Meine 10 liebsten Romane 2018 und 2 lyrische Dreingaben

Meine 10 liebsten Romane …


Tatsächlich habe ich einen der besten Romane dieses Jahres erst vor einigen Tagen gelesen, aufgrund der Empfehlung von Alexander Weidel vom Secession Verlag für Literatur. „Kanada“ ist ein immens gutes Buch, ein Einklang von Sprache und Handlung, wie es sie selten mehr gibt. Ausführlich besprechen werde ich es im neuen Jahr.
Ebenso wie den Lyrikband „Elegische Momente“ von Muriel Pic. Auch hier bin ich von Idee und Sprache enorm begeistert. Eine Empfehlung vom Wallstein Verlag. Von beiden Verlagen haben es außerdem je 2 Titel auf meine Bestenliste geschafft.

Und 2 lyrische Dreingaben:

 

Ich stelle fest, dass ich, ohne es zu beabsichtigen, überwiegend Autorinnen mit ihren Romanen und Lyrikbänden favorisiere und ein Großteil aus Indie-Verlagen kommt. Außerdem lese ich mich kreuz und quer durch die Welt. Eine schöne Bilanz!

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Obige Bilder sind verlinkt, so dass man zur Buchbesprechung kommt.  Alle leuchten. Viel Vergnügen beim Lichtfang!

 

 

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Stadt Land Buch 2018 Literatur aus den nordischen Ländern

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Vom 11.11. bis 16.11.18 sind die Nordischen Länder zu Gast bei StadtLandBuch in Berlin und Brandenburg. Hier gehts zum Programm: http://www.stadtlandbuch.de

Und hier einige meiner nordischen Favoriten:

Spreepartie die Dritte: Ein Debütroman aus dem Literaturverlag Droschl, Vermischtes aus dem Laurence King Verlag und eine kulinarische Reise nach Georgien mit Literatur aus dem Weidle Verlag und der Edition Fototapeta

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Am vergangenen Samstag fand eine Fortsetzung der wunderbaren Reihe „Spreepartie“, organisiert von den famosen Damen von Kirchner Kommunikation statt. Eingeladen waren wieder verschiedene Buchblogger. Diesmal gab es drei Programmpunkte. Wer dann noch nicht zufrieden war, konnte sich noch am Wannsee beim Sommerfest von Kiwi tummeln.

 

Während des Frühstücks erzählte uns Ally Klein, die mit einem Auszug ihres Debütromans „Carter“ beim Bachmannwettbewerb las, wie sie sich sozusagen dazu überreden/überzeugen ließ, daran teilzunehmen und wie hart sie sich darauf vorbereitete. Nun meinte sie, seitdem könne sie nichts mehr erschüttern. Spannend, dass sie sich beim Schreiben immer wieder auf Bloch bezieht und vielleicht noch auf Dostojewski und dass sie zwei Varianten ihres Romans geschrieben hat. Eine, die sch rein auf die Geschichte, die Handlung bezieht, und die zweite, an der dann sprachlich gefeilt wird. Mit dem wunderbaren österreichischen Literaturverlag Droschl und dem dortigen Lektor hat sie einen Glücksgriff getan.

 

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Kurz darauf traf schon Max Erbe ein, der uns vom Entstehen der deutschen Dependance des Laurence King Verlags erzählte, der in England ein gut eingeführter, sehr bekannter Verlag ist. Seit Frühjahr 2018 werden Teile des Programms in Deutschland vertrieben. Hier finden sich fein illustrierte Sach- und Kinderbücher, zudem allerlei Karten- und Wissensspiele, teils mit Bezügen zu Kunst und Design.

 

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Mittagsmahl, das im georgischen Restaurant Madloba aufgetischt war. Es bestand nicht nur aus leckeren georgischen Spezialitäten, sondern auch aus geistiger Nahrung: Iunona Guruli, die Übersetzerin ist, aus Tbilisi stammt und in Berlin lebt und arbeitet, erzählte über die Besonderheiten der georgischen Sprache, die zudem eine ganz eigene Schrift besitzt, die nur aus Kleinschreibung und vielen Rundungen besteht und fast wie kaligraphiert wirkt. Zwei Romane, die sie übersetzte, stammen aus den kleinen wunderbaren unabhängigen Verlagen Edition Fototapeta und Weidle Verlag und erscheinen im Herbst, rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse, bei der diesmal das Schwerpunktland Georgien ist.


Ich danke dem tollen Kirchner-Team für die Einladung zur nun schon zur Tradition gewordenen Spreepartie und für die interessanten literarischen Einblicke. Ausführliche Besprechungen folgen nach Lektüre, zudem auch zur Buchmessezeit ein Beitrag über meine Leseerlebnisse mit georgischer Literatur.

Buchmesse Leipzig 2018 – Schwerpunkt Rumänien

 

 

Ich habe gesucht und in der Tat etwas Erlesenes aus Rumänien gefunden:

Filip Florian: Alle Eulen
Filip Florians Roman „Alle Eulen“  ist ein Roman der mir leuchtend gut gefallen hat. Es geht ums Aufwachsen in einem kleinen Karpatendorf und ums Geschichtenerzählen, um den oft  schwer erträglichen Alltag unter der Diktatur Ceaușescus und natürlich um Eulen. Ein neuer Roman soll im nächsten Jahr erscheinen, so wie dieser im Verlag Matthes & Seitz.

 

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Dann ist da Dana Grigorcea, die allerdings schon länger in der Schweiz lebt und auf Deutsch schreibt. 2015 nahm sie am Bachmann-Wettbewerb teil mit einem Auszug aus ihrem Roman „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“, mit dem sie den 3sat-Preis erhielt. Er bietet einen ganz guten, wenngleich sehr persönlichen Einblick in die Verhältnisse des Landes.

 

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Ein gerade eben erschienener kleiner Band mit einer Novelle, die an Tschechows „Die Dame mit dem Hündchen“ erinnert, heißt „Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen“. Beide erschienen im Dörlemann Verlag.

 

 

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Schwer beeindruckt hat mich vor einiger Zeit M. Blecher mit seinen Büchern, die sprachlich überragend und autobiografisch von einem Aufenthalt in einem Sanatorium berichten, wo sich der Autor sehr lange wegen seiner Knochentuberkulose aufhalten musste. Komplett eingegipst, verbrachte er seine Tage, Monate,  liegend und schrieb darüber. Der auf den Büchern basierende Film „Sacred Hearts“ ist künstlerisch ausgezeichnet gemacht und ergänzt die Bücher. Er bietet einen Einblick, manchmal grausigen, manchmal fröhlichen Blick in die Normalitäten der Heilanstalt. Zeitweise taucht man in eine Atmosphäre wie in Thomas Manns „Zauberberg“ ein.
Übersetzt wurden Blechers Bücher von Ernest Wichner, der lange Zeit das Literaturhaus Berlin leitete. Die Bücher erschienen im Suhrkamp Verlag.

Von  Mircea Cartarescu, der soeben mit dem Thomas-Mann-Preis 2018 ausgezeichnet wurde, wollte ich schon lange etwas lesen. Vielleicht ist nun die Gelegenheit dazu. Seine Bücher erscheinen bei Suhrkamp und Hanser.

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Dann komme ich zur Grande Dame der rumänischen Literatur, zur rumäniendeutschen Herta Müller. Zugegeben, für mich hat sich ihre schriftstellerische Arbeit vor allem über ihre wunderbaren Wort-Collagen erschlossen. Einige davon kann man hier von ihr selbst gelesen hören, sogar in rumänisch:

https://www.lyrikline.org/de/gedichte/no-481-das-duemmste-ist-3001#.Wom18yXOXIU

Für ihre Romane jedoch – damals war „Atemschaukel“ gerade erschienen – erhielt sie 2009 den Nobelpreis für Literatur. Darin erzählt sie von der Gefangenschaft Oskar Pastiors im Arbeitslager. Er war in die Arbeit an diesem Buch integriert. Pastior ist als Lyriker höchst bekannt und war mit Herta Müller befreundet. Seine Gedichte, die zunächst in der Tradition des Dadaismus und des Oulipo standen, erregten damals in Rumänien in den 60er Jahren großes Aufsehen. Umstritten ist seine Tätigkeit als IM im Auftrag der Securitate, des rumänischen Geheimdiensts. Hier eine Hörprobe eines seiner Gedichte: https://www.lyrikline.org/de/gedichte/immer-183

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Die rumänische Lyrik ist mir so gut wie unbekannt. Ich habe allerdings eine Anthologie aus dem Wunderhorn Verlag gefunden, die noch nicht allzu alt ist und die einige zeitgenössische Dichter vorstellt. Herausgeber ist wiederum Ernest Wichner.

Außerdem erscheint im Klak-Verlag eine Rumänisch-Deutsche Lyrik-Anthologie mit dem Thema Grenzen und weitere neue Bände rumänischer zeitgenössischer Autoren. Ebenso im Pop-Verlag .

 

Im Transit Verlag gibt es eine neue Anthologie mit rumänischer Prosa mit dem schönen Titel „Das Leben wie ein Tortenboden“.

Und im Verbrecher Verlag das „Handbuch der Zeiten“ von Stefan Agiopan.
Zitat Verbrecher Verlag: »Handbuch der Zeiten« gilt als moderner Klassiker Rumäniens. Viele der heute jungen Autorinnen und Autoren betrachten Agopian als Vorbild.

Der kleine feine Guggolz Verlag bringt eine Wiederentdeckung heraus: „Humbug und Variationen“ von Ion Luca Caragiale ein Band mit Erzählungen, entstanden zwischen 1890 – 1912.

Die Literaturzeitschrift „Die Horen“ aus dem Wallstein Verlag bringt ein Heft zum Thema Rumänische Erzählungen aus dem letzten Jahrzehnt, das einen schönen Überblick gibt.

Eine sehr schöne und ausführliche Besprechung zum „Buch des Flüsterns“ des Rumänen armenischer Abstammung Varujan Vosganian findet sich auf dem Blog „Schriftlichkeit“.

Für mich ist so ein Schwerpunktthema oder ein Gastland immer Anlass, mich mit der jeweiligen Literatur etwas mehr zu beschäftigen. Viel Freude beim Entdecken der rumänischen Literatur!
Im Herbst in Frankfurt dann Georgien …

Frankfurter Buchmesse 2017: Ehrengast Frankreich

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Mit Frankreich ist diesmal wieder ein direktes Nachbarland Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Wie ich erfreut feststelle, habe ich bisher schon recht oft literarisch hinüber gelesen. Hier ein kleiner Überblick:

AchterbahnEinen zweisprachigen Lyrikband bringt der Wallstein Verlag in Zusammenarbeit mit Le Castor Astral heraus. Es trafen sich vier französische und vier deutsche Dichter, um gegenseitig im Miteinander ihre Gedichte zu übersetzen – hier findet man zeitgenössische französische Lyrik. Mit dabei unter anderem: Marion Poschmann und Monika Rinck.

Folgende Bücher sind jeweils verlinkt – man gelangt direkt zu meiner Besprechung:

Raymond Queneau: Stilübungen Suhrkamp Verlag 2016
Ein köstliches Spiel mit Sprache von einem der Oulipo-Dichter über eine Busfahrt

Claude Simon: Das Pferd Berenberg Verlag 2017 
Ein sprachliches Meisterwerk: die Grausamkeit des Krieges auf wenigen Seiten

Octave Mirbeau: Diese verdammte Hand Weidle Verlag 2017
Ein Künstlerroman, der Vincent van Goghs Zerrissenheit in den Mittelpunkt stellt

Christophe Boltanski: Das Versteck Hanser Verlag 2017 
Ein Haus in Paris als Familienhöhle und als Versteck für einen jüdischen Arzt

Valentine Goby: Kinderzimmer Ebersbach & Simon 2017 
Erschütterndes Zeitdokument einer Französin aus dem Frauenlager Ravensbrück

François Frenkel: Nichts um sein Haupt zu betten Hanser Verlag 2016 
Eine französische Buchhandlung in Berlin und die Flucht vor den Nationalsozialisten

Silvie Schenk: Schnell, dein Leben Hanser Verlag 2016 
Starkes autobiografisches Frauenporträt einer Französin im Nachkriegsdeutschland

Jérôme Ferrari: Ein Gott Ein Tier Secesssion Verlag 2017
Sprachlich unglaublich dicht: Geschichte eines jungen Mannes auf der Sinn-Suche

Karine Tuil: Die Zeit der Ruhelosen Ullstein Verlag 2017 
Aktuelles, gut konstruiertes Porträt der französischen Gesellschaft

Leila Slimani: Dann schlaf auch du Luchterhand Verlag 2017
Eine Art Psychothriller, der auch als Gesellschaftskritik durchgehen kann

Véronique Bizot: Menschenseele Steidl Verlag 2016 
Eine sprachlich überzeugende Entdeckung, eine ungewöhnliche eigenartige Geschichte

Saphia Azzeddine: Bilqiss Wagenbach Verlag 2016 
Die mutige junge Bilqiss in ihrem klugen Kampf gegen die Religionspolizei

Julia Deck: Winterdreieck Wagenbach Verlag 2016
Schräger Roman um eine skurrile Protagonistin im Widerstand gegen sich und die Welt

Brigitte Giraud: Einen Körper haben S. Fischer Verlag 2016
Roman, der sich durch Körperlichkeit dem Inneren einer trauernden Frau annähert

Delphine de Vigan: Nach einer wahren Geschichte Dumont Verlag 2016 
Eine Frau mit Schreibblockade erhält (scheinbar) Hilfe von einer mysteriösen Fremden

Shumona Sinha: Erschlagt die Armen Edition Nautilus 2015 
Eine Emigrantin steht als Dolmetscherin zwischen Herkunft und neuem Land und scheitert an dieser Aufgabe

Shumona Sinha: Kalkutta Edition Nautilus 2016 
Eine Frau kehrt zum Begräbnis des Vaters in ihr Herkunftsland Indien zurück und erinnert sich

Shumona Sinha: Staatenlos Edition Nautilus 2017
Drei Frauen zwischen Tradition und Moderne, zwischen Fremdheit und Ankommen

Aya Cissoko: Ma Wunderhorn Verlag 2017
Geschichte einer jungen Emigrantin aus Mali zwischen Tradition und Moderne

Nathalie Chaix: Liegender Akt in Blau Kunstanstifter Verlag 2016 
Ein kleines Kunstwerk über eine brennende Liebe anhand des Malers Nicolas de Stael

Catherine Meurisse: Die Leichtigkeit Carlsen Verlag 2017
Das Wieder-in-die-Welt-finden einer Illustratorin nach dem Attentat bei Charlie Hebdo

Was mir auffällt, wenn ich die Titel so durchgehe: Es sind vor allem Autorinnen. Offenbar haben in Frankreich die schreibenden Frauen das Heft in der Hand, was mich wiederum sehr für sie einnimmt. Unschwer zu erkennen ist, dass Shumona Sinha meine Favoritin ist. Ich habe sie kürzlich in einer Lesung des Literaturfestivals erlebt und finde ihre starke kritische Stimme, die sie mit feiner Sprachpoesie kombiniert, mehr als überzeugend. Leuchtende Leseerlebnisse wünsche ich!