Gusel Jachina: Suleika öffnet die Augen Aufbau Verlag

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Ein Debütroman aus Kasan in Tatarstan – das klingt schon außergewöhnlich und so führt dieser Roman auch in eine mir vollkommen unbekannte Welt. Gusel Jachina, die auch Germanistik studierte, stellte ihren Debütroman im Literaturforum im Brechthaus vor und erzählte auf Deutsch über die Recherchen und auch über die persönlichen Hintergründe dazu. Es war ein eindrucksvolles Gespräch. Auch Ljudmila Ulitzkaja, die große russische Autorin drückt in ihrem Geleitwort ihr Erstaunen und ihre Freude über dieses Buch aus. Sie sagt es ist ein „Frauenbuch“. Aber sie meint es in Übereinstimmung mit der Autorin: Es ist eine starke Stimme aus weiblicher Feder, ein Blick auf ein starkes, für mich sehr fremdes Frauenleben. Und wie der Titel bereits andeutet: Suleika öffnet nicht nur symbolisch die Augen, Sie beginnt tatsächlich immer mehr zu sehen und wahrzunehmen. Es ist die Entwicklungsgeschichte einer jungen Frau hin zu einer reifen Persönlichkeit.

Gusel Jachinas Roman spielt ab 1929 in der Sowjetunion, genauer in Tatarstan, zunächst in einem kleinen Dorf namens Julbasch in der Nähe der Stadt Kasan. Dort lebt die 30-jährige Suleika mit ihrem Ehemann und der unerbittlichen Schwiegermutter. Im Alter von fünfzehn Jahren hatte man sie verheiratet. Sie hat bereits vier Töchter geboren, doch jede starb kurz nach der Geburt. Sie führt ein hartes Arbeitsleben, was kein persönliches Glück vorsieht, steht dem wesentlich älteren Mann und dessen fordernder Mutter zu Diensten. Rechte hat sie keine.

„Suleika öffnet die Augen“ ist der passende Titel für diesen Roman, denn es ist eine weibliche Entwicklungsgeschichte. Mag man zunächst annehmen, dieses Schicksal könnte schlimmer nicht sein, kommt es aber doch noch härter. Im Zuge der „Entkulakisierung“, der Bauern mit Eigentum, verliert Matusa, Suleikas Ehemann, Haus und Hof und schließlich sein Leben. Suleika wird nach Sibirien verbannt, zur Mithilfe beim Aufbau einer vorbildlichen Arbeiter-Siedlung, zur Zwangsarbeit. Allein die Reise, (in den Innendeckeln des Buches kann man den Weg anhand einer Karte verfolgen) die Suleika mit anderen Kulaken und Regimefeinden antritt, dauert Monate und kostet viele Menschenleben. Auf dieser Reise bemerkt Suleika, dass sie schwanger ist.

Suleika ist Muslimin, glaubt aber ebenso an die Naturgötter, die in den Wäldern hausen. Die Verbindung zu diesen kommt ihr vermutlich in der neuen „Siedlung“ zu gute. Die kleine Gemeinschaft unter der Führung des Offiziers, der auch Suleikas Mann tötete, überlebt mit Mühe den ersten Winter. Suleikas Sohn wird geboren, mithilfe eines Arztes, der ebenfalls zu der Gruppe der Verbannten gehört. Dieser wird schließlich auch Vertrauter in Suleikas Leben. Es dauert Jahre, bis die Siedlung zum Dorf wird, in dem es sich einigermaßen gut leben lässt. Suleika arbeitet zunächst als Köchin, später entdeckt sie ihr Talent fürs Jagen. Trotz vieler Entbehrungen und harter Arbeit erlebt sie diese Zeit mehr und mehr als bereichernd, vor allem, weil ihr Sohn wächst und gedeiht und eben nicht stirbt, wie die Töchter. Zwischen ihr und  Ignatow, dem Offizier, entsteht eine gewisse Anziehung, die beide zunächst nicht akzeptieren …

 

Jachina hat ein Händchen für die Beschreibung der Charaktere in ihrer ungewöhnlichen Geschichte. Alles wird unter ihrem Blick lebendig, leuchtende, starke Bilder entstehen beim Lesen. Ich staune über die Kraft, die dieser Roman ausstrahlt. Vielleicht wird Gusel Jachina beim Schreiben auch von den Naturgöttern unterstützt …
Ich jedenfalls wünsche ihr mehr und mehr Leserinnen. Es ist ein ganz und gar bewegendes Debüt.

Der Roman „Suleika öffnet die Augen“ erschien im Aufbau Verlag in der auch von der Autorin gelobten Übersetzung von Helmut Ettinger aus dem Russischen. Eine Leseprobe gibt es hier.

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Lydia Tschukowskaja: Untertauchen Dörlemann Verlag

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Weiter mit Lektüre aus Russland …
Jetzt also Lydia Tschukowskajas Roman „Untertauchen“. Bereits vor ein paar Jahren ist es neu aufgelegt worden in einer Übersetzung der genialen Swetlana Geier. Lydia Tschukowskaja war eine Zeitgenossin der großen russischen Dichterinnen Anna Achmatova und Marina Zwetajewa. Und auch sie geriet aufgrund ihrer Direktheit, wie die beiden anderen im Stalinregime immer wieder ins Visier der Oberen. „Untertauchen“ erschien erst 1988, obwohl es bereits 1947 geschrieben wurde. Als es 1972 in den USA veröffentlicht wurde, schloss man die Autorin kurz darauf aus dem Schriftstellerverband aus. Die Rede, die sie aus diesem Anlass schrieb, findet man im Anhang des Buches und man staunt über Mut und Offenheit der Dichterin.

„Das machen sie plötzlich. Unterwegs. Genickschuss.“
Während er sprach drückte er mit dem Hinterkopf das Kissen zurecht. Wahrscheinlich spürte er jetzt seinen Nacken, so wie ich. Die Ufer des Kissens traten auseinander, und sein Gesicht lag jetzt tief auf dem Grund.

Dass ihr Mann auf diese Weise von den Schergen des Stalinregimes getötet wurde, erfährt die Schriftstellerin Nina Sergejewna erst 12 Jahre später. Bis dahin gab es für sie noch Hoffnung, erklärte man ihr doch, dass ihr Mann 10 Jahre Lagerhaft mit Schreibverbot vor sich habe. Dass das nur eine Geheimformel für den sofortigen Tod ist, wissen die wenigsten.
Einer, der es weiß, weil er selbst 5 Jahre Lagerhaft mit Zwangsarbeit hinter sich hat, ist der Schriftsteller Bilibin. Ihn lernt die Hauptfigur Nina in einem Sanatorium, eine Stunde von Moskau entfernt auf dem Land, kennen. Zunächst zögerlich erzählen sich die beiden auf ihren Spaziergängen durch die verschneiten Wälder schließlich aus ihrem Leben. Bald schon kommen sie sich näher, werden Vertraute. Während Nina an einer Übersetzung arbeitet, beendet Bilibin seinen Roman. Nina geniest das „Untertauchen“, weitab der beengten Wohnverhältnisse in Moskau. Sie findet endlich Zeit und Ruhe für das eigene Schreiben.

„All das wird mir wieder genommen werden. All das werde ich wieder hergeben müssen. Niemand Bestimmter wird es zurückverlangen, nur etwas Ungreifbares wird dann vorübergegangen sein, jenes etwas, was wir >Zeit< nennen.“

Im Sanatorium lebt zur gleichen Zeit auch der jüdische Lyriker Weksler, dem Nina mit ihrem Gespür für gute Lyrik weiterhilft. Doch dieser wird eines Nachts abgeholt und verschwindet, was Nina enorm erschüttert. Die vier Wochen Erholungskur gehen schneller vorbei als gewünscht. Gegen Ende des Aufenthalts gibt Bilibin Nina seinen Roman zu lesen. Sie ist erschüttert, hatte sie doch gerade ihn nicht für einen Mitläufer gehalten: Der Roman erhält eine geschönte und für regimetreue Augen geschriebene Variante der furchtbaren Geschichte, die Bilibin ihr aus seiner Zeit im Lager berichtete. Nina bricht sofort den Kontakt zu ihm ab. Doch wie kann sie ihn verurteilen, da sie nie das erlebt hat, was verbannte Verurteilte durchmachen mussten, die letztlich auch immer wieder in der Gefahr einer wiederholten Inhaftierung lebten? Dennoch verabschieden sich beide kühl am Bahnhof von Moskau und jeder kehrt zurück in seine eigene Welt.

Ich bin sehr angetan: „Untertauchen“ von Lydia Tschukowskaja überzeugt sowohl sprachlich als auch inhaltlich.
Der Roman erschien bereits 2015 im Dörlemann Verlag in schönem Leineneinband mit einem Nachwort von Hans Jürgen Balmes. Die Übersetzung stammt von Übersetzer-Koryphäe Swetlana Geier. Eine Leseprobe gibt es hier.

Natascha Wodin: Sie kam aus Mariupol Rowohlt Verlag

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Natascha Wodin hat mit ihrem Buch „Sie kam aus Mariupol“ den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Natascha Wodin kann schreiben. Ich weiß es aus dem Roman „Nachtgeschwister“, in dem sie über die schwierige Beziehung zu dem großen Schriftsteller Wolfgang Hilbig schreibt. Durch die Lektüre von Wolfgang Hilbig (in „Das Provisorium“ erfährt man einiges über ihre Beziehung) habe ich überhaupt erst von ihr erfahren. Nun also der Buchpreis …

„Dass ich den Namen meiner Mutter in die Suchmaschine des russischen Internets eintippte, war nicht viel mehr als eine Spielerei.“

„Sie kam aus Mariupol“ ist ein sehr persönliches Buch, eines, was zu schreiben, sicher nicht leicht gefallen ist. Man merkt es immer wieder durch das Buch schimmern, wie stark das Thema Wodin berührt: Schwierig daraus Literatur zu machen …  Vielleicht hätte es eines längeren Abstands bedurft zwischen Recherche und fertigem Buch. Jedenfalls fehlt mir in diesem Buch durchgängig Wodins starke Sprache.

Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt:
Zuerst berichtet Natascha Wodin von ihrer Suche nach den Wurzeln der Mutter, die sich umgebracht hat, als sie selbst noch ein Kind war. Tatsächlich wird sie übers Internet fündig: viele Erinnerungen erweisen sich als wahr, doch noch viel komplexer, als gedacht. Hier erzählt Wodin wie in einem Erlebnisbericht über ihre Recherche und ich als Leserin verheddere mich immer stärker in den immer neuen russischen Namen der gefundenen Verwandten.

„Mein Leben lang hatte ich mich benachteiligt gefühlt, weil ich keine Familie hatte, aber das war nur deshalb so gewesen, weil ich nicht gewusst hatte, dass ich ein glücklicher Mensch war ohne diesen ganzen Ballast.“

Im zweiten Teil erzählt Wodin aus den Tagebüchern und Memoiren ihrer Tante Lidia. Die Hefte wurden in der Wohnung eines neu entdeckten Verwandten aus Sibirien gefunden und ihr zugeschickt. Aus diesen geht hervor in welch schreckliche trostlose Zeit Wodins Mutter 1920 in Mariupol hineingeboren wurde. Anhand von Lidias Lebenslauf gewinnt sie einen kleinen Eindruck vom Leben ihrer Mutter, obgleich diese neun Jahre jünger war als Lidia.

„Wie hat sie ausgesehen mit ihren zwei, drei Jahren? Wie die Kinder in heutigen Hungerländern, kleine Skelette mit geblähten Bäuchen und großen leeren Augen?“

Wodin versucht im dritten Teil das Leben ihrer Mutter von der Flucht (oder Zwangsdeportation?) mit ihrem russischen Mann aus der Ukraine nach Deutschland zu er-schreiben. Sie und ihr Mann arbeiten als Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie in Leipzig, wo für die sogenannten Ostarbeiter die schlechtesten Bedingungen herrschen.
Das meiste in diesem Teil ist aus wenigen persönlichen Anhaltspunkten und anhand geschichtlicher Dokumentationen rekonstruiert.

Zuletzt erzählt Wodin von der Zeit, die sie ab ihrer Geburt 1945 selbst mit erlebt hat: das Heranwachsen in Lagern für Displaced Persons, später in einer Kleinstadt in Oberfranken in einem Viertel der „Ausgegrenzten“. Sie erlebt die Ängste der Mutter, versteht sie aber nicht. Die kleine Schwester wird geboren. Die Beziehung zwischen den Eltern ist alles andere als liebevoll. Bei kleinsten Vergehen setzt es Hiebe. Die Mutter verfällt in immer tiefere Depressionen. Der Vater kümmert sich nicht. Die beiden Mädchen verwahrlosen …  Schließlich kommt es dazu: Die Mutter tut das, was sie so oft schon ankündigte. Sie „geht ins Wasser“.

„Immer muss man bei uns alles suchen, obwohl wir eigentlich dauernd aufräumen, aber wir finden einfach keinen festen Platz für die Dinge, wir wissen nicht, welche Ordnung wir dem Chaos entgegensetzen sollen.“

Und auf diesen letzten Seiten blitzt auch endlich etwas durch, was an die Ausdrucks- und Sprachkraft aus Wodins vorherigen Büchern erinnert.

Dieses Buch ist ein Erinnerungsbuch. Vermutlich war es für Natascha Wodin notwendig und befreiend die Geschichte ihrer Familie nieder zu schreiben. Es ist auch eine erschütternde Dokumentation, ein zeitgeschichtlicher Einblick. Große Literatur, wage ich zu behaupten, ist es nicht. Ein gutes Beispiel einer ganz ähnlichen Recherche, die mir jedoch sprachlich und literarisch gelungener erscheint, ist Katja Petrowskajas „Vielleicht Esther“.

„Sie kam aus Mariupol“ erschien im Rowohlt Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier

Zwei sehr begeisterte Besprechungen findet man bei LiteraturReich und Masuko13

Moyshe Kulbak: Montag Ein kleiner Roman Edition fotoTAPETA

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Eine große Entdeckung ist dieses schmale blaue Buch aus dem Programm des vorwiegend nach Osten ausgerichteten Verlags Edition fotoTAPETA mit Sitz in Berlin. „Ein kleiner Roman“ heißt der Untertitel des Buches und er ist in der Tat kurz, aber enorm gewichtig. Ich befinde mich gerade selbst aus unerfindlichen Gründen in Lese-Richtung nach Osteuropa, Russland ehemals Sowjetunion und freue mich über dieses schöne, schöne Buch. Es erschien erstmals 1926 und erzählt anhand des jüdischen Hebräischlehrers Mordkhe Markus von der Zeit der Revolutionen in Russland 1917 und der Situation der Juden in dieser Zeit. Und er trifft mit seiner lyrischen zugleich expressionistischen Sprache einen ganz besonderen eindringlichen Ton.

So folgen beispielsweise, wie in der Lyrik oft der Fall, Attribute oder Adjektive dem Substantiv, oft doppelt, was eine merkwürdige Intensivierung entstehen lässt.

„Kleine Einheiten von Soldaten, grauen, gingen von Zeit zu Zeit mit revolutionärem Schritt vorbei, hinab zu ihren Kasernen.“

Zum anderen gibt es auffällig viele Diminuitive (wie ich sie mitunter von den großen russischen Dichtern, etwa Gogol, kenne), was aber hier in den Zusammenhängen alles andere als verniedlichend wirkt.

„Eine Granate seufzte lang und fiel ins Flüsschen. Mit einem Mal explodierte sie dort, wie eine abgefeuerte Rakete, und atmete unter Wasser mühevoll weiter.
Das hölzerne Brückchen erhob sich, und seine Einzelteile stoben über die Felder.“

Manchmal hört sich Kulbaks Sprache dabei an, als würde er einem Kind ein Märchen erzählen. So einfach, so bildreich, so säuselnd. Und steht damit stark im Kontrast zum Erzählten. In dieser Spannung zwischen Sprachgestaltung und Inhalt entfacht er eine starke Wirkung auf den Leser. Ich bin davon sehr beeindruckt. Es ist ein großer Sprachgenuss!
Dabei stellt er noch ganz nebenbei die wichtigsten Fragen der Menschheit. So gibt es dann beispielsweise ein ganzes Kapitel lang einen Monolog über philosophische Fragen über das Sein, das Existieren, die Erkenntnis und Markus alias Kulbak hat kluge Ideen dazu.

„Weil Sein heißt: Sich selbst in der Welt zu erkennen, und Erkennen heißt: sich der Realität stellen, aber Kampf ist gerade das Selbstverschließen, die Spaltung, die Aktivität von etwas gegen etwas. Und weil der Verstand ein Mittel des Menschen im Kampf ist, ist er kein Mittel für die Erkenntnis;“

Bei einem Blick auf die Biografie von Moyshe Kulbak stellt man fest, dass er selbst auch Lehrer war, dass ihm Wissensaneignung und Wissensvermittlung ausgesprochen wichtig war. Kulbak wurde in Vilnius 1896 geboren, ging als Lehrer nach Minsk und später auch für kurze Zeit nach Berlin, wo er im Romanischen Cafe auch auf Elke Lasker-Schüler traf. Zurück in Minsk widmete er sich ausschließlich dem Schreiben von Romanen und Lyrik und war in der jiddischen Literatur sehr bekannt. Bereits 1937 starb er durch die Hand des Regimes. Man warf ihm vor nicht sozialismuskonform zu schreiben.

Ähnlich wie Kulbak ist der Held Markus zerrissen zwischen der „alten“ Ordnung und der neuen Welt. Wie kann Religion einher gehen mit der kommunistischen Ideologie? Viele der neuen Ideen gefielen ihm, doch eben nicht alle. Wo blieb Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Für die vielen Juden, die zu seiner Zeit in Russland lebten gab es diese Ideale bald schon nicht mehr. Immer wieder kam es während der Revolutionen auch zu antisemitischen Progromen. Im Roman wird Markus schließlich so etwas wie ein Messias der Armenleute, die, die immer Montags durch die Viertel zogen und um Almosen baten. Ein langes Leben war ihm damit nicht beschieden …

„Die Armenleute standen unten auf dem Gässchen und weinten. Tränen eines wohligen Schmerzes ergossen sich in ihre Bärte. Es war, so zeigte es sich, wirklich Montag, der Tag der Erlösung.“

Sophie Lichtenstein, die das Werk aus dem Jiddischen übersetzte, hat dem Roman ein aufschlussreiches Nachwort angefügt, in dem sie über die Biografie des Autors schreibt und über die Entstehung seines Werkes. Die verwendeten jiddischen Wörter werden im Anhang erläutert. Das Buch erschien in der Edition fotoTAPETA zum achtzigsten Todestag des Autors. Ich kann Buch und Verlag sehr sehr empfehlen – sehr außergewöhnlich! Ein Leuchten!
Und als Lyrikerin freue ich mich sehr auf den im Herbst erscheinenden Gedichtband von Moyshe Kulbak.

Riikka Pelo: Unser tägliches Leben C. H. Beck Verlag

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Über „Unser tägliches Leben“ soll sie schreiben, die kleine Ariadna, das elfjährige Mädchen, das eigentlich nur ein ganz normales Kind sein möchte. So verlangt es ihre Mutter. Und ihre Mutter ist niemand geringeres als die russische Dichterin Marina Zwetajewa. Die behandelt die kleine Tochter wie eine Erwachsene und verlangt oft mehr, als sie selbst geben kann. Das gemeinsame geschriebene Werk soll als großes Prosawerk erscheinen und von ihrem Leben zeugen.

Der Roman der Finnin Riikka Pelo, für den sie den renommierten Finlandia-Preis erhielt, beschreibt Auszüge aus dem Leben der russischen Dichterin Marina Zwetajewas. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Beziehung der Dichterin zu ihrer Tochter Ariadna.

Meine komplette Besprechung hier auf fixpoetry.

Christoph Hein: Trutz Suhrkamp Verlag

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Gerade ein Jahr ist seit „Glückskind mit Vater“ vergangen und schon liegt ein neuer Roman von Christoph Hein vor. Was er in Interviews darüber erzählte, klang bereits verlockend. Die Mnemotechnik, von der ich noch nie zuvor etwas gehört hatte, spielt eine besondere Rolle in „Trutz“. Es handelt sich um eine Form von Gedächtnistraining bzw. um ein System sich einfacher Dinge merken zu können, sich genauer erinnern zu können. Das menschliche Gedächtnis soll dabei voll ausgeschöpft werden. Man kann dies mit bestimmten Methoden erlernen. Außerdem ist es ein Roman, der tief in die russisch/sowjetische Geschichte eintaucht, die anhand zweier Hauptprotagonisten geschildert wird.

Zum einen: Rainer Trutz zieht als junger Mann vom Land nach Berlin. Zunächst versucht er vergeblich Arbeit zu finden. Doch durch einen Zufall lernt er die Russin Lilja kennen, die ihm Arbeit bei einer Zeitung verschafft. Er schreibt zwei Romane, die nicht überragend erfolgreich sind, vor allem einer wird ihm jedoch zum Verhängnis: Die Nazis ergreifen die Macht und Trutz ist kein hinlänglich deutschtümelnder Autor. Nach einem Überfall versucht er 1933 mit seiner Freundin Gudrun ins Ausland zu emigrieren, doch als einziges Land bleibt die Sowjetunion, da Lilja hier bei der Einreise helfen kann. Dort findet Trutz jedoch nur Arbeit als Bauarbeiter und das Stalin-Regime wird immer strikter. Jahre später wird er aufgrund eines alten, angeblich stalinfeindlichen Zeitungsartikels aus Berliner Zeiten zu 5 Jahren Zwangsarbeit in einem Lager verurteilt. Gudrun und sein Sohn Maykl bleiben zunächst in Moskau, erfahren jedoch nie mehr etwas von Rainer und werden später aufgrund des Kriegsbeginns durch Hitler, als Deutschstämmige in die Verbannung in ein Arbeitslager geschickt.

„Ein zivilisiertes Volk wie die Deutschen könne sich einmal irren und einen Fehler machen, aber die Deutschen seien durch ihre wechselvolle Geschichte, durch ihre hohe Bildung, durch ihre weltweit bewunderte Kultur gottlob davor gefeit, einen Fehler zu wiederholen. In ein paar Monaten werde auch Berlin den braunen Spuk wie eine schwere Infektion überstanden haben und wieder lebenswert und liebenswert sein.“

Zum zweiten geht es um den Moskauer Neurolinguistik-Professor Waldemar Gejm, der über Mnemotechnik forschte und der in der Zeit der großen „Säuberungen“ Stalins zunächst von der Universität entfernt und später mit seiner Frau und den Kindern Geta und Rem ebenfalls in die Verbannung geschickt wird. So treffen sich beide Familien wieder, die sich in Moskau durch Lilja kennengelernt hatten und die gleichaltrigen befreundeten Jungen, die bereits in Moskau vom Vater im Gedächtnistraining geschult wurden, erhalten weiter Unterricht.

„Gejm erläuterte die Gedächtnistheorie der Antike, wonach sich der Mensch all jenes gut einprägen kann, was sich durch die Sinne mitteilt. Das Gedächtnis setzten sie einem inneren Schreiben gleich. So wie der Schüler, der das Alphabet lerne, alles aufschreibe, was man ihm diktiere, und alles lesen könne, was geschrieben ist, würde derjenige, der die Mnemonik erlerne, alles Erlebte und Erfahrene und Gehörte in seinem Gedächtnis festschreiben und es jederzeit wieder lesen, also erinnern können.“

Maykl legt man später nach dem Krieg und nach dem Tod seiner Eltern nahe, wieder nach Deutschland zurückzukehren und so beginnt er ein Studium in der DDR, in der er letztlich ein beinahe ähnliches Schicksal erlebt, wie sein Vater. Ihm gelangt sein geschultes Gedächtnis nicht zum Vorteil. Rem hingegen, dessen Vater später vollkommen rehabilitiert wurde, macht in Moskau Karriere beim Militär.
Rem und Maykl sehen sich erst nach der politischen Wende 1989 wieder …

Christoph Heins Roman ist eine beachtlich genau recherchierte Geschichte, die jedoch nicht das Potenzial eines großen Romans hat. Nicht, dass ich nicht mit Erwartungsfreude gelesen hätte. Aber irgendetwas fehlt; es fällt schwer, das genau zu benennen: Es könnte vielleicht einfach mangelnde Sympathie des Autors für seine Romanfiguren und deren schicksalhafte Lebensläufe sein. Oft wird einfach, beinah wie in einer Aufzählung, alles hintereinander weg erzählt. Der Text wirkt wenig gestaltet und ergibt nach meinem Empfinden keine runde stimmige Geschichte. Große Zeitsprünge werden gemacht, gerade im letzten Teil fehlt eine ausführlichere Darstellung der Ereignisse bis zum Treffen. Andererseits werden Erklärungen häufig wiederholt, obgleich der Leser sie längst kennt. Zudem hätte man mit der Idee der Mnemotechnik eine spannendere Story entwickeln können.
Was Hein sehr eindrücklich und überzeugend aufzeigt, sind die politischen Verhältnisse in Zeiten des Stalinregimes, die totale Überhöhung Stalins, die Sprunghaftigkeit der Oberen, die Unsicherheit, nie zu wissen, wer am nächsten Tag verhaftet, denunziert oder verbannt wird und die Zustände in den Lagern und unter der Zwangsarbeit.

Alles in allem habe ich Heins neuen Roman gern gelesen, aber gänzlich überzeugt hat er mich nicht. An „Glückskind mit Vater“ kommt er nicht heran und einen Jahrhundertroman, wie er im Klappentext bezeichnet wird, würde ich ihn nicht nennen, erinnert er doch oft eher an ein durchaus lesenswertes biografisches Sachbuch.

Christoph Heins „Trutz“ erschien im Suhrkamp Verlag. Eine Leseprobe gibt es hier.
Eine weitere Besprechung gibt es auf dem Blog Peter liest.

Julian Barnes: Der Lärm der Zeit Kiepenheuer & Witsch

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„Er wusste nur eins: Dies war die schlimmste Zeit.

Er stand schon seit drei Stunden am Aufzug. Er rauchte seine fünfte Zigarette und seine Gedanken zuckten hierhin und dorthin.“

Kunst in Zeiten der Diktatur:
Komponieren und agieren nach Vorgaben des Diktators oder Verweigerung und Untergang? Marionette der Macht sein aber innerlich versuchen frei zu bleiben? Die Achtung vor sich selbst verlieren, wenn man statt eigener neuer Musik Volksmusik komponieren muss?

Julian Barnes hat einen kurzen Roman über den russischen Komponisten Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch (1906 – 1975) geschrieben, der nach frühen großen Erfolgen, immer wieder unter Beobachtung des Regimes stand. Stalin persönlich, die Stimme der Macht, hatte 1936 seiner Oper „Lady MacBeth von Mzensk“ beigewohnt, allerdings nur bis zur Pause und hinterher „Chaos statt Musik“ genannt und dies in einem Beitrag in der Prawda seinem Volke kund getan. Seitdem stand Schostakowitsch unter Beobachtung, seitdem stand er oft nächtelang im Treppenhaus seiner Leningrader Wohnung mit seinem Köfferchen in banger Erwartung von Stalins Handlangern abgeholt zu werden.

Nach einer Weile komponiert er weiter, mehr nach den Vorgaben von oben, wird zwölf Jahre danach sogar zu einem musikalischen Kongreß in die Vereinigten Staaten beordert, muss dort aber Reden halten, die ihm vorgeschrieben wurden, keine freien Antworten möglich, da überall Spitzel lauern könnten.
Sogar große Auszeichnungen erhält er nun: Stalinpreis, Leninorden. Stalin stirbt und wird von Chruschtschow abgelöst. Das sogenannte „Tauwetter“ beginnt. Er schreibt seine verbotene Oper „Lady MacBeth von Mzensk“ um und reicht sie beim neuen Komitee ein, doch sie wird erneut abgelehnt. Seine Frau Nita stirbt und lässt in mit den beiden Kindern zurück. Bisher bewusst nie in die Partei eingetreten, wird ihm nun ein hoher Posten als Vorsitzender des Komponistenverbandes „angeboten“, eine große Auszeichnung, die allerdings nur mit der Parteizugehörigkeit einhergeht …

„Sein Körper war so nervös wie früher, vielleicht noch nervöser. Aber die Gedanken liefen ihm nicht mehr davon; heute schleppten sie sich vorsichtig von einer Angst zur anderen.“

Julian Barnes führt uns vor allem in die Gedankenwelt Schostakowitschs. Die inneren Vorgänge, das was im Kopf des Komponisten vor geht, das Abwägen und die Verunsicherungen, die stete Angst, die Einschränkungen, die Selbstzweifel – all das macht diesen Roman eher zum Seelenporträt als zur reinen Biografie. Der Autor setzt sie aus diversen Episoden und Szenerien aus dessen Leben zusammen und verbindet sie geschickt. Barnes ist ein versierter Erzähler und ihm gelingt es die Zerrissenheit des Komponisten sehr stimmig und mit einem zeitweise ironischen Unterton zu beschreiben, der vielleicht auch aus Not in Schostakowitschs Lebenslauf und seinen Werken eine große Rolle spielte.

„Wenn man der Ironie den Rücken zukehrte, erstarrte sie zu Sarkasmus. Und wozu war sie dann nütze? Sarkasmus war Ironie, die ihre Seele verloren hatte.“

Interessanterweise habe ich kurz vor dieser Lektüre Platonows Baugrube gelesen, in dem es um Stalins Anfangszeit geht und das in etwa zur gleichen Zeit spielt. Als nächstes auf der Leseliste steht außerdem auch ein gerade erschienener Roman über die Dichterin Marina Zwetajewa von Rikka Pelo „Unser tägliches Leben“, die ja Zeit- und Leidensgenossin Anna Achmatowas war, die wiederum auch kurz in Barnes´ Roman erwähnt wird. Und so schließt sich der Kreis …

„Der Lärm der Zeit“ von Julian Barnes erschien soeben im Kiepenheuer & Witsch Verlag in der Übersetzung von Gertraude Krueger. Eine Leseprobe gibt es hier.
Außerdem ist dieses Buch auch auf Platz 1 der SWR-Bestenliste im März.

Andrej Platonow: Die Baugrube Suhrkamp Verlag

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„Am dreißigsten Jahrestag seines persönlichen Lebens gab man Woschtschew die Abrechnung von der kleinen Maschinenfabrik, wo er die Mittel für seine Existenz beschaffte. Im Entlassungsdokument schrieb man ihm, er werde von der Produktion entfernt infolge der wachsenden Kraftschwäche in ihm und seiner Nachdenklichkeit im allgemeinen Tempo der Arbeit.“

Mit diesen fantastischen ersten Sätzen führt Andrej Platonow uns in seine Geschichte „Die Baugrube“ ein und fasst gleich alles zusammen, was man über die Persönlichkeit seines Helden Woschtschew wissen muss und wohin uns Platonows Sprache in diesem Werk führt.

Der Roman „Die Baugrube“ des 1899 in Woronesh geborenen Schriftstellers entstand im Jahr 1930. Er war einer der Autoren, der zu Lebzeiten der politischen Zensur unterlag und nicht gedruckt werden durfte. Erst sehr viel später wurde den Werken Platonows wieder Beachtung geschenkt. Zum Glück! Nun liegt eine Neuübersetzung von Gabriele Leupold vor, die auch Belyjs und Schalamows Werke vom Russischen ins Deutsche übertrug.

Es ist ein kurzer Roman mit wenig Handlung, in dem es vor Symbolhaftigkeit nur so wimmelt: Der „Held“ Woschtschew verliert seinen Arbeitsplatz, weil er nicht effektiv genug arbeitet; stattdessen denkt er nach. Er ist nicht schnell genug, er kann dem Tempo der anderen nicht folgen und verliert dadurch seinen Platz nicht nur im Betrieb, sondern auch im sozialistischen Gefüge. Bald darauf schließt er sich in einer Kleinstadt einem Artel (einer Art Kollektiv) von Bauarbeitern an, die eine Grube ausheben, um ein proletarisches Gemeinschaftshaus zu errichten.
Platonows Hauptfigur Woschtschew ist ein Melancholiker, ein Sinnsucher, sowie sich überhaupt eine stete Schwermut durch die gesamte Geschichte zieht. Er ist einer, der nach der Wahrheit fragt und nach dem Sinn sucht; eigentlich ist er ein Individualist. Er ist ein Sachensammler, hortet Dinge, die er irgendwo findet, als Beweismittel des Daseins.

„Woschtschew fühlte noch immer nicht die Wahrheit des Lebens, aber fand sich ab aus Erschöpfung von dem schweren Grund – und sammelte nur an den freien Tagen allerlei Unglückskroppzeug der Natur, als Dokumente der planlosen Erschaffung der Welt, als Fakten der Melancholie eines jeden lebendigen Atems.“

Später führt uns Platonows Geschichte aufs Land, in die Dörfer, wo die „Vergesellschaftung“ in vollem Gange ist. Doch die meisten Bauern sind eher bereit ihr Eigentum zu vernichten, als in Kolchosen einzutreten. Das Mädchen Nastja, eine Waise, die plötzlich in der Kolchose auftaucht, soll wohl stellvertretend für die neue sozialistische Zeit stehen. Doch sie ruft immer wieder nach der verstorbenen Mutter einer burshujka (einer Bürgerlichen) und wird schließlich immer schwächer, bis sie stirbt …
Wie wenig flüssig alle möglichen Projekte im Namen des Klassenkampfes funktionieren, wird mit konsequenter Ernsthaftigkeit geschildert, die allerdings für den heutigen Leser oft ins Komische, beinahe Karikaturistische, bisweilen Surreale abdriftet.

„Aber warum, Nikita, liegt das Feld so trübsinnig da? Ist wirklich Schwermut in der ganzen Welt, und nur allein in uns der Fünfjahrplan?“

Es ist die Zeit nach der Kulturrevolution. Stalin will die totale Kollektivierung, die schnellstmögliche Industrialisierung und es kommt der erste Fünfjahresplan. Durch Lautsprecher wurde selbst auf den Dörfern das Volk informiert und indoktriniert. Die Alphabetisierung der Bauern wurde voran getrieben und ging natürlich mit Propaganda einher. Stalins Ziel ist dabei „die Vernichtung der Klassen auf dem Weg des Klassenkampfs des Proletariats“. Die Kulaken, also die Großgrundbesitzer werden getötet, umgesiedelt oder vertrieben, Kirchen geschlossen.

„Wird die Sowjetina umkommen wie Nastja oder heranwachsen zu einem heilen Menschen, zu einer neuen historischen Gesellschaft? Dieses unruhige Gefühl bildete auch das Thema des Werkes, als der Autor daran schrieb.“

Mit obiger Aussage beendet Platonow seine Geschichte. Er ist ein Kind der Moderne, obgleich selbst proletarischer Herkunft, zweifelte er mehr und mehr am Sinn dieser Vorhaben. Er arbeitete bereits mit 15 Jahren, war später ein sehr belesener Student, wurde Mitglied der kommunistischen Partei und zum politischen Autor. All dies kommt in der „Baugrube“ deutlich zum Ausdruck. Seine Sprache enthält typische Begrifflichkeiten dieser Epoche; damals aktuell, mutet sie heute mitunter befremdlich an. Durch mehrfaches Kürzen des Ursprungsmanuskripts gelang Platonow eine zeitweise poetisch anmutende und gleichsam auf das Wesentliche zielende Verdichtung.

Man darf davon ausgehen, dass der Übersetzerin Gabriele Leupold hier eine Meisterleistung gelungen ist: Die vieldeutige und kraftvolle Sprache überzeugt.
Im Anhang der Neuauflage findet man ergänzend umfangreiche Kommentare und Anmerkungen zum Verständnis des Textes (die für mich auch unbedingt notwendig waren), eine editorische Notiz zur Übertragung vom Russischen ins Deutsche und ein aufschlussreiches Nachwort von Gabriele Leupold.

Vor mir liegt ein sehr schön gestaltetes Buch: Ein Leineneinband ohne Schutzumschlag mit dem Titel als Prägedruck. Das Covermotiv ist gestaltet nach dem Gemälde „Köpfe (menschliche Wesen in der Stadt)“ von Pawel Nikolajewitsch Filonow von 1926.
„Die Baugrube“ erschien beim Suhrkamp Verlag. Eine Leseprobe und weitere umfangreiche Informationen gibt es hier.
Eine weitere Besprechung gibt es bei meiner Bloggerkollegin von Zeichen & Zeiten.
Das Buch steht auf der SWR-Bestenliste Februar auf Rang 6.