Der Traum in uns – Romane aus Norwegen Ehrengast Buchmesse 2019 #2

Wunderbare neue Romane aus dem Buchmesse Gastland Norwegen gibt es dieses Jahr zur Buchmesse. Jedes Mal eine schöne Möglichkeit die Literatur anderer Länder zu entdecken. Einige neue, aber auch ältere Romane finden hier Erwähnung. Ein Hoch im speziellen auch auf die brillanten Übersetzer!

Beim Klick auf die jeweiligen Bilder oben und unten findet sich der Link zur Besprechung. Falls nicht, ist sie noch in Arbeit und folgt, solange gehts zur Verlagsseite. Manchen Autoren wende ich mich etwas ausführlicher zu. Leuchten allenthalben!

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Besonders herausragend finde ich Johan Harstad mit seinem im Frühjahr erschienenen über 1200 Seiten umfassenden einzigartigen sprachmächtigen Familien-Kunst-Liebes-Stadt-Kriegs-Theater-Freundschafts-Roman „Max, Mischa & Tet-Offensive“. Eines der Highlights dieses Lesejahres. Die Übersetzerin heißt Ursel Allenstein. Erschienen bei Rowohlt.

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Jan Kjærstad:
Der in Norwegen sehr bekannte Autor schreibt in „Das Norman-Areal“ absolut genial über das Phänomen der Literaturbesessenheit und deren Schattenseiten. Vom Autor ganz frisch erschienen: die Übersetzung des Romans „Berge“ von Bernhard Strobel im Septime Verlag. Der neue großartige Roman zeigt anhand mehrerer Morde die Befindlichkeit der Norweger auf und bietet Einblick in die aktuelle Politik und Gesellschaftssituation, ist aber alles andere als ein Krimi. Meine Besprechung dazu hier.

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Tomas Espedal:
Ein poetischer melancholischer Sprachkünstler. Einer, bei dem die Sprache und Form im Mittelpunkt steht. Jedes seiner Bücher pure Lesefreude! „Das Jahr“ ist sein hierzulande aktuell erschienenes Buch, übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. Alle Bücher erschienen im Matthes & Seitz Verlag. Zu meinen ausführlichen Beiträgen geht es mit Klick auf die Bilder.

„Worte und Sätze gingen mir durch den Kopf, als wäre das Innere meiner Augenlider ein umgedrehtes Blatt Papier, auf dem jemand schrieb, ein dunkles Papier, auf dem die Wörter mit voller Kraft einschlugen, sie leuchteten.“

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Jon Fosse:
Der große norwegische Autor und Dramatiker, der mich schon lange begleitet mit seinen Romanen, Gedichten und Stücken. Klar, einfach, eindringlich und poetisch, seine Sprache. „Der andere Name“ ist ein auf mehrere Bände angelegtes Werk, es ist der neueste Roman auf Deutsch, übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel. Alle Bücher erschienen im Rowohlt Verlag.

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Hanne Ørstavik:
Eine echte Entdeckung! Schwer zu beschreiben, was ihre Romane so besonders macht. Vielleicht ist es die Dichte und Intensität, eine besondere Art das Alltägliche zu beschreiben, die ihre Bücher auszeichnet. Zudem sind die Bücher aus dem Karl Rauch Verlag auch besonders hübsch gestaltet mit feinem Papier und Fadenheftung. „Die Zeit, die es dauert“ ist der neueste Roman, übersetzt von Andreas Donat.

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Merethe Lindstrøm:
Eine wunderbare Autorin, die hierzulande bekannter werden sollte. Sie weiß in ihren Romanen in die Tiefen zu tauchen und hat eine unvergleichlich schöne poetische Sprache. Gerade neu erschienen ist „Tage in der Geschichte der Stille“, übersetzt von Elke Ranzinger. Beide Bücher erschienen im Matthes & Seitz Verlag.

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Lars Saabye Christensen:
Sein Roman „Der Halbbruder“ hat mich schon vor Jahren begeistert und auch „Magnet“, ein Roman über einen charismatischen norwegischen Fotografen in den USA aus dem letzten Jahr war ein (ge-)wichtiges Lesehighlight. Die Übersetzerin ist Christel Hildebrandt. „Die Spuren der Stadt“ heisst sein aktuell erschienener Roman, der der Stadt Oslo in den 80er Jahren gewidmet ist, erschienen bei btb.

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Karl Ove Knausgård:
Irre berühmt geworden mit seinem autobiografischen mehrbändigen Monumentalwerk „Min Kamp“, in dem er detailliert auch sehr private Details und Befindlichkeiten erzählt und bei dem beim Lesen ein unglaublicher Sog entsteht. Übersetzer sind hier Paul Berf und Ulrich Sonnenberg. Alle Bände erschienen im Luchterhand Verlag.

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Per Petterson:
Sein bekanntester wunderbarer Roman „Pferde stehlen“ wurde auch kürzlich verfilmt. Der Norweger verarbeitet darin ein wichtiges Stück norwegischer Geschichte. Der neueste Roman „Männer in meiner Lage“ erschien soeben, übersetzt von Ina Kronenberger im Hanser Verlag.

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Ketil Bjørnstad:
Der Autor, der auch grandios Klavier spielt und das thematisch auch oft in seinen ausgezeichneten Romanen verarbeitet. „Oda“ kann ich besonders empfehlen: Es geht darin um die Künstlerin Oda Krogh (1860-1935) aus Oslo, damals Christiania, die ihrer Zeit weit voraus war. Lothar Schneider und Ina Kronenberger haben übersetzt. Alle Bücher erschienen im Suhrkamp Verlag.

Viel Vergnügen bei nordischer Lektüre!

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