Eigenschaft der Menschen.“

Der absoluten Begeisterung vieler Kritikerstimmen kann ich nicht beipflichten. Das beginnt schon beim Titel. Ich hatte mehr Schärfe, mehr Charakter erwartet. Ich kenne ältere Romane Houellebecqs, die ich beachtlicher fand. Ist das jetzt schon das Alterswerk des Autors?

Die Ankündigungen im Klappentext führen in die falsche Richtung, wie ich finde. Denn da heißt es, es gehe um die Aufklärung terroristischer Anschläge, die der Hauptprotagonist, der im Wirtschaftsministerium arbeitet, untersuchen soll.  Über weite Teile ist Michel Houellebecqs neuer Roman jedoch eine etwas betuliche Familiengeschichte und eine Art Karrieregeschichte eines wenig interessanten Mannes, der in der Zukunft, im Jahr 2027 spielt, ohne dass man größere Veränderungen zum Heute bemerkt.

Es geht also um Paul Raison, um die fünfzig, der in einer guten Gegend von Paris wohnt und im Wirtschaftsministerium für einen zukünftigen Kandidat der Präsidentschaftswahl arbeitet. Seine Ehe ist zur Gewohnheit geworden. Ehefrau Prudence und Paul gehen sich zuhause absichtlich aus dem Weg. Als Pauls Vater einen Schlaganfall erleidet, den er mit schweren Folgen und nun pflegebedürftig überlebt, kommt die Familie seit langer Zeit einmal wieder zusammen. Obwohl sich bisher alle wenig zu sagen hatten, entsteht nun plötzlich eine Art Heile-Familienwelt mit engem Zusammenhalt, die ich dem Autor in der Kürze des Zeitraums, in der die Metamorphose vor sich geht, nicht abkaufe. Ganz ähnlich verfährt er mit der erneuten Annäherung der beiden Ehepartner, die sich kurz nach diesem Schicksalsschlag (und nachdem auch noch Prudences Mutter plötzlich verstirbt) in Windeseile wieder zu einer großen Liebe mit reichem Sexualleben zusammen finden. Dass sich zwischendurch auch noch der Bruder Pauls das Leben nimmt, scheint mir sehr dick aufgetragen. Auch, was sich in den letzten Kapiteln abspielt, die ich hier nicht mehr beschreibe, weil ich nicht spoilern will, ist in diesem kurzen Zeitraum von Frühling bis Herbst schon sehr dramatisch.

Recht interessant und aufschlussreich fand ich die Kapitel, die sich um den Wahlkampf drehen und ich hätte mir gewünscht, dass die Ermittlungen um die Terroranschläge nicht einfach im Sande verlaufen wären, nachdem sie eingangs so wichtig für die Geschichte schienen.

Abgesehen davon, dass mich der Roman oft gelangweilt hat, fielen mir auch einige inhaltliche Unstimmigkeiten auf ->gibt es im Jahr 2027 noch Overheadprojektoren? Warum muss die eigene Familie den Vater aus dem Pflegeheim entführen (französisches Recht?)? Weiterhin habe ich nicht verstanden, was Pauls ausführlich erzählte, wirre Träume, die immer plötzlich mitten in den Kapiteln auftauchen, wichtiges zum Roman beitragen sollen. Über das hanebüchene Frauenbild (des Autors/des Protagonisten?) möchte ich nicht lange schreiben; es reicht folgendes Zitat:

Mit seinem Anruf verband er vor allem die Hoffnung, sie werde ihn dafür loben, dass er sich endlich um seine Zähne gekümmert hatte, denn traditionellerweise gehört es zur Rolle der Frauen, die Männer zu ermuntern, sich um sich selbst zu kümmern, insbesondere um ihre Gesundheit, und sie ganz allgemein mit dem Leben zu verbinden, denn die Freundschaft zwischen den Männern und dem Leben ist selbst im besten Fall recht zweifelhaft.“

Alles in allem, kann ich mich nicht dazu entschließen, dem Roman ein positives Urteil zu geben, obwohl ich ja komplett alle über 600 Seiten gelesen habe. Da Houellebecq am Ende des Buches etwas kryptisch darauf hinweist, dass es womöglich das letzte Buch war, muss ich mir vielleicht keine Gedanken über weitere Lektüre seiner Bücher machen. Schlussendlich möchte ich aber auch eine kurze Sequenz zitieren, die mir sehr gut gefallen hat und der ich durchaus zustimme:

„Das menschliche Leben besteht aus einer Abfolge administrativer und technischer Schwierigkeiten, unterbrochen von medizinischen Problemen; mit dem Alter treten die medizinischen Gesichtspunkte in den Vordergrund. Das Leben ändert also seine Beschaffenheit und beginnt einem Hürdenlauf zu ähneln […] Das Leben ändert also ein zweites Mal seine Beschaffenheit und wird zu einem mehr oder weniger langen und schmerzhaften Pfad zum Tod hin.“

Vernichten“ erschien im Dumont Verlag. Das Buch würde übersetzt von Stephan Kleiner und Bernd Wilczek. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Im Buch erwähnt Houellebecq auch den Roman von Philippe Lançon, in dem er über seine Aufarbeitung des islamistischen Anschlags auf Charlie Hebdo erzählt. Das Buch empfehle ich auch hier auf dem Blog:

Philippe Lançon: Der Fetzen Tropen Verlag

Leider ohne Leuchtkraft: Christoph Hein: Guldenberg Suhrkamp Verlag / Hildegard E. Keller: Was wir scheinen Eichborn Verlag

Schade, schade. Auf beide Romane hatte ich mich gefreut. Beide haben mich enttäuscht.

Gleich vorneweg: Ich tue Christoph Hein mit dieser Kurzbesprechung vielleicht unrecht, denn er ist ja ein großer Geschichtenerzähler. Im Gespräch mit Carsten Otte bei „Leipzig liest extra“ war das auch wieder deutlich zu erkennen, vor allem auch welch ein kluger und sympathischer Mensch er ist, der ja auch schon auf eine riesiges Lebenswerk zurückblicken kann. Dennoch bleibt es für mich bei „Guldenberg“ bei diesen Eindrücken:

Von vielen der vorherigen Romane Christoph Heins war ich begeistert (z. B. Verwirrnis und Glückskind mit Vater). Immer sind es gute, oft historische Geschichten, sprachlich zwar ohne Experimente, aber unterhaltsam und gut konstruiert. Diesmal ist es langweilig. Die Geschichte, wie sie im Klappentext angekündigt wird, bleibt ein Nebenstrang. Hauptsächlich erzählt Hein von den Intrigen und Machenschaften in einer typischen (ost?)deutschen Kleinstadt namens Bad Guldenberg, vom Pfarrer bis zum Bürgermeister, vom Großunternehmer bis zum HartzIV-Empfänger. Vom Klatsch und Tratsch in kleinen Orten. Vom Neid, vom Hass.

„Er heiratet, wenn sie schwanger ist, vorher nicht, sagte er mir. Er braucht zwei, drei Söhne, denen er seine Firmen übergeben kann, und da will er schon sicher sein, dass das mit seiner Anne klappt.“

Dass in der kleinen Stadt auch seit einiger Zeit 12 minderjährige unbegleitete, zum Teil bald erwachsene Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan untergebracht sind, in einem Gebäude, dass eigentlich für ein Pflegeheim vorgesehen war, vereint die Bewohner schnell, spätestens als die Gerüchteküche von einer Vergewaltigung geschürt wird. Da dieses Thema als Hauptthema des Romans beworben wird, es aber im Prinzip nur relativ oberflächlich und als Randgeschehen erzählt wird, fürchte ich es sollte als Schlagzeile die Leser locken.

„Ja, ich las in der Zeitung, dass sehr viele muslimische Flüchtlinge Antisemiten sind.“ „Ich versuche immer wieder mit ihnen darüber zu sprechen, aber so schnell kriegt man das natürlich nicht aus den Köpfen raus. Das Schlimmste ist, dass die Jugendlichen sich von einer Frau nichts sagen lassen. Eine Frau, meinen sie, hat einem Mann nichts zu sagen, auch wenn dieser Mann noch grün hinter den Ohren ist.“

Dass Hein aber dann Wirtshausgespräche, Beichtstuhlgeheimnisse, seltsame Gespräche zwischen einer Angestellten des Flüchtlingsheims und ihrer Urgroßmutter und kommunalpolitische Narreteien in den Vordergrund rückt, die für mich keine überzeugende, eher eine zusammenhanglose Geschichte ergeben, ist traurig. Vor allem auch, weil Heins neuer Roman wirklich altbacken wirkt und für mich schrecklich langweilige Dialoge enthält. Hein geht eine brisante und wichtige Thematik meiner Meinung nach viel zu vorsichtig an (man könnte es wohlwollend natürlich auch „unaufgeregt“ nennen) und so fehlt dann auch jegliche Spannung, auch sprachlich. Immerhin habe ich durchgehalten bis zum ebenfalls unspektakulären Schluss. Möge der nächste Roman wieder an Spannkraft gewinnen.

„Guldenberg“ erschien im Suhrkamp Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Hildegard E. Keller ist mir als ehemalige Bachmannpreis-Jurorin wohlbekannt. Ihre Buchvorstellung von „Was wir scheinen“ über Zoom durch den Eichborn Verlag hat mir sehr gefallen. Sie berichtete erfrischend und begeistert von ihrer Arbeit am Roman über Hannah Arendt. Zweifel, dass es schwierig bis unmöglich sei einen Roman über die berühmte politische Theoretikerin zu schreiben, waren weggeblasen. Doch das Lesen war dann anders. Ich dachte gleich anfangs: Das geht so nicht. Keller lässt Hannah Arendt, neben den wirklich großen interessanten Geschehnissen, aus dem Nähkästchen plaudern und damit hatte ich Schwierigkeiten.

„Sie öffnete die Augen. Die kleine Pause hatte sie erfrischt. Wie die Entenhintern über das Eis wackeln! Jede folgt ihrem Schnabel, hierhin und dorthin. Den Menschen, den sie für die vermeintliche Nahrungsquelle gehalten hatten, ließen sie hinter sich.“

Dennoch habe ich mich weiter darauf eingelassen, wollte dem Buch eine Chance geben, wollte es mögen, weil die Autorin so sympathisch und Hannah Arendt so wichtig ist. Nach der Hälfte habe ich dann aufgegeben. Für mich hat es nicht funktioniert. Durch den Film und das biographische Material, das ich kenne hat sich vor mir ein ganz andere Bild von Arendt aufgetan. Viele Szenen oder Dialoge im Buch sind mir arg unglaubwürdig, wirken banal, sehr erfunden und sind schlichtweg oft so weit ausgedehnt, bis sie einfach langweilig werden.

„An der Steinbank raschelte es vor ihren Füßen. Sie sah ein grünliches Köpfchen hinter der Turmwand hervorgucken. „Was bist du denn für ein Akrobat“, sagte sie zur Eidechse, die vertikal am Stein hing und sie anschaute. Die könnte glatt im Zirkus auftreten.“

In manchen Rezensionen ist zu lesen, dass gerade diese fiktionalen biographischen Beschreibungen ein sehr menschliches Bild von Arendt zeichnen würden. Das kann man natürlich so sehen; mir gelingt es nicht. Ich würde dann doch jedem eher eine sachliche Biographie empfehlen. Und last but not least habe ich auch sprachlich mehr erwartet von einer, die auch selbst Kritikerin und Dozentin ist.

Der Roman „Was wir scheinen“ erschien im Eichborn Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Amanda Lasker-Berlin: Elijas Lied Frankfurter Verlagsanstalt

Auf der Shortlist des Bloggerpreises von Das Debüt 2020 steht auch Amanda Lasker-Berlins Roman „Elijas Lied„. Es geht um drei Schwestern, die sich seit langem wiedersehen um eine Wanderung zu machen, die sie früher mit den Eltern öfter machten. Die Einladung kommt von Loth und die Schwestern sind nicht gleich begeistert davon. Eines Tages ist es dann doch soweit und die Autorin nutzt den Wandertag, der in Uhrzeiten aufgeteilt ist, die gleichzeitig als Kapitelüberschriften fungieren, um die drei jungen Frauen vorzustellen. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Und ich frage mich tatsächlich das ganze Buch hindurch, warum sie sich auf diese Wanderung überhaupt einlassen, denn leiden können sie sich eigentlich nicht. Sie stehen sich selbst im Weg. Sie verbindet nur, dass sie Schwestern sind. Echte Nähe mag einzig in der Szene auf dem als Wanderziel gesetzten Berggipfel zu erkennen sein. Als Elija das Lied singt, dass der Vater für sie gedichtet hat …

Jede für sich hätte einen Roman füllen können, denn viel mehr Ungewöhnlichkeit geht fast gar nicht. Dazu kommen die bedeutungsschwangeren biblischen Namen, die alle drei tragen. Da ist Loth, die rechtsextreme Ansichten öffentlich vertritt, für eine rechtsextreme Partei arbeitet, entsprechende Lieder singt und Videos postet. Sie lebt in einer WG mit Gleichgesinnten und ist gleichzeitig Narzisstin und Magersüchtige mit Reinlichkeitszwang. Dann gibt es Noa, die einen Job in einer großen Kantine hat, sich ein Zubrot mit Sexdiensten in Pflegeeinrichtungen verdient und gleichzeitig mit einem gut verdienenden jungen Workaholic liiert ist.

„Aber Elija wirbelt ihre Arme durch die Luft. So wie sie es im Theater zum Aufwärmen macht. Sie kreist die Schultern, damit sie Flügel werden, sie beugt die Knie, knickt den Rumpf. Auf einer Bühne muss man kein Mensch sein. Da kann man das sein, was die Natur aus einem gemacht hat, findet sie.“

Und es gibt Elija, die mit Trisomie geboren wurde. Sie wurde als Teenager schwanger, musste durch die Eltern veranlasst abtreiben und wurde zwangssterilisiert (was mich wundert, da die Eltern praktizierende Christen sind). Elija schafft es jedoch mittels ihrer Tätigkeit in einem Theater, in dem die Regisseurin ein Soloprogramm für die begabte Elija produzieren will, ihren Schmerz zumindest heilsam auszugleichen. Meiner Ansicht nach sind alle drei Schwestern extrem traumatisiert. Beim Lesen denke ich unwillkürlich, dass die Autorin zu viel in ihre Geschichte gepackt hat. Weniger wäre hier womöglich mehr gewesen.

Auch sprachlich ist es ein Balanceakt. Manche Metaphern wirken sehr künstlich („Ihre Pulsader pocht blau in den Wald hinein.“) . Manche Szenen jedoch, wie etwa die, in denen Elija sich mit der ausgestopften Eule in einem Gasthaus identifiziert, weil sie dabei an ihre Abtreibung, den Verlust des Ungeborenen denkt, finde ich sehr gelungen. Teils sind es extrem kleinteilige sinnliche Beschreibungen, viel Haut, viel Geruch, viel Körper, die großen Themen hingegen werden kaum verdichtet. Erklärungen sucht man sich zwischen den Zeilen und so wirkt das Buch auch nach der Lektüre noch lange als Denkanstoß.

Die  1994 geborene Autorin schreibt vor allem fürs Theater. Ihr Romandebüt erschien bei Frankfurter Verlagsanstalt. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar. Ein schönes Porträt der Autorin gibt es hier:

 

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Ben Lerner: Die Topeka Schule Suhrkamp Verlag

Foto: pixabay, gemeinfrei

Das Buch „Wohin mit meiner Wut?“ – Neue Beziehungsmuster für Frauen von Harriet Lerner (damals in der Fischer Taschenbuchreihe „Die Frau in der Gesellschaft“) kennen wahrscheinlich heute nur noch meine Altersgenossinnen. Es war bei Erscheinen 1985 eines der ersten psychologischen, feministischen „Ratgeber“, die sich kritisch mit der Rolle der Frau in Beziehungen befassten. Aufgrund der Lektüre von Ben Lerners neuem Roman habe ich es aus meinem Buchregal gezogen und die damals angestrichenen Stellen nachgelesen. Verstaubt war es aber nur äußerlich, vieles ist auch heute noch aktuell. Dass Harriet Lerner Ben Lerners Mutter ist, merkte ich erst, als sie in seinem Roman vorkam.

In „Die Topeka Schule“ wird sie als Jane gehörig angefeindet von Männern nach Erscheinen dieses damals aufsehenerregenden Werks.

„Einmal fragte ich einen anderen leitenden Analytiker, warum er männliche Postdocs mit >Doktor< und weibliche Postdocs mit dem Vornamen ansprach, und prompt bekam ich beim nächsten Mal auf der Couch wieder den Penisneid-Vortrag. Der Diagnose Penisneid zu widersprechen war ein sicheres Zeichen für Penisneid.“

Ben Lerner erzählt also teils autobiographisch einen Teil eines Erwachsenwerdens in den 90ern in Topeka im Mittleren Westen der USA. Die einzelnen Kapitel handeln von der Hauptfigur Adam, seinem Vater Jonathan und seiner Mutter Jane, beide Psychologen an der Topeka Foundation. Zumeist wird aus der Sicht der jeweiligen Person erzählt. In Zwischenkapiteln, die schräg gesetzt sind, lesen wir von Darren, in Adams Alter und Umfeld, als auch Patient von Darrens Vater.

Adam, wohlbehüteter Sohn zweier Psychologen, in der letzten Klasse der Highschool ist ein Champion im Debattieren. Er gewinnt alle Schulwettkämpfe und erhält professionelle Unterstützung für sein Training. Ansonsten ist er aber ein gewöhnlicher Junge, eher sensibel sogar, vermutet man, von Migräneanfällen geplagt. Die Mutter deutet alles was in der Familie geschieht, nach ihrem Wissen als Familientherapeutin. Die Familie ist befreundet mit einem anderen Psychologenpaar, Sima und Eric. Sima hat iranische Wurzeln, hatte es mit ihrem übermächtigen Vater schwer, ebenso wie Jane. Die beiden sind nicht nur befreundet, sondern Sima wird auch zur Analytikerin von Jane. Was dabei durchklingt, ist der Missbrauch Janes durch ihren Vater.

Jonathan sieht sich in seiner Tätigkeit nach Alternativen zur Psychoanalyse um. So beschäftigt er sich viel mit Biofeedback, Meditation und anderen alternativen Methoden der Psychotherapie. Der stärkere Part in der Beziehung scheint durchaus Jane zu sein, auch klingt durch, dass Adam sich mehr an seine Mutter bindet. Zudem gibt es noch Klaus, einen älteren deutschen Psychologen, an dem sich Adam ebenfalls orientiert. Im Verlauf der Geschichte kommt es zwischen Adams Eltern immer wieder zu Auseinandersetzungen.

Schon im Teenageralter interessiert sich Adam nicht nur für die Debattensprache, sondern auch sein Interesse für Lyrik wird geweckt. Hier scheint es für ihn Möglichkeiten zu geben, freier und eigener Sprache zum Klingen zu bringen. So wie Sprache überhaupt das Thema des Romans ist. Sprache in jeder Ausdrucksform: Dialekt, Teenagerslang, Rap, Körpersprache, Hochsprache, gesprochene, geschriebene, irgendwie artikulierte, manipulierende Sprache. Sprache, die weit ab vom Inhalt nur noch für bestimmte Zwecke missbraucht wird.

Lerners Buch ist so komplex, dass man es eigentlich mindestens ein zweites Mal lesen müsste, um die verschiedenen Ebenen und tieferen Schichten zu entschlüsseln. Sicher auch, weil es keine leicht zu lesende Lektüre ist, sondern mit speziellem Wortschatz aufwartet und vom Leser enorme Konzentration verlangt. Mir haben die psychologischen, mitunter feministischen Teile mehr gefallen, als beispielsweise die ganzen ausführlichen Sequenzen über die Debattenkultur in den USA. Als Verbindungsglied fungieren die Parts, in denen es um Darren geht, der aufgrund seiner Herkunft nicht so richtig zur Collegeclique um Adam passt, in denen letztlich auch die Gewalt eskaliert. Für mich ist dieser Roman doch sehr typisch amerikanisch.

„In der Highschool bestand das Problem für ihn darin, dass das Debattieren einen zum Nerd und die Lyrik einen zur Pussy machte – auch wenn beides dazu beitragen konnte, einen in die undeutlich imaginierte Stadt an der Ostküste zu bringen, von der aus man mit großer Ironie über seine Erfahrungen in Topeka berichten konnte.“

Und das ist es, was Ben Lerner letztendlich tut. In seiner Rückblende mischt er sich auch immer mal wieder als Schriftsteller der Heute-Zeit ein und verwischt die zeitlichen Grenzen. Das ganze letzte Kapitel widmet er seiner inzwischen in New York gegründeten Familie und der aktuellen politischen Situation und seiner Position als Autor. Aus dieser Person heraus rührt er an Themen, die er gesellschaftskritisch durchleuchtet.

„Die Topeka Schule“ erschien im Suhrkamp Verlag und wurde übersetzt von Nikolaus Stingl. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein interessantes Interview mit dem Autor:

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Nell Zink: Das Hohe Lied Rowohlt Verlag

Nach „Virginia“ ist es der zweite Roman, den ich von der in Bad Belzig nahe Berlin lebenden Amerikanerin Nell Zink lese und es bestätigt sich, dass diese Autorin eine ungewöhnlich gute Erzählerin ist. Ich frage mich, warum sie so selten im Feuilleton oder auf Blogs besprochen wird. Ihre Erzählweise ist so mitreißend, kraftvoll und witzig, dass es eine Freude ist. So schafft sie es mit Themen, in denen ich mich gar nicht auskenne oder für die ich mich normalerweise nicht so brennend interessiere, dass ich trotzdem bereits nach den ersten Zeilen nicht mehr von ihrer Story los komme.

In „Das Hohe Lied“ spannt sie einen Bogen vom New York der 80er Jahre über Washington DC bis übers Jahr 2016 hinaus, als Donald Trump die Wahl zum Präsidenten gewinnt. Wir lernen Joe, Daniel und Pam kennen. In einzelnen Kapiteln werden diese Hauptprotagonisten mit ihrer Herkunft vorgestellt, bis sie in der Geschichte schließlich in New York zusammen treffen. Alle drei wollen Musik machen. Alle drei können es aber gar nicht so toll. Trotzdem planen sie mit einem von Daniel getragenen Musiclabel Joes unverblümt spontane Musik zu veröffentlichen. Daniel und Pam werden ein Paar. Pam ist früh von zuhause, sprich Washington DC abgehauen und hat als Programmiererin einen guten Job gefunden. Daniel arbeitet für Zeitarbeitsfirmen. Als Pam sehr jung schwanger wird, ist es für beide trotzdem keine Frage das Kind zu bekommen. Sie engagieren Joe als Babysitter für Flora und produzieren nebenbei Musik. Unverhofft wird ein Song von Joe tatsächlich erfolgreich, er unterschreibt einen Plattenvertrag und geniesst künftig sein hedonistisches Leben. Die raffinierte drogenabhängige Freundin, die der unbedarfte Joe aufgabelt, lässt Pam und Daniel sich um ihn sorgen …

Dennoch läuft alles ganz gut, bis am 11.9.2001 in New York zwei Flugzeuge in das World Trade Center donnern. Ab diesem Zeitpunkt verändert sich das Leben. Daniel und Pam packen die kleine Flora ins Auto und fahren zu den Großeltern. Dort kommt es schließlich zum Entschluss, Flora dort im sicheren Wohnviertel zur Schule gehen zu lassen. Die beiden Alt-Punks kehren ins in die Jahre gekommene Loft nach New York zurück.

„Die Stadt hatte ihren Billigtouch verloren. […] Die Reichen waren noch reicher, und Armut war inzwischen nicht mehr praktikabel. In ganz Manhattan stand die Mittelschicht mittleren Alters inmitten der Trümmer ihrer privaten Altersvorsorge und wartete darauf, ihre Positionen im mittleren Management zu verlieren.“

Wir begleiten sowohl die persönliche Entwicklung und Ausbildung von Flora, als auch die der politischen Entwicklung der Vereinigten Staaten. Der Bankencrash, der erste schwarze Präsident, und dann der Wahlkampf, der auf die Wahl Trumps zusteuert, in dem sich Flora nach Ende ihres Studienabschlusses in Biochemie für die Grünen engagiert. Flora steht stellvertretend für die junge Generation, die mit den Sozialen Medien aufwächst und sich in diesen sicher bewegt.

„Sie war damit groß geworden, der potenziell sofortigen weltweiten Verbreitung eines jeden von ihr geäußerten Wortes eine Kosten-Nutzen-Analyse vorauszuschicken.“

Sie steht für die Generation, die sich aufgrund des Klimawandels um ihre Zukunft sorgt, die die Welt retten und sich politisch engagieren will, die sich aber auch mit einer gewissen Desillusionierung auseinandersetzen muss.

„Der Krieg gegen öffentliche Güter und privates Auskommen hatte einen Namen: Wirtschaftswachstum, Kapitalismus, der zum Kapital – den natürlichen Ressourcen, wie etwa Flüssen voller kostenlosem Fisch – im selben Verhältnis stand wie der Islamismus zum Islam. Es war ein Fetisch, der „Güter“ produzierte, die nicht „gut“ waren.“

Mit dem Ergebnis, dass Flora mehr als einmal hinterfragt, wohin die Reise gehen soll und erst recht wozu. Auch in ihren ersten Beziehungen zeigt sich dieses Schwanken, dieses nicht genau wissen wohin. Der Professor, der an der Uni ihre Arbeit betreut, der wesentlich ältere eloquente Politik-Berater, der junge unbedarfte Praktikant, der an Joe erinnert? Manchmal erfordern dann die Ereignisse doch Entscheidungen, so auch bei Flora.

Nell Zink hat einen überzeugenden, wie unterhaltsamen Roman geschrieben, der durchaus kritisch brandaktuelle Themen unter die Lupe nimmt. Zink brachte mir dabei zum Beispiel die Funktionsweise des Wahlkampfs in den USA, die mich bisher gar nicht interessiert hat oder aber auch, wie die Musikszene und der Musikbusiness wirklich funktioniert, nah. Sie ist eine kluge Erzählerin, die nie langweilt, ganz gleich um was es geht. Sie schreibt in einer ebenso flotten, wie gründlichen Sprache mit sehr gelungenem Humor. Die hohe Qualität hält sie geschickt bis zum perfekt konstruierten Schluss durch.

Der Roman erschien im Rowohlt Verlag. Übersetzt wurde es von Tobias Schnettler. Eine Leseprobe gibt es hier.

Anna Mayr: Die Elenden Hörbuch tacheles!

Eindrücklich und mitunter forsch bis laut, so wie es für den Text vollkommen stimmig ist, interpretiert von der jungen Schauspielerin Nairi Hadodo, wirkt das Buch „Die Elenden“ von Anna Mayr womöglich tiefer als selbst gelesen. Das Thema interessiert mich brennend. Das Thema sollte viel mehr Menschen interessieren. Das Thema ist erschütternd, aber nicht von der Hand zu weisen. Und schon gar nicht zu verschweigen. Gut, dass die 1993 im Ruhrgebiet geborene Autorin, Journalistin und heutige ZEIT-Redakteurin dieses Buch geschrieben hat. Nun bleibt zu wünschen, das es möglichst viele Menschen aus allen Schichten lesen, auf dass sich das Bewusstsein schärft.

Es geht um Arbeit. Und um Arbeitslosigkeit. Es geht darum, was es heißt, Kind von langzeitarbeitslosen Eltern zu sein. Es geht darum, arm zu sein. Es geht darum, was es wirklich bedeutet, am Konsum nicht teilhaben zu können. Es geht darum ausgegrenzt zu werden, zu sein, und davon niemals frei zu werden. Selbst, wenn es gelingt, sich herauszuarbeiten aus der „Klasse“ der Arbeitslosen, aufzusteigen, wie es der Autorin gelungen ist, bleibt etwas zurück. Denn die Kindheit prägt, in der Kindheit wird angelegt und angelernt, was später gebraucht wird. Und wenn nicht, was dann immer fehlen wird. Mitunter anhand sich selbst als Beispiel erzählt Mayr eindrücklich, wie sich das alles eben nicht so einfach abstreifen lässt.

Aus der Geschichte heraus zeigt Mayr auf, wie sich Arbeit entwickelte bis zu dem was sie heute ist. Arbeit als einzige Selbstdefinition. Und wem sie fehlt, ist eben ein Nichts. Sich über anderes als Arbeit zu definieren scheint nicht erlaubt, solange man keine hat. Man fällt heraus aus der Masse, hinein ins Nichts. Mayr geht dabei so weit, zu sagen, dass, Arbeitslose in der Gesellschaft gebraucht werden, sozusagen als abschreckendes Bespiel. Das klingt furchtbar, wird aber von ihr stimmig erklärt. Wer selbst schon einmal (länger) HartzIV „empfangen“ hat, kennt das durchaus.

„Der Kapitalismus braucht die Arbeitslosen als Ressource.“

Was Mayr auch ganz klar zum Ausdruck bringt: Scheitern ist nicht erlaubt. Zumindest interessiert sich keiner für die Scheiternden. Alle Stories, die von Scheiternden handeln oder die sie selbst erzählen, sind Erfolgsgeschichten. Denn die Leute mögen gerade diese Geschichten, in denen sich die untere Schicht hoch arbeitet bis zum Erfolg. Die tatsächlich Gescheiterten gehen weiter unter.

Anna Mayr erzählt die Geschichte von der Entstehung von ALG II. Von der Verschmelzung der Arbeitslosenhilfe mit Sozialhilfe. Sie erläutert die Veränderungen in der Sozialpolitik seit der Wende und den großen Anteil Gerhard Schröders. So im Jahr 1998 nach einem Text im Tagesspiegel, dass die Sozialhilfe zu hoch sei:

„Die Stimmung im Land kippte in eine Angst vor Sozialschmarotzern, in Leistungsverliebtheit und in ein obsessives Bedürfnis nach Sparsamkeit.“

Wenn man sich die gut recherchierten internen Abläufe der Hartz-Sitzungen und die Meinungen diverser politischer Entscheidungsträger so anhört, kann einem übel werden. Je mehr Macht, desto mehr Angst vor Machtverlust, desto mehr irrationale Entscheidungen, die weitab von den Interessen eines Sozialstaats, kaum dem Bürger, sondern ausschließlich dem Politikerwohl dienen.

Die Autorin denkt zum Ende des Hör/Buchs auch über mögliche Veränderungen nach. Im Denken und im Tun. Da sind gute Ideen, da ist der Wunsch etwas zu verbessern, was immer ärger wird: Die Kluft zwischen arm und reich. Doch die Eigentlichen, die dringend an der Reihe sind etwas zu tun, sind die Politiker. Dazu müssten sie die Armut aber erst einmal sehen und anerkennen. Und nicht einmal das geschieht. Von soweit oben, sieht man offenbar nicht mehr so gut, oder vielmehr will es nicht. Vielleicht sollten gerade sie Anna Mayrs Buch lesen.

Mayr führt auch all die Bücher an, die zur Zeit auf dem Markt zum Thema zu finden sind: Rückkehr nach Reims von Didier Eribons, Das Ende von Eddy von Édouard Louis und schließlich auch die Bücher der wunderbaren Annie Ernaux. Sie zieht Pierre Bourdieu, Max Weber und andere Soziologen und Philosophen hinzu, um ihre Aussagen zu unterlegen. Ich persönlich möchte noch den aktuellen Debütroman „Streulicht“ von Deniz Ohde hinzufügen, den ich als Ergänzung unbedingt empfehle.

„Die Elenden“ hat mich wütend gemacht, hat mir einmal mehr die sozialen Ungerechtigkeiten vor Augen geführt. Es war gut, diese teils sehr persönlichen Einblicke bekommen zu haben. Ich wünsche mir mehr davon. Ich freue mich über diese mutige, deutliche Stimme.
Eine Hörprobe gibt es hier. Ich danke dem Roof/tacheles Verlag für das Hörexemplar. Das Buch erschien im Hanser Verlag.

Laura Lichtblau: Schwarzpulver C. H. Beck Verlag

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Dieser Name! Schon wegen des wunderbaren Namens der Autorin musste ich mich für diesen Debütroman interessieren. Auch die Covergestaltung finde ich sehr gelungen. Laura Lichtblau hat mich mit „Schwarzpulver“ dann tatsächlich mit ihrer gekonnten poetischen Sprache begeistert (im wahrsten Sinne des Wortes). Zunächst fand ich die Idee der Story spannend: Schauplatz Berlin, womöglich nicht so viele Jahre in der Zukunft. Eine Dystopie (hoffentlich!), denn man wünscht sich wahrhaftig keine Bürgerwehr, keine Partei wie diese an der Macht und keine solchen Verbote und Verhaltensregeln. Man wünscht sich aber solche Charaktere, wie sie Lichtblau erschafft. Ganz unterschiedlich und auf eigene Weise sensibel und aktiv dagegen.

Die Geschichte hat etwas Verspieltes, Leichtes, trotz der unschönen Realität in der sie sich ereignet. Sie hat von Anfang an ein Geheimnis, das auch im Laufe des Lesens nur durch Andeutungen aufscheint. Lichtblau glänzt mit ihrer Gabe und zählt auf die Fantasie ihrer Leser*innen.

Ihre drei Hauptfiguren agieren gleichwertig, sie lässt sie abwechselnd zu Wort kommen:  Burschi, eine junge Frau, auf dem Land aufgewachsen, die in einer WG wohnt und ein altes Ehepaar betreut. Charlie, ein junger Mann, der ein (natürlich unbezahltes) Praktikum bei einem angesagten rebellischen Musiklabel macht, in der Hoffnung selbst als Talent entdeckt zu werden. In Wirklichkeit ist er Mädchen für alles. Charlie, eigentlich Karl, lebt noch bei seiner Mutter Charlotte (den Vater kennt er nicht), die ihm keine Chance zur Abnabelung lässt. Sie arbeitet als Scharfschützin in der Bürgerwehr. Hier wird man zum ersten Mal stutzig, denn die Autorin beginnt sehr langsam aber stetig die neuen Errungenschaften der Politik in die Geschichte einfließen zu lassen.

„Die Konditionen dieses Schießcamps überzeugen mich einfach, hatte sie Tante Liese und Onkel Gabriel erklärt, Es gibt zwanzig verschiedene Waffen zur Auswahl, die Proteinshakes sind auch inklusive.“

Eigentlich steht Charlotte gar nicht hinter ihrem neuen Job, ist eigentlich eher eine Alternative, die vorher einen Töpferladen hatte und an die Alt-68er erinnert.

Die Autorin hat eine absolut sichere Hand, ihre Held*innen liebenswert schrullig darzustellen. Mit wenigen Worten lässt sie sofort ein Bild entstehen. Überhaupt hat sie einen genialen erfrischenden trockenen Humor, der das ganze Buch durchzieht und gleichzeitig weiß sie sicher mit Sprache umzugehen und mit Sprachspielereien bunte Szenarien zu zaubern. Da gibt es beispielsweise einen Anita-Augspurg-Platz, einen zentralen Platz, wie es der Alexanderplatz ist, ein Platz also nach einer Aktivistin der bürgerlich-feministischen Frauenbewegung und Pazifistin benannt. Da gibt es altmodische, fast vergessene Worte, etwa das wunderbare „tramhappert“, was wohl soviel wie schlaftrunken bedeutet. Oder:

„Am Tisch sitzen junge Männer mit feisten Gesichtern, die aussehen, als hätten ihre Mütter sie abgeleckt, ehe sie sie nach draußen gelassen haben.

Es ist die Zeit um Weihnachten und Neujahr, eine aufgeladenen Zeit. Es sind die Raunächte, in denen laut alter Tradition die „Wilde Jagd“ unterwegs ist. Geheimnisvolle Geisterwesen, die nicht unbedingt nur Gutes wollen. Für Burschi wird es eine aufregende Zeit, denn sie begegnet der geheimnisvollen Johanna (die nach Schwarzpulver riecht). Die beiden fühlen sich sofort magisch zueinander hingezogen. Im Weg steht bei der ersten Begegnung nur die Bürgerwehr, die auf Johanna allerdings kaum Eindruck macht. Die Silvesternacht verbringen sie zusammen:

„Konkrete Fragen nach deinem Woher sind deiner Laune überhaupt nicht zuträglich, du bist ein ungefähres Wesen, scheint mir.“

Auch Charlie begegnet nach unzähligen Praktikantendiensten auf der Silvesterparty des Labels seinem Glück in Form der angebeteten Rapperin „Pseudoluchs“. Nur für Charlotte läuft der Jahreswechsel nicht so gut. Als sich die Wege der drei Hauptakteure schließlich unerwartet in der Silvesternacht im U-Bahnschacht kreuzen, ist es eine eher absurde Begegnung, die für Charlies Mutter Charlotte zum Desaster wird.

Was ich hier über das Buch schreibe, wirkt womöglich unspektakulär, vielleicht gar wirr oder seltsam. Aber: es hat eine unglaubliche Strahlkraft! Man muss es selbst lesen. Trotz der schlimmen Entwicklungen: es gibt selten mehr Tageslicht, weil die Sonne die Umweltgifte nicht mehr durchdringt. Die Regierungspartei hat sich rechtes Gedankengut angeeignet. Es gibt Fremdenfeindlichkeit und Homophobie. Der Feminismus wird zurückgedrängt. Obwohl man eigentlich schreien möchte, bitte nicht so ein furchtbar düsteres Szenario, lohnt sich dieses Buch so sehr, aufgrund seines schwer greifbaren Charmes, seiner kaum erklärbaren Anziehungskraft und immer wieder dieser Sprache. Hier ist alles rund, alles passt zusammen, alles fügt sich. Ich habe in diesem Jahr noch keinen anderen Debütroman gelesen und weiß dennoch, dass dieser vermutlich mein Favorit bleiben wird. Ein Leuchten!

Der Roman erschien im C. H. Beck Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine weitere Rezension findet sich auf dem Blog letteratura.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Nora Bossong: Schutzzone Suhrkamp Verlag

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Gleich vorweg: Ich bedaure sehr, dass Nora Bossongs Roman „Schutzzone“ nicht auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis gewählt wurde. Ich kenne Bossong als Lyrikerin und von ihrem Roman „36,9“ über Antonio Gramsci. Und auch in diesem Roman geht sie wieder brillant mit Sprache um. Bossong hat zudem ein Thema gewählt, das höchst interessant und brisant ist. Dass darin auch eine Art Liebesgeschichte steckt, ist ohnehin nur ein Spiegel des gleichen Themas. Es geht um Mira, eine Mittdreißigerin, die für die Vereinten Nationen arbeitet und dabei ständig unterwegs ist, nie Ruhe oder einen sicheren Ort findet, keine Schutzzone, auch nicht in einem anderen Menschen.

“ …die UN riefen auf und baten und befürworteten und betonten und unterstützten und drängten und entschieden, mit der Angelegenheit befasst zu bleiben. Das tun sie eigentlich immer.“

Bossong hat offenbar intensiv recherchiert und verbindet ihr Wissen mit einer einmaligen Art, dieses in eine sehr klingende Sprache einzubetten. Dabei lässt sie viel Raum und überlässt dem Leser die Aufgabe Miras Persönlichkeit vorm inneren Auge wachsen zu lassen. Die einzelnen Kapitel sind nach den Orten in der Welt benannt, an denen Mira ihre Aufgaben als Vermittlerin zwischen zerstrittenen, kriegführenden Völkern wahr nimmt. Dass sie eine gute Zuhörerin ist und durch ihr Schweigen, alle zum Reden bringt, fördert ihre Karriere. Eine Karriere, die eigentlich nur in eine Sackgasse führen kann, wie Mira im Laufe der Zeit, von Ort zu Ort, immer bewusster wird.

„Es gab das Licht um drei Uhr morgens in den Sitzungssälen, blasser als jede Dämmerung. Das Licht der aussichtslosen Verhandlungen. Sie wurden in die Länge gezogen, weil wir so schlecht damit klarkamen, dass etwas ins Nichts lief. Weil wir lieber müde als ohnmächtig waren. Eine Situation nicht zu beherrschen, hielten nicht viele von uns aus, die meisten hielten es nicht für möglich.“

Mira pendelt über viele Jahre hinweg zwischen Berlin, New York, Genf, Ruanda, Burundi und führt Gespräche, schreibt Berichte an ihre Vorgesetzten. Immer steht sie zwischen den Fronten, sei es bei der Vermittlung zwischen der Türkei und Griechenland auf Zypern oder im fernen afrikanischen Staat Burundi, wo sie beispielsweise mit Rebellenführern zum Dinner mit Gespräch erwartet wird. Dass dabei endlos geredet wird, nach ewigen Bemühungen immer nur winzige Schritte aufeinander zu gelingen, lässt auch Mira manchmal verzweifeln. Denn es gibt sie eben nicht, die eine Wahrheit.

Bossong schafft es mit wenig Aktion, eher mit Ungesagtem eine diffuse Stimmung zu schaffen, wiederholt beschwörend manche Szenen. Ob es die ausgelassenen Parties sind, die in mit Stacheldraht gesicherten Häusern inmitten der Kriegsgebiete stattfinden oder die Gespräche mit misshandelten, vergewaltigten Frauen, die Besuche in den Flüchtlingslagern an der Grenze, die Autorin trifft den Nerv. Die Leser*in wird vom krassen Wechsel zwischen Normalität und schlimmsten Grausamkeiten hin- und hergetrieben, wobei es die Auslassungen sind, die der jeweiligen eigenen Fantasie ausgeliefert sind.

„Die Hilfskonvois fahren. Die Diktatoren diktieren. Die Sopranisten singen. Und irgendwo schneidet ein Mann, der sonst nicht weiter auffallen würde, Leichensäcke auf, um zu sehen, ob seine Tochter darin liegt.“

Mira findet ein wenig Sicherheit in den Begegnungen mit Sarah, einer jungen europäischen Ärztin. Später in Genf trifft sie auf Milan, den sie aus ihrer Kindheit kennt und der nun als Kollege von ihr, wieder Raum einnimmt. Sie beginnen eine Art Beziehung, die nicht von Dauer ist, da Milan eine Frau und ein Kind hat. Mira ist auch in ihren Partnerschaften auf verlorenem Posten, findet nicht die Nähe, die sie sucht, die ihr Halt im steten Unterwegssein geben könnte. Nachdem die von ihr vorbereiteten Zypern-Gespräche kolossal scheitern, überlegt Mira aufzugeben … Große Empfehlung!

Nora Bossongs Roman erschien im Suhrkamp Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar. Eine weitere Besprechung gibt es bei letteratura.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.

Hagar Peeters: Malva Wallstein Verlag

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Ein schwarzer Schutzumschlag mit einer rosafarbenen Blume, einer Malve. Ich erkenne sie, weil ich sie selbst in meiner Sommerblumensammlung aussähe. Die Heldin und Ich-Erzählerin des Romans wurde nach dieser zarten Blume benannt. Doch darunter, und das wird mir später erst klar, kann man ein weißes großes Semikolon erkennen. Nicht von ungefähr, denn Malva Marina Trinidad del Carmen Reyes, die unbeachtete, verlassene Tochter des großen Dichters Pablo Neruda sieht sich selbst als solch ein Satzzeichen.

„… wie mein Vater behauptete, das Semikolon charakteristisch ist für die Gestalt, die ich auf Erden war, mit meinem kleinen Körper, wie ein Komma, ein krummer Strich, ein gewundener Wurm, und mit meinem immer mehr anschwellenden Schädel, wie ein grotesker Punkt, der sich selbst entstieg und dem Himmel entgegenwuchs; jenem einen großen, mich nun doch beherbergenden Jenseitshimmel.“

Malva wird nur 8 Jahre alt. Sie stirbt an Gehirnwassersucht, auch kurz Wasserkopf genannt. Am Anfang des Romans beobachtet sie von ganz weit oben die riesige Beerdigung ihres berühmten Vaters, der sie und ihre Mutter verlassen hat und sich lieber als Kommunist um die Gerechtigkeit in der Welt gekümmert hat, statt ihr ein Vater zu sein.

„So ein Detail, sagte ich, darum geht es und nicht um die perfekten Proportionen oder den Goldenen Schnitt oder die große Geste oder die rassereine Vollkommenheit oder die ewige Wahrheit oder den Nobelpreis für Literatur. Aber wer bin ich, um das zu sagen? Ich bin schließlich schon längst tot.“

Malva „lebt“ nun im Himmel. Sie hat sich gute Gesellschaft gesucht: Da ist Oskar Matzerath, genau, der aus der Blechtrommel, da gibt es den Sohn Arthur Millers, die Tocher von James Joyce. Malva verehrt die polnische Lyrikerin Wislawa Szymborska (hier scheint mir ein Fehler vorzuliegen, denn Szymborska starb erst im Jahr 2012, aber vielleicht wird das im Jenseits nicht so genau genommen) der sie oft Fragen stellt und kann den Geschichten Roald Dahls einiges abgewinnen. Selbst Sokrates wird in Gespräche verwickelt.

Von dieser hohen Warte aus berichtet sie von Szenen im Leben ihres Vaters, der sich diversen Geliebten zuwandte und sich immer mehr in die Politik und den kommunistischen Klassenkampf stürzte. Zwischen Bewunderung und Hass schwankt Malva, was ihren Vater betrifft. Die Mutter liebt sie, obgleich auch sie sie verließ und in eine holländische Pflegefamilie gab, um Geld zu verdienen, da vom Vater nichts zu erwarten war. Selbst als die Mutter nach Malvas Tod, ihren Exmann bittet sie aufgrund des Krieges und der Besatzung der Niederlande durch die Nazis zurück nach Chile zu holen, verweigert er dies und sie wird kurz vor Kriegsende noch für einige Wochen ins Durchgangslager Westerbork eingeliefert.
Zeitweise wendet die Hauptfigur Malva sich in persönlicher Rede direkt an die Autorin, deren Familiengeschichte gewisse Schnittmengen mit der Malvas Familie aufweist.

Was für eine irre Idee der Autorin! Die toten, ehemals verlassenen Kinder berühmter Eltern suchen sich auf der Erde ihre Biographen aus und flüstern ihnen die Sätze ihres Lebens ein. In Hagar Peeters hat Malva die ideale Biographin gefunden, denn die Autorin beherrscht die Sprache, biegt sie, verziert sie, lässt sie tanzen und tosen. Und lässt Pablo Neruda beinahe blass aussehen. Hier ist deutlich zu spüren, dass Peeters eine preisgekrönte Lyrikerin ist. Auch die Übersetzerin hat hier einiges geleistet.

Die im Leben ausgeschlossenen Kinder bilden im Jenseits eine eingeschworene Gemeinschaft, Arthur Millers von ihm verschwiegener Sohn Daniel mit Down-Syndrom, Lucia, die verrückte Tochter James Joyce, der nicht wachsende Blechtrommler Oscar und Malva mit dem Wasserkopf. Viele weitere Kinder wollen aufgenommen werden, etwa Rousseaus Kinder, die er alle ins Kinderheim steckte, während er seelenruhig ein Buch über Erziehung schrieb. Und Albert Einsteins, als schizophren diagnostizierter Sohn Eduard, dessen Vater ebenfalls die Frau wechselte und nichts hinterließ.

„Ach Hagar, das waren einfach nur ein paar bekannte Fälle, aber die Zahl der vernachlässigten Kinder von intelligenten, kreativen und kunstsinnigen Vätern ist endlos. Aus Anlass des Falles von Paul Gauguin, der seine Familie verließ, um auf Tahiti edle wilde Frauen zu malen, hat der Philosoph Bernard Williams sogar einen Terminus dafür geprägt: moral luck. Moralisches Glück wird berühmten und erfolgreichen Männern zuteil, die ihre Kinder im Stich lassen. Sie kommen damit davon, wenn sie ihre gewonnene Freiheit nutzen, um der Menschheit unsterbliche Kunstwerke zu schenken.“

Hagar Peeters Roman ist in vielen Aspekten bezwingend. Scharfsinnig klagt sie Ausgrenzung an und findet eine Stimme für Frauen und Mütter und für „behinderte“ Kinder. Wie sie in ihrem Roman eine Lösung für deren Leid im Jenseits findet, gefällt mir außerordentlich gut und lässt mich getröstet und versöhnlich zurück. Ein Leuchten!

Der Roman „Malva“ der 1972 geborenen Niederländerin Hagar Peeters erschien im Wallstein Verlag. Übersetzt hat es Arne Braun. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Hinweis: Der Umstand, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, hat keinerlei Auswirkung auf meine Wahrnehmung und Rezension des Buches.