Monique Schwitter: Eins im Andern, Droschl Verlag

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Mit Monique Schwitters Roman geht es mir nun umgekehrt wie mit Dana Grigorcea.
Wieder eine Bachmann´sche Lesekandidatin, und zwar eine die mich total überzeugte mit der Geschichte, die Auszug aus dem Roman „Eins im Andern“ war und wo ich der Jury in Begeisterung und Argumentation folgen konnte. Der Roman ist gerade erschienen und ich habe mich darauf gestürzt und ihn in 2 Tagen ausgelesen …
Aber: Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, jedenfalls stellte sich nicht die erhoffte Begeisterung ein.
Es ist ein Buch über die Liebe in den verschiedensten Facetten, ja, aber nicht das, was in diversen Feuilletons daraus gemacht wird. Schwitter erfindet die Liebe nicht neu!

Die Story ist gut angelegt: In 12 Episoden wird von 12 Männern, die im Leben der Protagonistin eine prägende Rolle spielten, erzählt. Es beginnt mit der ersten Liebe(Petrus, der sich das Leben nahm) und endet mit der Bruderliebe(der Bruder starb an Krebs). Was zwischendurch am stärksten aufscheint, die aktuelle Liebe, ist akuten Bedrohungen ausgesetzt.
Während die Protagonistin an einem Roman schreibt, erinnert sie sich an ihre Beziehungen und fragt sich nach deren Bedeutung. Einige sind sehr stark in ihrer Wirkung, manche sind nur Blitzlichter oder Chimären. Schließlich verhelfen ihr diese Erinnerungen dazu, wieder in Schreibfluss zu kommen.
Mir gefiel Schwitters Art, die Dinge zu betrachten, nach der Lesart der Liebe zu fragen:

„Oder bleibt die Liebe immer dieselbe, bleibt sie sich treu? Ändern sich nur ihre Gefäße? Bietet sie sich einfach in einem Mann nach dem anderen dar, offenbart sie, die eine einzige wahre, sich einfach nur in verschiedenen Gestalten?“

Dabei fallen der Protagonistin immer wieder die Worte der Großmutter ein:

„Die Liebe sucht man sich nicht aus, mein Herz.“

Für mich ist das schönste Kapitel das, welches in Klagenfurt gelesen wurde, „Scheinpaar“ heißt es. (Vielleicht wegen der Anspielungen auf E.T.A. Hoffmanns Sandmann?)

Alles in Allem ist Eins im Andern ein Roman, der mich nach der Lektüre unzufrieden zurück gelassen hat. Gutes oder schlechtes Zeichen? Sollte ich sagen, ob mir der Roman gefallen hat oder nicht, wüsste ich keine endgültige Antwort … Mich würde die Meinung anderer Leser brennend interessieren.

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2 Gedanken zu “Monique Schwitter: Eins im Andern, Droschl Verlag

  1. Das habe ich im Rahmen meines LL-lesen letzte Woche auch gelesen und war begeistert von der Poetik der schönen Sprache, dem märchenhaften Ton, der leisen Unwirklichkeit, wahrscheinlich könnte man das gleiche bemängeln, was auch, wie ich gerade sah, bei Valerie Fritsch bemängelt wurde, aber das muß ich erst lesen, obwohl ich den Werdegang der jungen Autorin ja in Wien ein bißchen mitbeobachten konnte, ansonsten würde es mich noch mehr ansprechen, wenn noch mehr Realistik, wie beispielsweise bei „Applaus für Bronikowski“ enthalten wäre

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  2. Valerie Fritsch habe ich ja auch gelesen und hier schon besprochen. Allerdings ist es für mich eine ganz andere Sprache, als die von Monique Schwitter. Fritschs Sprache ist beinah Lyrik, was mir sehr entspricht und auch zu dem Endzeitszenario passt, während Schwitter tatsächlich ans Märchenerzählen erinnert: „Es war einmal…“ Danke jedenfalls für deinen Eindruck von „Eins im Andern“. Ich weiß nach wie vor nicht genau, was mich eigentlich am Roman stört…

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